Mysteriöses Sterben im Umfeld des NSU-Prozesses geht weiter

26.02.16

Nachdem es bereits mehrere Todesfälle unter Zeugen des sogenannten NSU-Komplexes gegeben hat, sorgt nun ein weiterer Todesfall für Aufsehen. Wie mit einer Woche Verspätung bekannt wurde, ist am Abend des 8. Februar die Leiche von Sascha W. aufgefunden worden. Nach Angaben der Karlsruher Staatsanwaltschaft gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ „deutet alles auf einen Suizid hin“. Sascha W. habe eine elektronische Abschiedsnachricht versandt, auch soll es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden geben.
Dass trotz dieses Befundes der Todesfall überhaupt auf Beachtung gestoßen ist und inzwischen Thesen über ein „Zeugensterben“ dis­kutiert werden, liegt nicht zuletzt daran, dass mittlerweile fünf Zeugen tot sind, die im Zusammenhang mit dem Heilbronner Polizistenmord vom April 2007 stehen. So ist bereits im März 2015 Melisa M., die Verlobte von Sascha W., verstorben. Nach offiziellen Angaben war die Altenpflegeschülerin mit dem Motorrad gestürzt und hatte eine Thrombose erlitten. Trotz ärztlicher Behandlung soll das Blutgerinnsel ein Gefäß in der Lunge verstopft haben, sodass die 20-Jährige an einer Lungenembolie verstorben sein soll.
Florian Heilig, der Ex-Freund von Melisa M., wiederum war im September 2013 tot in einem verbrannten Auto aufgefunden worden. Wie bei Sascha W. wird auch bei ihm offiziell Suizid als Todesursache angegeben. Bezweifelt wird eine Selbsttötung unter anderem von der Familie Florian Heiligs. „Ich arbeite in einer psychiatrischen Fachklinik, ich weiß, wie sich suizidale Menschen verhalten, der Florian suizidal – nie“, so der Vater. Genährt wird das Misstrauen durch die Arbeit der Ermittler. Ohne Zustimmung der Familie war die Leiche von Florian Heilig eingeäschert worden. Auch wollten die Ermittler das sichergestellte Auto samt Inhalt zügig verschrotten lassen. Der einstige Rechtsextremist galt als möglicher Zeuge im Fall des Heilbronner Mordes, der offiziell dem Nationalsozialistischen Untergrund zugeschrieben wird. So soll Heilig geäußert haben, er wisse, wer die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter ermordet hat. Es wird vermutet, dass der sich bedroht fühlende Florian Heilig sein Wissen an seine damalige Freundin Melisa M. weitergeben hat.
Im Zusammenhang mit dem Heilbronner Polizistenmord gab es noch zwei weitere Todesfälle. Bereits im Januar 2009 war die Leiche von Arthur Ch. neben seinem Auto auf einem Waldparkplatz nördlich von Heilbronn gefunden worden. Der Name des Verstorbenen taucht in den Ermittlungsakten zum Polizistenmord auf. Auch weist eines der gefertigten Phantombilder Ähnlichkeit mit Arthur Ch. auf.
Thomas Richter ist am 7. April 2014 tot aufgefunden worden. Offiziellen Angaben zufolge ist Richter an einer nicht erkannten Diabetes gestorben. Als V-Mann „Corelli“ war Thomas Richter über 18 Jahre lang eine der ergiebigsten Quellen des Bundesamtes für Verfassungsschutz. So mischte „Corelli“ unter anderem in der rechtsextremen „Blood & Honour“-Bewegung und beim deutschen Ableger des Ku-Klux-Klan in Baden-Württemberg mit. „Corelli“ kann als V-Mann des Verfassungsschutzes als das entscheidende Bindeglied zwischen dem NSU-Trio und der Neonaziszene in den südwestdeutschen Raum gelten.    
    Norman Hanert


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Kommentare

Karl Brenner:
27.02.2016, 13:07 Uhr

Polizistenmord?
Zeugensterben?
Suizid?
Thrombosen?

Das sieht eher nach externen Geheimdiensten aus (USA, GB, Frankreich, weniger Russland)

Ein deutscher Verfassunsschutz /MAD/BND-Fuzzi würde das nicht machen. Glaube ich nicht.

Allenfalls informiert gewesen.


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