Teurer Köder für Inder

17.11.19

Obwohl China längst eine Wirtschaftsmacht ist, zahlt Deutschland immer noch 630 Millionen Euro Entwick­lungshilfe an Peking. Jetzt will Bundeskanzlerin Angela Merkel auch noch eine Milliarde Euro zusätzlich für den zweiten asiatischen Tigerstaat, Indien, lockermachen.
Merkels vierter und womöglich letzter Besuch als Kanzlerin in Indien war ihr bei Weitem spendabelster. Einen Koffer mit einer Milliarde Euro zusätzlicher Entwicklungshilfe stellte die Kanzlerin der siebtgrößten Wirtschaftsmacht der Erde in Aussicht. Dabei leben in der größten Demokratie der Welt auch viele der Superreichen dieses Planeten wie Mittal oder Tata, aber zugleich auch weltweit die meisten Menschen in absoluter Armut.
Jeder fünfte Inder besitzt weniger als umgerechnet 1,80 Dollar pro Tag. Ob die deutsche Ent­wicklungshilfe etwas am Hauptproblem Indiens, der ungleichen Verteilung des Wohlstandes infolge des Kastensystems, ändern kann, ist jedoch mehr als unwahrscheinlich.
Bei ihrem wohl letzten Indienbesuch wollte die Kanzlerin bei ihrem Amtskollegen Narendra Modi, der sie als persönliche Freundin bezeichnete, einen guten Eindruck hinterlassen. Modi, der 2014 ins Amt gewählt und dieses Frühjahr wiedergewählt wurde, vertritt eine hindunationalistische Politik nach innen und gleichzeitig eine wirtschaftsliberale Öffnung nach außen.
Viele Analysten halten einen solch antagonistischen Kurs für gelinde gesagt, kontraproduktiv. Dafür soll es jetzt eine Milliarde Euro zusätzlich geben. Dies ist allein schon angesichts der Militärausgaben Indiens von mehr als 66 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 (Quelle: statistika.com) eine Farce. Das Geld soll vor allem für grüne, kohlendioxidarme, nachhaltige urbane Mobilität, Infrastrukturverbesserung und grüne Energie verwendet werden.
Obwohl Delhi einen Spitzenplatz in der Rangliste der am ärgsten verpesteten Städte der Welt belegt, ist auch diese Investition wenig zielführend, wenn nicht gleichzeitig Maßnahmen gegen das hohe Bevölkerungswachstum, die Mutter aller Übel, ergriffen werden.
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern hätten zwar zugenommen, „könnten aber noch intensiver sein“, so die Kanzlerin. Für Deutschland steht Indien als Handelspartner nur auf Platz 26. Das bilaterale Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr 18,2 Milliarden Euro, bei einem Handelsüberschuss von deutscher Seite.
Rund 1800 deutsche Firmen sind in der deutsch-indischen Handelskammer organisiert. Die Handelskammer soll nach dem neuen deutschen Fachkräfte-Einwanderungsgesetz gemeinsam mit den Visa-Stellen der Botschaften neue Fachkräfte für Deutschland rekrutieren. Dafür ist zunächst einmal eine Aufstockung der indischen Studentenzahlen in Deutschland geplant.
Aus Indien soll das Gros dieser Fachkräftezuwanderung kommen. Gegenüber der Asylsucherzuwanderung aus Indien, die bei etwa anderthalbtausend pro Jahr liegt, ist die Fachkräftezuwanderung jedoch eine Zuwanderung zweiter Klasse, sie ist auf die Gültigkeit des Arbeitsvertrages befristet und ohne Rundumsozialversorgung wie bei der Asylzuwanderung. Bodo Bost


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Kommentare

Siegfried Hermann:
17.11.2019, 11:12 Uhr

Da werden durch die Blume der PAZ schon die richtigen Ursachen genannt.

Ich sach das mal auf Klartext und Malocher-Deutsch das jeder sofort versteht:
-- Poppen wie die Weltmeister, aber keine Schüssel Reis auf dem Tisch.
-- Indien hat deutlich MEHR MILLIARDÄRE und MILLIONÄRE als Deutschland. Warum zahlt KEINER von denen am Staat Steuern für allg. Sozialleistungen??? Gerade die Tata´s und Mital´s sind ein absurd abschreckendes Beispiel von der Sorte "guuudmenschen-Weltbürger".
-- Modi ist ein Däumling der globalen Finanzeliten. Frei nach Rothschild: Mir ist es scheixxegal, was wie der sich gebärt, Hauptsache, der tanzt nach meiner Geld-Pfeife.
-- Merkel ebenfalls Soros-GS-JPM-Gläubige und somit Rothschild-Puppe
will Deutschland mit aller Macht und Mittel nur zerstören.
Diesen Wahn hat sie mit Sicherheit von ihren echten Vater, Großvater, oder Onkel je nach Version, geerbt.
Da ist es schon zwingend deutsches Steuergeld was hier an allen Ecken und Kanten fehlt und den Deutschen Bürgern regelrecht geraubt werden, gleich den nach drängendsten Wirtschaftsnationen und -Konkurrenten die Kohle im Axx zu blasen.

Mahlzeit!


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