Tatsächliche Werte der AfD höher, als in Umfragen ermittelt

13.05.16

Umfragen kündigen für die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern eine politische Sensation an. Denn wie das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap ermittelte, konnte die AfD in Meck­lenburg-Vorpommern in der Wählergunst deutlich zulegen. Ermittelt wurde eine Zustimmung von 18 Prozent. Eine Umfrage des Instituts INSA hatten für die AfD im Februar noch gut zwei Prozentpunkte weniger prognostiziert. Bereits die jetzt ermittelten 18 Prozent würden die AfD in dem nordostdeutschen Bundesland nach CDU und SPD zur drittstärksten Partei machen. Wie von Infratest dimap ermittelt wurde, droht der CDU in Mecklenburg-Vorpommern ein Absturz des Stimmenanteils von 29 auf 24 Prozent. Ein Debakel kündigt sich für die SPD an: Bei den letzten Landtagswahlen im Jahr 2011 noch mit 35,6 Prozent die stärkste Partei im Schweriner Landtag, werden für die Sozialdemokraten nur noch magere 22 Prozent vorhergesagt. Die Linke würde drei Punkte einbüßen und auf 16 Prozent fallen.
In den ermittelten Zahlen steckt eine hohe politische Brisanz. Wie sich vor allem bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt deutlich gezeigt hat, ist auf die Wahlumfragen nämlich nur noch bedingt Verlass. Ermittelt wurden für die AfD im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nämlich Werte, die je nach Umfrageinstitut zwischen 17 und 19 Prozent lagen. Abgeschnitten hatte der politische Neustarter am Wahlsonntag dann aber gut fünf bis sieben Punkte höher. Wiederholt sich das in Sachsen-Anhalt aufgetretene Phänomen, dann könnte die AfD bei der Wahl am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern erstmals zur stärksten Partei in einem deutschen Landtag werden. Die im April ermittelten 18 Prozent zuzüglich fünf bis sieben Prozentpunkte Abweichung von den Umfragewerten würden die AfD nämlich in einen Bereich von 23 bis 25 Prozent bringen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dürften sich die Altparteien vermutlich an dem orientieren, was mittlerweile in Magdeburg zustande gekommen ist: eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen.
Tatsächlich besteht sogar eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass der „Sachsen-Anhalt-Effekt“ bei den Wahlen im September noch einmal für eine politische Überraschung sorgen wird. Vermutet wird nämlich inzwischen, dass es sich um eine generelle Erscheinung handelt, dass bei Umfragen die Wählerpräferenz für die AfD nicht realistisch ermittelt wird. Als mögliche Erklärung wird inzwischen vermutet, dass ein Teil der Umfrageteilnehmer zögert, fremden Personen am Telefon ihre tatsächlichen Wahlpräferenzen für eine sogenannte „rechtspopulistische“ Partei mitzuteilen.
Politisch spannend dürfte es vor diesem Hintergrund auch in Berlin werden. Für die Abgeordnetenhauswahlen, die für den 18. September angesetzt sind, sieht die jüngste Umfrage von Infratest dimap die AfD bei 13 Prozent. Auch die Werte, die Infratest dimap für die Berliner SPD vorgelegt hat, sprechen wie schon in Mecklenburg-Vorpommern für einen Einbruch bei den Wahlchancen der Sozialdemokraten. Sah eine Forsa-Umfrage die Berliner SPD im Januar noch bei 29 Prozent, so wurden jetzt von Infratest dimap nur noch 23 Prozent ermittelt. Ähnlich wie in Schwerin könnte es im Herbst somit auch in Berlin auf eine schwierige Regierungsbildung hinauslaufen.    N.H.


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Kommentare

reiner tiroch:
7.09.2016, 20:25 Uhr

seitdem es die AFD gibt, schießen alle Parteien, Forsa und co. gegen die AFD. bisher war es immer so, dass deren Werte um 5% nach unten geprügelt wurden, aber die 1,3% Partei der gelben immer auf 7% gehoben wird. die dramatischen Abstürze seit januar der Regierungsparteien landen immer bei den bestellten 35% was inzwischen kein Bürger mehr glauben kann. es ist ein böses Erwachen der korrupten, hinterlistigen, verkommenen und verlogenen Politiker sonst nix!


Andreas Müller:
13.05.2016, 13:27 Uhr

Wenn die breite Deutsche Öffentlichkeit erfährt,

dass die UNO per Resolution künftig Deutschland mit bis 5 Mio. JÄHRLICH!!!
"Flüchtlingen" fluten will

und das beim Schlafmichel bewusst wird, brechen wohl alle Dämme mit diesen willfährigen Begrüßungsklatschern und vorauseilenden Regierungskadavergehorsam Schluß zu machen.
Ich sach nur:
ABWÄHLEN!!!


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