Riss durchs linke Lager

Spannung steigt: Wagenknechts »Sammlungsbewegung« startet am 4. September

08.08.18
Mischen die Politik auf: Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine Bild: action press

Mit verblüffenden Äußerungen zur Einwanderung fiel Sahra Wagenknecht schon auf. Jetzt will sie Ernst machen.

Der 4. September könnte als ähnlich gravierendes Datum in die neuere deutsche Parteiengeschichte eingehen wie der Gründungstag der AfD im Frühjahr 2013. Dann will die Linkspartei-Ikone Sahra Wagenknecht offiziell ihre neue linke „Sammlungsbewegung“ unter dem Motto „Aufstehen“ starten.
Wagenknecht ist in der Vergangenheit nicht bloß mit allerhand linken bis linksradikalen Ladenhütern der Wirtschafts- und Sozialpolitik aufgefallen. Zwar pries sie das „kubanische Modell“ ebenso wie den Kurs der sozialistischen Führung von Venezuela, die ihr Land in Chaos, Armut und Unterdrückung gestürzt hat. Das alles jedoch hatten ihr Medien und etablierte Politik kaum krumm genommen.
Was dagegen bereits für heftiges Aufsehen sorgte: Die 49-Jährige griff auch die Asyl- und Einwanderungspolitik an und nahm den EU-Zentralismus aufs Korn, den sie als im Kern undemokratisch geißelte. Damit verging sie sich an den heiligen Kühen der Globalisten von Union, SPD, FDP, Grünen und Linkspartei gleichermaßen.
Das besonders Schmerzliche für das etablierte linke Lager bestand darin, dass Wagenknecht mit ihrer Kritik einen himmelschreienden Widerspruch aufdeckte, der mit dem Auftauchen ihrer „Sammlungsbewegung“ in praller Öffentlichkeit diskutiert zu werden droht: Nämlich, dass unkontrollierte, möglichst zahlreiche Einwanderung unweigerlich auf den Arbeitsmarkt und den Sozialstaat drückt. Gerade Niedrigqualifizierte leiden unter dem ständigen Zufluss von neuer Konkurrenz von draußen, und die Mittel eines jeden Sozialstaats sind natürlicherweise begrenzt. Wer sie unbegrenzt der ganzen Welt zur Verfügung stellt, zerstört den Sozialstaat.
Nur mit lauten, aggressiven Dauerattacken „gegen Rechts“ samt Nazi-Vergleichen ist es den Altparteien bislang gelungen, diese zwingenden Zusammenhänge zu kaschieren. Der neuen linken Bewegung um Wagenknecht könnte es gelingen, jenes Phrasengespinst zu zerschlagen und klare Stellungnahme einzufordern. Dieser Disput dürfte von vielen in Deutschland mit Spannung erwartet werden.
Andererseits monieren Beobachter, dass die Frage nach Nationen, Grenzen und Identitäten in dem, was aus der „Sammlungsbewegung“ bislang zu hören sei, weit gedämpfter klinge als das, was Wagenknecht und ihr Mann und politischer Weggefährte Oskar Lafontaine dazu schon geäußert hätten. Sollten die linken Bewegungs-Pioniere jedoch ausgerechnet in diesem entscheidenden  Problemfeld zurück ins etablierte linke Lager treten, können sie eigentlich auch gleich wieder einpacken. Das aber wäre kaum nach Wagenknechts Geschmack und ist daher eher nicht zu erwarten.
    Hans Heckel


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Kommentare

Jim Becker:
14.08.2018, 13:06 Uhr

Ich würde auf jeden Fall allen Patrioten empfehlen, auf den Seiten (Facebook, twitter & die Netzseite) dieser Bewegung zu sagen, was wir über die Asyl- und Einwanderungspolitik denken. Es kann ja nicht schaden, dieser "Bewegung" etwas Feuer unterm ... zu machen :-)


Michel Deutsch:
10.08.2018, 17:09 Uhr

Wer die Linken kennt, weiß, dass sie einander nicht grün sind. Die Geschichte der Linken, von Stalinisten über Maoisten, SED, Stamokap, SPD und der Die Linke, ist eine Geschichte der Verbrechen und des "Bruderkampfes.
Die Linke hatte die einmalige Chance aus den Dunstkreis der Mauermörderpartei SED heraus zu kommen. Selbst das hat sie vergeigt. Die kommunistischen Sektierer der West-BRD dominieren diese Partei; sie ist antinational und kapitalismusfreundlich. Warum diesem Haufen zuzumuten, sie würden unter Wagenknecht ein Hort des Fortschritts sein? Nur weil Frau Wagenknecht mehrmals etwas zutreffendes gesagt hat? Auch ein blindes Huhn findet einmal ein Körnchen und wird damit nicht Oberhahn der Federtruppe. Es mag misslingen!


Dietmar Fürste:
8.08.2018, 15:48 Uhr

Wagenknecht und Lafontaine sollte klar sein, dass ihre Sammlungsbewegung nur eine Chance haben wird, wenn beide eindeutig zur jüngsten Veröffentlichung von Frau Barbara John (CDU) im Berliner Tagesspiegel Stellung nehmen!

Diese hatte erklärt, die Deutschen sollten keine Angst davor haben, bald in der Minderheit zu sein:
"Der Trend zum rasant wachsenden Migrantenanteil ist nicht umkehrbar“, stellte John klar.
Als ehemaliger Ausländerbeauftragten muss Frau John unterstellt werden, das auch sie für diese Entwicklung mit verantwortlich ist, sie mit gestaltet und gefördert hat, um sie heute als "alternativlos" zu verkünden.

Ihren offenkundigen Beifall zur baldigen Minderheitsrolle der Deutschen im eigenen Heimatland verklärt John dann mit Beispielen, wie gut dies doch angeblich schon anderswo in Europa funktionieren würde und ignoriert damit bewußt die fatalen Folgen des unkontrollierten Zustroms eben auch von Kriminellen, Glücksrittern, Analphabeten und wahnhaft religiösen Terroristen, z.B. in Schweden, in Brüssel, Paris, Berlin und anderswo.

Nach meiner Erinnerung hat sich noch niemand getraut, den eigenen Mitmenschen eine solch zynische Botschaft so unbekümmert wohlmeinend und direkt zu präsentieren.
Wieviel Verachtung für das eigene Volk, seine Nation und Werte, seine Geschichte und sein Lebenswille die ehemalige Grundschullehrerin John damit ausdrückt, ist wahrlich einmalig.

Wagenknecht und Lafontaine können diesen Akt von beleidigender Herabwürdigung all dessen, was unsere Kultur und die Liebe zu unserer Heimat, unser Wille zur freien Selbstbestimmung in einem demokratischen Rechtsstaat und zum Bestand unserer Nation ausmachen.

Solange zu allen wesentlichen Entscheidungen in den letzten Jahren keine einzige Volksbefragung stattfand, solange muss den Altparteien der Verwurf gemacht werden, die Demokratie erstickt zu haben, indem sie sich den Staat zur Beute gemacht und das Kanzleramt zu ihrer Neo-Monarchie erhoben haben. Leider gänzlich ohne einen aufgeklärten Monarchen.


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