Sklaven der Zukunft

Französischer Autor Eric Zemmour wegen Islamkritik unter Druck

17.10.19

Einer der bekanntesten Autoren Frankreichs, Eric Zemmour, selbst algerisch- jüdischer Herkunft, wird wegen seiner islamkritischen Äußerungen bei einem Kongress von Wertekonservativen „Aufstachelung zum religiösen Hass“ vorgeworfen.
Die französische Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen „Aufstachelung zum religiösen Hass oder Gewalt“ gegen Zemmour aufgenommen. Der Vorwurf richtet sich gegen Äußerungen, die Zemmour als Starredner auf einem Kongress der wertkonservativen Bewegung von Marechal Le Pen Ende September gemacht hatte. Auf diesem „Konvent der Rechten“ bezeichnete der Schriftsteller unter anderem muslimische Einwanderer als die neuen „Kolonisierer“ Europas. Er belegte dies mit einer immer stärker werdenden Präsenz des Islam auf öffentlichen Plätzen. Er sprach von einer „Islamisierung der Straße“ in Frankreich, und dies, obwohl Frankreich ein säkulares und laizistisches Land wie kein anderes auf der Welt sei. „Alle unsere durch die Einwanderung verschärften Probleme werden durch den Islam noch einmal verschärft“, sagte Zemmour in seiner Rede, die vollständig von dem Sender TF1 ausgestrahlt wurde. Er zitierte auch den Schriftsteller Renaud Camus, Theoretiker der „großen Umvolkung“ der weißen und christlichen Bevölkerung durch eine muslimische Einwandererbevölkerung. „Ihr seid die Sklaven der Zukunft, die neuen Indianer, die durch Asylsucher und illegale Einwanderer verdrängt werden“, rief er seinen perplexen und konsternierten Zuhörern zu.
Von öffentlicher Regierungsseite und dem Journalistenverband wurde Druck ausgeübt auf die Zeitung „Figaro“ und den Sender RTL, bei denen Zemmour als Journalist unter Vertrag stand, ihn zu entlassen. Der „Figaro“ hatte Zemmour bereits 2009 ein erstes Mal entlassen, er behielt aber eine Kolumne im „Figaro-Magazin“. Seit damals wuchs jedoch die Popularität des einst linken Journalisten, der 1981 noch zusammen mit dem Sozialisten Mitterand im intellektuellen Milieu auf Stimmenfang gegangen war.
Seit einigen Jahren hatte er eigene Sendungen in verschiedenen Sendern und wurde dort zu einem der eindringlichsten Warner vor dem wachsenden Einfluss des Islam in Frankreich und in Europa. Auch seine Bücher, darunter „Mélancolie française“ (2010) oder „Le Suicide français“ (Selbstmord Frankreichs, 2014), wurden Bestseller. Zemmour ist der Sarrazin Frankreichs geworden, der eine ähnliche politische Kehrtwende vollzogen hat wie dieser. Zemmour wirkt jedoch authentischer, weil er selbst als Kind von jüdischen Einwanderern aus Algerien die Szene aus eigener Erfahrung kennt. Mit seinen provozierenden Äußerungen ist Zemmour nicht zum ersten Mal in Konflikt mit der Staatsmacht geraten. Nach den Pariser Attentaten von 2016 sorgte seine sarkastische These, man müsse „Molenbeek bei Brüssel bombardieren, wenn man die Terroristen treffen wolle, und nicht Rakka im fernen Syrien“, für Aufsehen. Aus Molenbeek stammten die meisten Attentäter von Paris.     Bodo Bost


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Kommentare

Hans Gliese:
17.10.2019, 14:46 Uhr

Statt ständig "Islamophobie", "Volksverhetzung", "Rassismus" herbeizureden wäre es ehrlicher und zielführend, zu beweisen, was an der Sorge und den täglichen Feststellungen vieler Menschen denn falsch ist. Aber das ist halt nicht möglich und deshalb die Beschimpfungen. Armselige Geister!


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