Rauschendes Fest auf der Lomse

Königsberger Regierung ließ sich Neues einfallen, um die Bürger bei Laune zu halten

24.07.19
Verkleidungen, Laufen auf Stelzen, künstlerische Darbietungen: Die Teilnehmer des Königsberger Stadtfests hatten trotz schlechten Wetters ihren Spaß Bild: J.T.

Beim diesjährigen Stadtfest in Königsberg hat sich die Stadtverwaltung etwas Neues einfallen lassen: Erstmals fand der erste Festtag auf der Lomse statt. Trotz des Regens fanden sich viele Besucher ein.

In diesem Jahr kann man das Königsberger Stadtfest als ungewöhnlich bezeichnen, fand es doch zum ersten Mal nicht in der Nähe des Hauses der Räte, sondern auf der Insel Lomse im Bereich des neuen Stadions statt, in dem die Spiele der Fußball-WM 2018 ausgetragen wurden. Da das Stadion nur zu Fuß zu erreichen war,  wurden Shuttle-Busse eingesetzt, die vom Europa-Einkaufszentrum abfuhren. Da es viel zu wenige waren, gab es einen regelrechten Ansturm darauf. Da die Busse nur bis 21 Uhr abends zur Insel fuhren, mussten diejenigen, die wegen des Feuerwerks bleiben wollten, anschließend zu Fuß zurücklaufen. Regnerisches und kühles Wetter sorgte insgesamt für eine düstere Atmosphäre.
Wegen des starken Regens mussten sich die Festgäste in Ständen und in Pavillons unterstellen. Dafür erfreute sich der Handel eines starken Interesses. Es gab eine Vielfalt an Waren: Holzschmuck, Kleidung, Haushaltswaren und Spielzeug. In der Nähe gab es das sogenannte Street Food Festival. Trotz des modischen Namens gibt es hier Altbekanntes: Bier, Donuts, Pommes, Döner, Fleischspieße und Burger.
Gegen Abend wurde auf der Bühne im Stadion ein Galakonzert gegeben. Gleichzeitig wurde der aktuelle Titel „Ehrenbürger von Kaliningrad“ vergeben. In diesem Jahr wurde Wladislaw Malachowskij, Professor an der heutigen Kant-Universität, Doktor der physikalisch-mathematischen Wissenschaften, der mit seinen 90 Jahren immer noch an der Universität lehrt, eine Gedenkmarke verliehen. So endete der erste Feiertag, und am zweiten Tag erwartete die Königsberger das Turnier „Königsberger Männer“, ein Wettbewerb im Blumenstraußwerfen und eine Parade von Familien mit Kinderwagen.
Am zweiten Tag der Stadtfeier wurde auch eine Fußgängerzone in der Hufenallee eröffnet. Starker Regen und frische Windböen begleiteten den Tagesbeginn. Im Laufe der Zeit besserte sich das Wetter jedoch leicht, und alle angekündigten Ereignisse fanden mit einer leichten Verzögerung statt. Es gab eine Parade von Musikorchestern, Prozessionen und sogar ein Rennen von Bräuten in ihren Hochzeitskleidern.
Auf der Bühne am Denkmal der Kosmonauten wurden derweil Ehepaare geehrt, die es bereits zwischen 30 und 60 Jahre miteinander ausgehalten haben. Während der Preisverleihung schuf ein Bildhauer auf der Bühne eine Eisfigur in Form eines Herzens. Gleichzeitig wurde in der Nähe des Denkmals der Kosmonauten ein Graffiti mit dem Bild des Kosmonauten Alexej Leonow fertiggestellt.
Bürgermeister Alexej Siluanow stellte das wie eine Losung aus alten Zeiten klingende Motto des diesjährigen Stadtfests vor:  „Stadt der glücklichen Menschen, Stadt des Friedens und der Freundschaft“. An diesem Tag gab es auch noch einen Wettbewerb im Laufen auf Stelzen über Kopfsteinpflaster, im Stadion „Baltika“ bewegten Schwergewichtler Autos, in der historischen Straßenbahn „Devau“ wurden Kinderzeichnungen ausgestellt.
In der Kniprodestraße fand eine Oldtimer-Parade statt und moderne,  im Unternehmen Avtotor montierte Pkw  wurden zur Schau gestellt. Sportbegeisterte verbrachten die Stadtfeier am Oberteich, wo ein Rennen über die Distanz von einer Meile stattfand.  
Die Feier ging im Park Luisenwahl zu Ende. Auf dem Konzert traten Illusionisten auf sowie die Popgruppe „Premierminister“ und örtliche Musikgruppen. Neu war, dass es auch am zweiten Tag des Stadtfests trotz knapper Kassen ein Feuerwerk gab.
    Jurji Tschernyschew


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Kommentare

sitra achra:
24.07.2019, 13:04 Uhr

Und wann zieht der Russki wieder aus deutschem Land ab? Hoffentlich recht
bald!


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