Sultan verschärft Scharia

18.04.19

Banda Seri Begawan – Der Sultan von Brunei, Hassanal Bolkiah, hat in seinem ostasiatischen Ölsul­tanat die Scharia verschärft. Bei gleichgeschlechtlichem oder außerehelichem Geschlechtsverkehr, Vergewaltigung, Ehebruch, Raub und Beleidigung des Propheten Mohammed droht nun die Todesstrafe durch Steinigung. Diebstahl wird mit Amputationen bestraft. In seinen frühen Jahren hätte das dem einst sehr freizügig lebenden Monarchen selbst die Todesstrafe eingebracht. Auf seine alten Tage jedoch ist der 72-Jährige Anhänger einer immer konservativeren Auslegung des Islam, der Staatsreligion in seinem Land, geworden. Er ist nicht nur Staatsoberhaupt sondern auch Regierungschef, Finanz-, Außen- und Verteidigungsminister, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und oberster Hüter des Glaubens in seinem Land. Hier sind knapp 80 Prozent der nur 420000 Einwohner Muslime. Die Verschärfung des Strafgesetzbuches, die in etwa der von Saudi-Arabien und den Golfstaaten entspricht, schockiert die Menschenrechtler in aller Welt. „Wir tun das nicht zum Spaß", kontert der Sultan. Er wolle „lediglich Allahs Befehle aus dem Koran befolgen“. Während Stars wie George Clooney oder Elton John zum Boykott von Hotel-Ketten und Firmen im Besitz des Sultans aufrufen und damit ein weltweites Echo erzielen, gibt es auch Stimmen, die befürchten, dass der Sultan durch die Aufmerksamkeit unter Druck geraten könnte, seine Gesetze auch tatsächlich konsequent umzusetzen. Der seit 1967 regierende Sultan ist einer der reichsten Menschen der Erde, der seine Untertanen mit Geld ruhiggestellt. Niemand zahlt Steuern, Bildung und Gesundheitsversorgung sind kostenlos. Doch ihm könnte bald das Öl ausgehen. Versuche, die Wirtschaft zu diversifizieren, gibt es kaum. Und dem unterent­wicklelten Tourismus dürften die Scharia-Verschärfungen auch nicht auf die Beine helfen.    B.B.


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