Schutz für illegale Aktion

19.01.20

Von Vera Lengsfeld

Im rot-rot-grün regierten Berlin werden in der nach oben offenen Peinlichkeitsskala immer neue Höhen erklommen.
Stellen Sie sich einen Augenblick vor, nicht Philipp Ruch, sondern Björn Höcke wäre mit seinen Mannen ausgeschwärmt und hätte in Vernichtungslagern und Massen-Hinrichtungsstätten Asche und Knochensplitter aus den Gräbern entnommen, sie in Glaswürfel gepresst und für 50 Euro an seine Anhänger vertickt. Höcke und seine Mannen hätten auf dem Gelände der Kroll-Oper eine Säule mit dieser Asche im Inneren errichtet und das Kunst genannt. Der Aufschrei von Politik und Medien wäre welterschütternd gewesen. Die Säule wäre umgehend entfernt, die Glaswürfel beschlagnahmt, Polizei und Staatsanwaltschaft in Marsch gesetzt worden. Die Forderung nach Höchststrafe wäre laut geworden.
Aber es waren ja die sogenannten „Künstler“ vom Zentrum für politische Schandtaten, die auf die schamlose Idee gekommen sind, die Totenruhe der von ihren Großvätern Ermordeten zu stören und deren Asche für ihre politische Propaganda zu missbrauchen. Zwar gab es heftige Gegenreaktionen – die Ruch-Truppe musste sich entschuldigen, die Asche aus der Säule Rabbinern übergeben – aber von wirklicher Einsicht oder gar Reue keine Spur. Ohne Genehmigung wurde die Säule einbetoniert, eine Aufforderung der Behörden, bis zum 20. Dezember die Installation zu entfernen, missachtet.
Weil die Behörden in Berlin nicht mehr willens sind, ihre Anweisungen durchzusetzen, schritt der Enkel eines in Auschwitz ermordeten Juden, Eliyah Havemann, zur Tat. Er gründete ein Aktionskünstler-Komitee und schritt zur Demontage der Säule. Leider kam er nicht weit. Ruch rief die Polizei, die tatsächlich herbeieilte, um seine illegale Installation zu schützen. Sie steht weiter als Symbol für zementiertes Unrecht in Berlin.


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