Perverse Botschaft

Kölner Krawalle: Wo der Friedliche der Dumme ist, übernehmen andere das Feld

29.10.14
„Hooligans gegen Salafisten“ („HoGeSa“) in Köln: Medien und Politik stehen Kopf Bild: action press

Die Erregung über die „Hooligan“-Demo von Köln ist heuchlerisch. Dort ist nur aufgeblüht, was seit Langem gesät wurde.

Ein umgestürzter Polizeiwagen, 49 verletzte Beamte, zum Glück keiner davon schwer, eine deutsche Innenstadt im Ausnahmezustand – es klingt zynisch, doch im Grunde ist in Köln nichts passiert, was diese Republik nicht schon seit Jahrzehnten erleben muss. Die Reaktionen von Politik und fast allen großen Medien auf solche Vorkommnisse riechen längst nach fauliger Routine.

Doch diesmal war alles anders. Es schien, als ginge eine Schockwelle durch Deutschland, nachdem rund 5000, Berichten zufolge teils gewalttätige „Hooligans“ in der viertgrößten Stadt des Landes gegen den Salafismus demonstriert hatten. Es sollen sich auch bekannte Rechtsextremisten unter die Demonstranten gemischt haben, was gewisse Medien erwartungsgemäß dankbar aufgriffen, um gleich die gesamte Kundgebung unter Rechtsextremismusverdacht zu stellen.

Wird bei linken Gewaltdemonstrationen stets eilfertig betont, dass die Veranstaltung „zunächst friedlich“ verlaufen sei und sich erst später Gewalttäter aus der Masse gelöst hätten, verzichtet man hinsichtlich der Kölner Eskalation völlig auf derlei Differenzierungen. Und stellen die Medien bei linken Aufmärschen stets deren Anliegen in den Mittelpunkt, so wurde dies hier sofort zum bloßen Vorwand erklärt. Gewiss waren in Köln etliche dabei, die tatsächlich nur Krawall suchten. Aber ist dies bei linken Demonstrationen etwa anders?

Schlimmer als dieses geradezu aufreizende Messen mit zweierlei Maß ist etwas anderes. Die gewalttätigen „Hooligans“ von Köln haben eine perverse Botschaft verstanden, die den Bundesbürgern schon seit Jahrzehnten eingebrannt wird Sie lautet: Nur wer mit Geschrei und Gewalt für seine Ziele eintritt, hat Aussicht auf Erfolg, es sei denn, er gehört zu den Mächtigen, die solcher Mittel nicht bedürfen.

Bürgerliche Gruppen und Aktivisten sehen sich seit Langem einem linken Terror ausgesetzt, der von etablierten Parteien und Medien letztlich achselzuckend hingenommen wird. Veranstaltungen werden von der „Antifa“ gesprengt, Teilnehmer körperlich und verbal bedrängt, Säle aus Angst vor Anschlägen gekündigt. Vor der jüngsten EU-Wahl haben AfD-Wahlkämpfer ihre Aktivitäten völlig verschüchtert eingestellt, weil sie sich und ihre Familien massiven Drohungen linker Extremisten ausgesetzt sahen.

Ging da eine Welle der Empörung durch die großen Medien und die etablierte Politik? Fehlanzeige. Geschrei, Gewalt und Drohungen haben triumphiert.

Die Verrottung der politischen Kultur, die sich hier entblößt, musste eines bösen Tages übergreifen. Wo der Friedliche, der Gesetzestreue stets der Dumme ist, da wächst irgendwann eine neue Art der „politischen Auseinandersetzung“ heran, mit ganz anderen Akteuren. Hans Heckel


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Kommentare

Ronald Hahn:
2.11.2014, 15:17 Uhr

Der Hinweis, dass bei dieser Demonstration auch Rechtsextreme gesichtet wurden, ist überflüssig und dient nur der Denunziation: Ich wette, auch in jedem vollen Opernhaus (vom Olympiastadion ganz zu schweigen) lässt sich ein gewisser Prozentsatz von Rechtsextremen finden.


Rainer Brunotte:
1.11.2014, 03:11 Uhr

Ich meine hingegen, dass die Hooligans von Linken angeheuert wurden, z.B. von Antifa, um rechtem Gedankengut einen schlechten Ruf zu verpassen.
Hooligan haben früher dem Fußball heimgesucht, und ihm geschadet, jetzt sollen sie die Rechten erledigen.


Lorenz Dane:
31.10.2014, 10:51 Uhr

Ich muss zu beginn sagen, dass ich Ausländer bin und ich Köln geboren wurde. Ich habe mein ganzes Leben hier gelebt und meine Eltern sind zwar im Ausland (Italien) geboren, können aber beide unsere Sprache und sind seit 40 Jahren integriert in die Gesellschaft. Haben deutsche Freunde und pflegen offenen Kontakt zu unseren Nachbarn und Kollegen auf der Arbeit. Jetzt frage ich mich, warum darf ich, der sein Leben lang in Deutschland gelebt hat sagen: Alle Ausländer, die in dieses Land kommen mit dem Vorsatz es auszusaugen, sollen wieder gehen oder gar nicht erst rein. Die Jungs aus Köln am Wochenende egal ob Links oder Rechts verfolgen nicht immer die falsche Meinung, aber das Mittel der Kommunikation ist nicht das richtige. Umgedrehte Polizeiautos sind keine Grundlage um sich mit einem Problem auseinanderzusetzen. Ich bin nicht Rechts oder ähnliches, aber warum darf man als Deutscher nicht sagen, was einem in seinem eigenen Land stört. Wenn ich das als Ausländer sage, scheint das ok zu sein. Ich habe nach dem Abi und dem Studium gearbeitet und Zahle Steuern wie ihr. Ich hatte genauso wenig mit der dunklen Vergangenheit Deutschlands zutun wie ihr, doch bei euch wird es tabuisiert. Ich denke es muss mal ein Strich unter alles war war gemacht werden und einfach mal auf heute gesehen werden. Was war sollte nie wiederholt werden, doch darunter sollte heute keiner mehr Leiden, nur weil hier etwas sehr falsches geschehen ist. Von der Politik bis zur Gesellschaft sollte dieser Hebel im Kopf mal umgelegt werden.


Manfred Hessel:
30.10.2014, 19:28 Uhr

Das erinnert mich sehr an den Herbst 89 in Leipzig. Die damals schon mehr als linkslastige LVZ tönte ununterbrochen von " Randalieren, staatsfeindlichen Elementen und Provokateuren" und meinte dabei tausende Demonstranten, die es endgültig satt hatten.Dann bekamen die Linken flinke Füße. Der Rest ist bekannt.


Mathias Dumke:
29.10.2014, 20:41 Uhr

Hätte ich den Artikel als Leserbrief geschrieben, wäre er mit Sicherheit nicht veröffentlicht worden.

Das selbe gilt, wenn sich deutsche Bürger gegen die grenzenlose Flutung mit ausländischen "Facharbeitern" wehren, die dann per Jahresfrist zu Doppelpässlern mit Sippen-Nachzugsrecht ins deutsche Sozialsystem mutieren; dann wird uns Bürgern von "unseren" Volkszertretern geraten, sich gefälligst über die deutsche Müllkommenskültür zu informieren (irgendwie klemmen einige Buchstaben auf meiner Tastatur, aber sicher weiß jeder, was ich meine).


Hans-Joachim Nehring:
29.10.2014, 19:16 Uhr

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Was sich durch rot-grüne Politiker in Deutschland an falscher Einwanderungspolitik vollzogen hat und von der CDU gefördert worden ist, schreit gen Himmel. Wo Unvernunft regiert, da operieren radikale Gegenkräfte.
Auf Polizisten wird zwar eingeschlagen, gemeint sind aber die Politiker im Deutschen Bundestag, welche den Bezug zur Gesellschaft verloren haben und sich an Diäten und Nebenverdiensten ein reiches Leben gönnen.


Paul Georg:
29.10.2014, 15:55 Uhr

Wie einseitig die Medien zu dem - natürlich zu verurteilenden - gewalttäten Verhalten der Hooligans berichteten, konnte man in der gestrigen Ausgabe der Rhein-Sieg-Rundschau nachlesen. Danach wurden von den Demonstranten ausländerfeindliche Parolen skandiert. Original-Zitat: Salafisten raus! Damit ist also jeder, der sich gegen - ebenfalls extrem gewaltbereite und verfassungsfeindliche - Salafisten ausspricht, ausländerfeindlich! Welche Entgleisungen kann sich eine Zeitung eigentlich leisten, ohne dass ihre Leserschaft reagiert? Ich werde diese Zeitung jedenfalls nicht mehr kaufen!


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