Steinbach tritt nicht mehr an

09.07.14

Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, hat angekündigt, bei den Neuwahlen zum BdV-Präsidium im November nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Die CDU-Bundestagsabgeordnete steht seit 16 Jahren an der Spitze des BdV. Dies seien Jahre gewesen, so Steinbach in einer Presseerklärung, in denen es gelungen sei, „gemeinsam wichtige Weichen für den BdV und für Deutschland“ zu stellen. Als Beispiele nennt sie die Gründung der „Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen“ und sichtbare Erfolge auf dem Weg zur Einführung eines bundesweiten Gedenktages für die deutschen Heimat- vertriebenen. Nun sei es, so Steinbach, an der Zeit, „das Amt in andere Hände für neue Herausforderungen zu legen“.
Als Vertriebenenpolitikerin war Steinbach immer wieder Anfeindungen seitens der Vertreiberstaaten ausgesetzt und wurde bisweilen in deren Medien geradezu dämonisiert. So wurde ihr vorgeworfen, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges umdeuten, die Deutschen von ihrer historischen Schuld entlasten zu wollen und „ausschließlich negative Gefühle in den deutsch-polnischen Beziehungen“ auszulösen. Den Vorwurf, sie sei, da 1943 im damaligen Reichsgau Danzig-Westpreußen geboren, eine „falsche Vertriebene“, parierte sie schlagfertig mit dem Ausspruch, man müsse „kein Wal sein, um sich für Wale einzusetzen“. Insbesondere in Polen wird ihr Rückzug vom Amt der BdV-Präsidentin nun als „für Warschau gute Nachricht“ regelrecht gefeiert.
Das BdV-Präsidium hat beschlossen, den bisherigen Vizepräsidenten Bernd Fabritius als Steinbachs Nachfolger vorzuschlagen. Der 49-jährige CSU-Bundestagsabgeordnete Fabritius ist Siebenbürger Sachse und gilt als in der deutschen und europäischen Politik hervorragend vernetzt.    J.H.


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Kommentare

Andreas Müller:
11.07.2014, 10:24 Uhr

Man muss mit Frau Steinbach nicht immer einer Meinung sein,
aber,
im Gegensatz zu den vielen anderen Holzköpfen und Mitläufern, hat sie sich NIE von Kohl und Merkel den Mund verbieten und vor den Wagen spannen lassen.


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