Merkels Trümmerhaufen

Mit ihrer Asylpolitik gefährdet die Kanzlerin nun auch die Einheit der Europäer

16.09.15
Taktische Züge statt politischer Strategie: Merkels Markenzeichen – die Raute Bild: Ullstein

Grenzen zu? Von wegen: Der Strom geht weiter. Und die EU-Partner wollen keinen Blankoscheck unterschreiben – zu Recht.


Angela Merkel (CDU) hat mit ihrem Lavieren in der Asylpolitik einen gigantischen Trümmerhaufen angerichtet. Mit ihrem Fanfarenstoß, dass alle Syrer und Iraker, die es wünschen, unkontrolliert nach Deutschland kommen dürfen, hat sie eine Lawine losgetreten, die kaum mehr in den Griff zu bekommen ist. Hilfsorganisationen berichten, dass die Kanzlerin im Nahen Osten „Euphorie und Aufbruchstimmung“ ausgelöst habe. Zu Hundertausenden machten sich die Menschen auf den Weg.
Dann plötzlich die – scheinbare – Kehrwende: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigt Grenzkontrollen an. Damit soll der Eindruck erweckt werden, als werde der massenhafte Zuzug wenigstens eingedämmt. Ein Bluff, wie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) zugab. Es handele sich um „einen taktischen Zug“, um Druck auf die EU-Partner auszuüben, damit sie mehr Asylbewerber aufnähmen. Die Menschen strömen unterdessen weiter über die Grenze, nunmehr bloß unter den Augen völlig überlasteter Bundespolizisten.
Merkels „taktischer Zug“ war schon einen Tag später gescheitert. Auf dem EU-Innenministertreffen am Montag zeigten sich insbesondere die Osteuropäer unbeeindruckt von den Berliner Winkelzügen. Die unterschwellige Losung lautet: Die deutsche Regierung hat diese Welle kräftig mit angeschoben, jetzt soll sie auch mit dem Resultat zurechtkommen. Diese Haltung kann man den Partnern im Osten der EU kaum übelnehmen, denn faktisch will man sie zwingen, einen Blankoscheck zu unterschreiben: Während Merkel und die Ihren per „Willkommensbotschaft“ Millionen Menschen „ohne Obergrenze“ (so die Kanzlerin) in Bewegung setzen, sollen die EU-Partner später per festem Verteilungsschlüssel die Lasten (mit-)tragen. Dem kann ein Regierungschef, der sich dem Wohl seines Volkes verpflichtet fühlt, niemals zustimmen.
So bleiben die deutschen Bürger nicht nur weitgehend allein auf den Folgen der völlig verantwortungslosen Asylpolitik ihrer Regierung sitzen. Diese Politik hat es zudem geschafft, einen tiefen Riss durch Europa zu treiben.
Dabei nehmen die Fliehkräfte in der Europäischen Union ohnehin rasant zu. In Großbritannien hat ein EU-kritischer Linkspopulist die Spitze der Sozialdemokraten erobert. In Griechenland wird, wie es scheint, bei den Wahlen am Sonntag keine regierungsfähige Mehrheit zustande kommen – es droht politisches Dauerchaos Weimarschen Zuschnitts.
Für die Deutschen wird es derweil existenziell. Unser Land wird einer ethnisch-religiösen Umwälzung unterzogen wie seit mehr als 1000 Jahren nicht, orchestriert von einer politischen Klasse, die nicht daran denkt, das Volk zu fragen, ob es diese Umwälzung überhaupt will. In Abwandlung des Spruchs von Merkel lautet die zynische Botschaft an die Deutschen: „Wir schaffen euch!“     Hans Heckel


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Kommentare

Hans.Joachim Dr.- Ing. Kucharski:
19.09.2015, 10:16 Uhr

Der obige Kommentar sollte noch ergänzt werden durch Einzufügen hinter: ... gar keine,“: Aus ihrer Sicht kann sie damit die von ihr erwartete Handlungskompetenz und Führungsentschlossenheit demonstrieren, aus meiner ist Politikverständnis dümmlicher nicht denkbar. Letzteres ist ein Charakteristikum der vordemokratischen Zeit.
Und am Schluß: Wir sollten uns darauf einstellen, daß damit der Untergang unseres Landes eingeläutet wurde.


Lutz Strasdat:
19.09.2015, 01:56 Uhr

Merkel hat sich mit ihrer Spontaneinladung für weitere unüberschaubar gewordene Asylantenhorden in glänzender Eigenmächtigkeit über bestehende EU-Beschlüsse hinweg gesetzt. Ob dies alle Teile der eigenen Bevölkerung gleichermaßen gut finden interessiert nicht, innige Solidarität und die christliche Nächstenliebe des Deutschen Michels verbreiten sich in rasender Geschwindigkeit bis zum Hindukusch und zur Sahelzone. Das reiche Deutschland hat Platz und Auskommen für alle, und das auf Kosten für völlig sinnlose und hausgemachte Konflikte meist religiöser oder ethnischer Natur in sogenannten Bürgerkriegsländern. Unsere Gesetze machen´s möglich und der zu erwartende Aufwand von bis zu 10 Milliarden Euro geht zu Lasten der deutschen Staatsbürger. Bravo!

Die Bundesregierung hätte schon längst auf die Erfahrungen klassischer Einwanderungsstaaten wie den USA, Kanada oder Australien setzen können, die nur qualifizierte Bewerber ins Land lassen und damit die Zuwanderung steuern und begrenzen. Im Gegensatz dazu aber wird bei uns sehr gerne auf
die zukünftig rückläufige demografische Entwicklung in der Bundesrepublik hingewiesen und auf angebliche Vorteile, die eine massive Aufnahme von Flüchtlingen mit sich bringt. Spätestens dann wird der Zustrom auch noch zu einem quantitativen Problem. Geht die Zuwanderung im großen Stil weiter, dafür sprechen alle prognostizierten Zahlen und wird dazu noch die zu erwartende Nachwuchsfreudigkeit mit einbezogen, werden die Migranten in
wenigen Jahrzehnten hierzulande die Mehrheit stellen. Eine neue Mehrheit schafft neue Realitäten, damit ist zu rechnen. Warum sollten sie die Werte
der zurückgedrängten Deutschen, z. B. das Grundgesetz oder die europäische
Leitkultur, noch akzeptieren, wenn auf Grund ihrer kulturellen Wurzeln ganz andere Wertvorstellungen Vorrang haben?

Solche Fragen tauchen bei unseren blauäugig Regierenden sämtlicher Couleur gar nicht auf oder werden bewusst totgeschwiegen, zum Wohle des Volkes. Aus Nächstenliebe sollten diese sich eine Frage stellen: Wenn die jetzige Situation umgekehrt wäre, wenn mehrere 100.000 Christen aus Europa die Grenzen von islamischen Staaten überschreiten würden, wie dort die "Willkommenskultur" jener Länder ausfallen würde? Alle müssten eigentlich gut darüber informiert sein, wie die Einheimischen christlichen Glaubens in besagten Ländern terrorisiert und drangsaliert werden.


Karl Brenner:
18.09.2015, 16:39 Uhr

Ein kapitaler Fehler.

Das ist nicht das erste mal.
Völlig absurde Entscheideungen pflastern ihren Weg, Getrieben von den linken Medien. Ob die sich langfristig freuen, wenn die Menschen kein Geld mehr haben um ÖR und Zeitungen zu kaufen?

Und man kann davon ausgehen, dass es so weiter gehen wird, mit dieser Dame.


Claus Reber:
17.09.2015, 18:07 Uhr

Die Laufbahn von Frau Merkel als Kanzlerin ist gekennzeichnet, durch den Zusammenschluß vieler Fehlentscheidungen. Das Verfallsdatum ihrer Entscheidungen war (z.B. Atomausstieg)oftmals extrem kurz. Sie hat in der Euro Politik, Deutschland in ein finanzielles Desaster geführt. Die Einwanderungskrise ist ein weiterer Beweis ihrer Unfähigkeit. Sie hat den Überblick verloren und aggiert nicht mehr, sondern reagiert nur noch vereinzelt und versucht Schadensbegrenzung zu machen. Doch dafür ist es längst zu spät. Ihr ziemlich di­let­tan­tisches Vorgehen bringt Deutschland in eine immer größer werdende Schieflage. Nach außen macht sie auf staatsmännisch. Das eigene Volk hat sie dabei aber längst aus den Augen verloren. Sie ist verantwortlich dafür, dass ein iefer Riss durch die Gesellschaft geht. Die EU ist gescheitert und befindet sich im Auflösungsprozess und wird nur noch künstlich am Leben erhalten. Die Millionen an Einwanderen, die nach Deutschland drängen, werden für weitere extreme Verwerfungen sorgen. Die nachfolgenden Generationen werden die Politik dieser Regierung ausbaden müssen.


Hans-Joachim Nehring:
17.09.2015, 17:23 Uhr

Merkel hat fertig. Wer in der Privatwirtschaft sich solche Zicken geleistet hätte bei Energiewende, Griechenlandrettung und Asylpolitik ohne Obergrenze, wäre schlicht und einfach gefeuert worden. In der Politik allerdings ist Verantwortung übernehmen offensichtlich ein Fremdwort, vor allem wenn es denn in die Hosen gegangen ist. Victor Orban verteidigt nur das europäische Recht und wird dafür von Brüssel und den hiesigen Medien wie ein Hund geprügelt. Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht uns ein Ende der Massenflucht nach Deutschland nicht abzusehen.


Herr Behrlich:
17.09.2015, 14:52 Uhr

So steht im "Spiegel": Die Kanzlerin hat dem Volk die Vertrauensfrage gestellt! Mit ihrer Bemerkung: "...dann ist das nicht mein Land".

Vertrauensfrage? Wirklich? Wenn dem Volk in einer freien u. geheimen Wahl die Frage zur Flüchtlingspolitik gestellt wird, darf man sowas sagen. Was Merkel da von sich gibt ist Stammtischpalaver.

Auch glaube ich, dass nach solcher Wahl, Frau Merkel im Flieger sitzen würde...samt Hausstand. Wie geil.


Hans.Joachim Dr.- Ing. Kucharski:
17.09.2015, 10:52 Uhr

Merkel spielt jetzt die beleidigte Leberwurst (Majestätsbeleidigung) und begründet ihre unbedachte Aussage (das kann man auch anders ausdrücken) damit, spontan entschieden haben zu müssen nach der Devise „Eine falsche Entscheidung ist besser als gar keine“. Dümmlicher kann Politikverständnis nicht sein. (Auch in der FAZ sind die Berichte, Kommentare und Leserbriefe alles andere als schmeichelhaft.) Alle Berichte und Kommentare über die zu erwartende Entwicklung sind z. Z. äußerst beängstigend.


Lothar Liedtke:
17.09.2015, 07:14 Uhr

Merkel wird zum „Super Gau“ für Deutschland und Europa.
Man fragt sich, ist ihre Politik von schier grenzenloser Inkompetenz gelenkt, oder führt sie nur Aufträge aus. Führung gemäss Amtseid konnte man in ihrer bisherigen Politik jedenfalls nicht erkennen. Mit ihrer letzten Aktion, in selbstherrlicher Macht den unkontrollierten Zuzug von Migranten über Ungarn aus anzuordnen, da hat sie selbst von denen ihr wohl gesonnenen unerwartete Kritik bekommen. Bei ihren Überlegungen hatte sie sicher noch die DDR Flüchtlinge von 1989 in der Prager Botschaft und deren Ausreise in die BRD in Erinnerung. Nun wollte sie eben auch einmal richtig „Genschern“ und den „Flüchtlingen“ die „Frohe Botschaft“ a’la Merkel verkünden. Nur sind eben die Situationen von 1989 und 2015 nicht gleichzusetzen.
Sie hat ohne ihr eigenes Volk zu befragen, geschweige denn die Nachbarn Deutschlands, eine Einladung an alle „Mühselig und Beladenen dieser Welt“ ausgesprochen nach Deutschland und in die EU zu kommen, deren Konsequenzen sie entweder nicht erkannt, oder bewusst ignoriert hat.
Gemäss der Maxime, die Kritiker wollen weniger muslimische Einwanderung, also brauchen wir mehr muslimische Einwanderung.
Mit der Heiligsprechung durch die Medien im Rücken, fordert sie jetzt den Blankoscheck aller EU Staaten, das die von ihr „Eingeladenen“ auf alle EU Länder „gerecht“ verteilt werden. Denen, die aber auf EU Recht und Gesetze verweisen, werden moralisch an den Pranger gestellt. Im Falle Ungarns, eines der wenigen Länder die versuchen das Ganze in gesetzliche Bahnen zu lenken, das wird nicht nur allein gelassen, sondern sogar noch mit Hilfe der Medien und des Brüsseler Propagandapparates in die Nähe von Diktaturen gestellt. Das fällt natürlich um so leichter, da Victor Orban in Brüssel sowieso schon auf der „schwarzen Liste“ steht und keine Gelegenheit ausgelassen wird, ihn merken zu lassen das er nicht zu den „Guten“ gehört.So wird in den Medien durchweg ein schlechtes Bild von Ungarn gezeichnet und in den Gesprächen mit den „Flüchtlingen“ erweckt man den Eindruck, das diese nicht aus Syrien fliehen sondern eher aus Ungarn.
Die „Flüchtlingskriese“ ist der „Sprengsatz“ in der EU, Frau Merkel hat die Lunte gezündet. Zu allem Übel ist sich die „EU- Feuerwehr“ auch noch uneins darüber , ob überhaupt gelöscht werden soll. Viel Zeit bleibt jedenfalls nicht mehr, um die Explosion zu verhindern,aber dann sollte man weit weg sein.


Andreas Babel:
16.09.2015, 11:10 Uhr

Vielen Dank für diesen Artikel! Es ist kaum zu begreifen, wie es sich ein Volk gefallen lassen kann so verachtet zu werden. Die Demütigungen denen wir ausgesetzt sind nehmen kein Ende. Wann werden wir dem ein Ende setzen?


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