Schlossherren gesucht

In Brandenburg stehen mehrere Adelssitze zum Verkauf

17.05.19

Der Landkreis Märkisch-Oderland sucht einen Käufer für das ehemalige preußische Königsschloss Freienwalde. Als derzeitiger Eigentümer ächzt der Kreis unter den Kosten. Zum Schloss gehört ein zehneinhalb Hektar großer Park. Gelegen ist der zweistöckige Bau mitten in der Stadt Bad Freienwalde. Friederike Luise von Hessen-Darmstadt, Gemahlin von König Friedrich Wilhelm II., ließ es sich im Stil des preußischen Klassizismus 1798 vom Architekten David Gilly als Sommerresidenz erbauen.
In einem Gutachten wird der Wert samt Nebengebäuden mit 330000 Euro angegeben. Allerdings besteht erheblicher Investitionsbedarf. Im Frühjahr hat der Landkreis eine europaweite Ausschreibung gestartet. Inzwischen haben elf Kaufinteressenten aus ganz Deutschland einen Antrag gestellt, sich an dem weiteren Ausschreibungsverfahren beteiligen zu dürften. Bei der Vergabe ist für den Landkreis das Konzept des Käufers und nicht der Kaufpreis ausschlaggebend. Tatsächlich erwartet den Käufer eine anspruchsvolle Aufgabe, die über die Erhaltung des Bauwerks weit hinaus geht. Der Landkreis erwartet auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Kurstadt und dass der große Schlosspark weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt.
Ein Käufer wird zudem ein ganz besonderes historisches Erbe berücksichtigen müssen. Im Schloss bestehen seit der Wende eine Gedenkstätte und auch eine Rathenau-Bibliothek. Der Industrielle Walter Rathenau hatte das seinerzeit leer stehende Anwesen 1909 erworben und ließ es sanieren. Rathenau nutzte das Preußenschloss bis zu seinem Tod im Jahr 1922. Nachkommen des ermordeten Außenministers schenkten das Anwesen dem damaligen Landkreis Oberbarnim unter der Bedingung, dass dieser das Andenken an den Unternehmer und Politiker Rathenau bewahrt.
Das ehemalige Königsschloss ist nicht das einzige Schloss in Brandenburg, für das ein neuer Eigentümer gesucht wird. Laut einem Bericht des RBB werden derzeit vier ehemalige Adelssitze zum Verkauf angeboten, die bislang der Brandenburgischen Schlösser GmbH  gehören. Dabei soll es sich um Schloss Dahlwitz-Hoppegarten, Schloss Diedersdorf bei Seelow, Schloss Reichenow und Steinhöfel handeln. Die Landsitze sind in den letzten Jahren mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert worden.        N.H.


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