Politkampf in der Fan-Kurve

Die Antifa erobert Fußballklub-Gemeinden − In Berlin erlitt sie jetzt einen Rückschlag

13.05.19

Der Chef der SPD-Jugend, Kevin Kühnert, macht mit seinen linksextremen Enteignungsplänen bundesweit Schlagzeilen. Auch in seiner Heimatstadt Berlin streitet Kühnert in einer Front mit dem Linksextremismus. Und dies in einem Gebiet, das vordergründig mit Politik nicht viel zu tun hat: dem Fußball.
Berlin hat eine große Fußball­tradition. Seit Gründung der Bundesliga 1963 gehörten ihr vier Berliner Vereine an. Hertha BSC mit Unterbrechungen ist seit der Gründung bis heute dabei. Tasmania (1965/1966) und Blau Weiß 90 (1986/87) je einmal, Tennis Borussia (kurz: TeBe) immerhin zweimal (1974/75 und 1976/77). Bis zur Spielzeit 1999/2000  spielte Tennis Borussia noch gelegentlich in der 2. Bundesliga, Danach ging es weiter abwärts. In früheren glorreichen Zeiten war dort Sepp Herberger erst als Spieler später als Trainer tätig.
In der fußballerischen Bedeutungslosigkeit wurde der Verein, der bis dahin bürgerliches bis großbürgerliches Klientel hatte (auf einem TeBe-T-Shirt stand provokant zu lesen: Westberliner Schnösel), vom linksextremen Milieu unterwandert und letztlich in Besitz genommen.
Ein enttäuschtes früheres Mitglied verabschiedete sich wie folgt: „Ein TeBe-Fan verabschiedete sich: Ich stelle mich nicht hinter Antifa-Fahnen und verkaufe auch keine Stadionhefte … wo RAFler als ,kämpfende RAF-Genossen‘ gelobt werden … Was sehr schade ist, denn auch ohne Politikquatsch war es immer Konsens bei TeBe, dass Diskriminierungen und Hools nicht geduldet werden. Für normales menschliches Verhalten brauche ich keine Politkommissare … alles wird durchideologisiert und das mit einer Selbstherrlichkeit, gegen die das päpstliche Dogma der Unfehlbarkeit blass erscheint.“
Auch der aktuelle Vorsitzende der Jungsozialisten Kühnert gehört zu den „aktiven Fans“ des Vereins. Schon vor einigen Jahren wurden Vereine wie der FC St. Pauli und Babelsberg 03 vom Antifa-Umfeld übernommen. Andernorts wurden linksextreme Unterwanderungen und die Okkupation der Fankurven abgewehrt. Beim früheren Bundes- und Zweitligisten Alemannia Aachen wollten Linksradikale das Stadion übernehmen. Aber die Fans des jetzt in der Regionalliga West spielenden Vereins ließen sich nicht aus dem Stadion drängen, die Antifaschisten gaben erst mal auf.
Auch bei TeBe fand die Antifa-Ära am 30. Januar 2019 nun offenbar ein Ende. Zwei Jahre zuvor hatte der Geschäftsführer einer Fitnessstudio-Kette Jens Redlich dem Verein einen sechsstelligen Betrag zur Vermeidung einer Insolvenz zur Verfügung gestellt und war gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrates geworden.
Am 30. Januar fanden Nachwahlen zum Aufsichtsrat statt. Die Kandidaten der „aktiven Fans“ fanden keine Mehrheit, was vermutlich an den zahlreichen Neumitgliedern gelegen haben mag, die Redlich unterstützten. Ausgerechnet Kühnert und sein Umfeld nahmen Anstoß daran, dass es sich dabei vornehmlich um Ausländer gehandelt habe. Das bisherige linke Fan-Umfeld von TeBe diente sich per Anzeige in der „Fußballwoche“ nun anderen Vereinen als neue Fans an. Nachdem Kühnert Redlich in der Öffentlichkeit angegriffen hatte, wehrte sich dieser auf Facebook: „Wenn abgebrochene Politikstudenten, die noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben, Menschen diskreditieren, ohne jemals Verantwortung übernommen zu haben, dann ist es schlecht um unser Land bestellt.“
Derweil hat sich Ehrenpräsident Heinz Pietsch (aus der Bundesligazeit) mit Redlich solidarisiert. Auch die Mannschaft steht hinter dem neuen Präsidium.     Frank Bücker


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