Selbst Tiervergleiche sind willkommen

Westliche Berichterstattung über den Absturz der MH-17 ist offenbar häufig gezielte Manipulation

31.07.14
Sieger mit Trophäe? Was zahlreiche Medien Glauben machen wollten, wird durch ein Video im Internet widerlegt. Fassungslos und den Tränen nahe sammelte dieser Separatist das Kuscheltier zuvor aus den Trümmern. Bild: Reuters

Während eine Mehrheit der Deutschen sich lange Zeit gegen Sanktionen gegen Russland aussprach, hat sich der Wind inzwischen gedreht. Nach dem Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs über der Ostukraine befürworten 52 Prozent schärfere Sanktionen, selbst wenn dies den Verlust „vieler Arbeitsplätze“ in Deutschland bedeuten würde, so das Ergebnis einer Umfrage von TNS-Infratest, die kürzlich im Auftrag des „Spiegel“ durchgeführt wurde.

Schaut man darauf, was in der Berichterstattung zu dem Abschuss des Flugzeugs auftaucht oder weglassen wurde, dann spricht vieles dafür, dass wichtige Medien den Stimmungsumschwung regelrecht herbeigeschrieben und herbeigesendet haben. Von Anfang an ein Standardvorwurf war das Agieren der prorussischen Rebellen am Absturzort. So bemängelte etwa der „Spiegel“, „die Separatisten, die das Gebiet um die Absturzstelle kontrollieren, gingen ... völlig unsachgerecht mit den Beweisstücken um“.
Ganz anders hört sich die Einschätzung des Forensikers Peter Van Vliet gegenüber der BBC an: „Ich glaube, sie haben an einem Höllenplatz eine höllisch gute Arbeit geleistet“, so der Chef der niederländischen Expertengruppe an der Absturzstelle. Welche Bedingungen dort geherrscht haben, wurde inzwischen vom ORF-Journalisten Christian Wehrschütz eindrucksvoll dargestellt. Vom „Ö1“-Moderator mit der tendenziösen Frage konfrontiert, ob der würdelose Umgang mit den Opfern nun vorbei sei, folgte ein Vor-Ort-Bericht, der vieles bisher Gehörte und Gelesene in Frage stellte: „Ich kann dem amerikanischen Außenminister Kerry zum würdelosen Umgang mit den Leichen nicht folgen und ich kann hier auch nicht von einem würdelosen Umgang mit den Opfern sprechen“, so der ORF-Journalist. „Wir hatten hier Temperaturen von 30 Grad, wir hatten dann Regen. Würdeloser wäre gewesen, die Leichen dort liegen zu lassen. Man hat gesehen, dass Fliegen, Hunde und andere Tiere bereits begonnen haben, sich zu bedienen.“ Angesprochen darauf, warum forensische Experten aus dem Ausland nur zögerlich die Arbeit aufgenommen hätten, folgte eine ernüchternde Einschätzung: „Natürlich ist hier viel Politik im Spiel, weil man das natürlich maximal ausschlachten möchte. Die Rebellen sind ganz einseitig die Bösen, die Ukrainer sind die ganz Guten. Das Problem ist, dass es hier weder Gute noch Böse gibt, sondern nur mehr oder weniger Böse.“ Derart unparteiische Berichterstattung ist in Sachen MH17 leider die Ausnahme geblieben.
Weitaus häufiger waren Bemühungen erkennbar, gezielt Stimmung zu machen. Geradezu im Stil des DDR-Chefpropagandisten Karl-Eduard von Schnitzler lief ab, was sich einige Medien mit dem Bild eines Rebellenkommandeur an der Absturzstelle geleistet haben. Präsentiert wurde das Foto eines Mannes, der ein vom Trümmerfeld der MH-17 aufgesammeltes Stofftier scheinbar wie eine Trophäe hochhält. Die suggerierte Botschaft: Die prorussischen Separatisten feiern den Abschuss und verhöhnen die Opfer. Der „Spiegel“ sah in einer Kolumne „betrunkene Gorillas, die sich zwischen Kinderleichen so aufführen, als seien sie auf einer Kirmes“, am Werk, um kurzerhand Präsident Wladimir Putin und mit ihm ganz Russland einen „wahnhaften Wirklichkeitsverlust“ zu attestieren. Auch beim WDR war sich ein Kommentator nicht zu schade, auf den von der Kiewer Regierung geprägten Vergleich der Separatisten mit Tieren zurückzugreifen.
Wie weit einigen Medienvertretern dabei in journalistischer Hinsicht sämtliche Sicherungen durchgebrannt sind, wird bei einem Blick ins Internet deutlich. Dort ist ein mehrminütiges Video zu finden, aus dem das Standfoto in offenbar manipulativer Absicht herausgenommen wurde. Zu sehen war dort, dass der Rebell an der Absturzstelle kaum fassen kann, was er sieht. Den Tränen nahe, zeigt er das aufgesammelte Stofftier anwesenden OSZE-Beobachtern und fordert eine Aufklärung des Flugzeugunglücks von neutraler Seite. Kaum ins gezeichnete Bild von „Putins betrunkenen Gorillas“ passt auch das an der Absturzstelle abgehaltene Gebet. Auf das Internet angewiesen waren oft auch die Nutzer etablierter Medien, die eine kritische Berichterstattung zu dem vermissen, was als vermeintliches Beweismaterial vorgelegt wurde. Taucht neues Material auf, das Russland oder die prorussischen Separatisten scheinbar belastet, dann sorgt dies regelmäßig für Schlagzeilen. Entpuppen sich die Vorwürfe später als heiße Luft, so ist dies oftmals nicht einmal eine Kurzmeldung wert. So waren es bezeichnenderweise Internet-Blogger und nicht die etablierten Medien, die ein Hauptbelastungsargument Washingtons zerpflückt haben. Das Foto eines vermeintlichen Abtransports eines Raketenfahrzeugs nach Russland, das tagelang als Beweis herhalten musste, konnte plausibel nachvollziehbar einer Gegend zugeordnet werden, die seit Mai von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliert wird und 80 Kilometer westlich der Absturzstelle liegt. Norman Hanert


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Kommentare

egon sunsamu:
7.08.2014, 10:23 Uhr

Die zwangsfinanzierten sogenannten Qualitätsmedien erfüllen den feuchten Traum von einem gewissen Josef Goebbels. Als Chefpropagandist und politischer Lügner wäre er heute hoch erfreut, was die staatlich geförderten und von den Parteien gelenkten Medien heute in Buntland "leisten"...


peter 789:
3.08.2014, 12:00 Uhr

Und am meisten ärgert es, dass sich die durch Zwangsgebühren finanzierten Mainstream-Medien einen Dreck um Objektivität kümmern.


Marco S.:
1.08.2014, 18:29 Uhr

Und wie war das mit dem "Beweis", den die USA hervorzauberten, als es darum ging, den Irak zu überfallen? Erst viel später wurde zugegeben, dass die Bilder von den Vernichtungswaffen Saddams gefälscht waren. Aber da waren bereits Tatsachen geschaffen. Ähnlich ist es jetzt wieder. Es werden Bilder gezeigt von russischen Militärverbänden, welche angeblich auf ukrainisches Gebiet schießen. Warum kommen die Bilder aber erst ca. 10 Tage nach dem eigentlichen Beschuss? Und weiß Putin etwa nicht, dass man heutzutage alles und jeden beobachten kann? (ach nein, der hat ja keine Ahnung von Geheimdienstarbeit und militärischer Aufklärung) Stammen diese Satellitenaufnahmen nicht eher von dem von den Russen abgehaltenen Manöver vor einigen Monaten und werden jetzt für Propagandazwecke missbraucht? Der Einzige Gewinner ist und bleibt Amerika. Die über viele Jahre aufgebauten Wirtschaftskontakte werden, gesteuert von den USA, zerstört und zwischen den Völkern wird Hass gesät. Aber sorgt euch nicht, Amerika (das total überschuldete und die Menschenrechte missachtende Land) steht euch Europäern bei. Wir lassen euch nicht im Stich. Im Übrigen könnt ihr ja auch unser Gas kaufen, wir haben dank Fragging soviel davon, dass wir euch gerne davon etwas abgeben (meinte: verkaufen) werden. Und das Europa-Regime folgt brav. Genauso fangen Kriege an - Wir sind die Guten! Tot allen Feinden der "Demokratie"! Koste es, was es wolle!


Ekki Werner:
31.07.2014, 14:24 Uhr

" ... um kurzerhand Präsident Wladimir Putin und mit ihm ganz Russland einen „wahnhaften Wirklichkeitsverlust“ zu attestieren. ..."

In der Psychiatrie nennt man dieses Phönomen Projektion, in der Politik Propaganda.

Der Sturz einer gewählten Regierung mit DIREKTER Unterstützung durch den Westen.

Die "Wahl" einer ukrainischen "Regierung", bei der man sich zwischen drei Faschisten und einem korrupten Oligarchen (der vom Westen komplett abhängig ist) entscheiden konnte. Das Ganze unter Ausschluss der russischen Bevölkerung.

Die Liste wäre praktisch beliebig erweiterbar.

Die marionettenhaften Phrasen westlicher Politiker zu den Geschehnissen in der Ukraine lassen befürchten, dass der Welt das Schlimmste noch bevorsteht.


Rolf Zims:
31.07.2014, 07:02 Uhr

Unterstellt, daß Europa das Aufmarschgebiet für einen weiteren großen Krieg ist und die EU hierin eine wesentliche Zweckerfüllung hat und weiterhin unterstellt, daß die Ukraine die Aufgabe hat vergleichbar der Polens im zweiten Weltkrieg, versteht man die Kriegshetze der in diese Zielsetzung eingebundenen Systemmedien, allen voran der SPIEGEL, der Jahrzehnte seine Leser mit pseudointellektuellem Spielmaterial gefüttert hat.


Rainer Sebald:
31.07.2014, 05:08 Uhr

Ein guter Bericht,nur leider ist den von CIA gesteuerten "Qualitätsmedien" an der Wahrheit nicht gelegen.Sie wollen KRIEG IN EUROPA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Es soll die Bevölkerung darauf eingeschworen werden.Ich weiß nicht mehr was ich dazu sagen soll, nur das die Medien und die Politker in Deutschland in Kriegsverbrechericher Absicht handeln liegt wohl bei jeden klar denkenden Menschen auf der Hand.


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