Trübe Aussichten

14.01.20

Die Deutsche Bahn hat im abgelaufenen Jahr Negativ-Schlagzeilen am laufenden Band produziert. Die Konzernspitze gelobte Besserung. Doch diese ist nicht in Sicht. Fast ein Drittel aller Züge kam 2019 später als angekündigt ins Ziel. Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm soll nun Abhilfe geschaffen werden. Zwischen 2020 und 2029 soll eine von 39 auf 137 erweiterte Flotte von schnellen ICE im Halbstundentakt zwischen den Metropolen verkehren.
Die Fernverbindungen in entlegenere Gegenden der Republik sollen nach Jahren der Stilllegungen wieder ausgebaut werden. Überwacht werden soll der Verkehr von digitalen Stellwerken, die teils mehr als 100 Jahre alte Vorgänger ersetzen sollen. Zudem soll das marode Schienennetz saniert werden, und Hunderte Brücken sollen neu gebaut werden. Doch dies wird neue Probleme mit sich bringen, weitere Verspätungen scheinen programmiert. Insgesamt stellt allein der Bund dafür mindestens 86 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet bereits von Expertenwarnungen, dass so viel Geld Glücksritter anlocke und die Preise in die Höhe treibe.
Auch intern gibt es Probleme. Viele Bahnhöfe sind in die Jahre gekommen, der Konzern hat kräftig Personal abgebaut, was dazu führt, dass die Serviceleistungen an Bord zurückgegangen sind. Nun soll der Komfort Schritt für Schritt ausgebaut werden. So will die Bahn im Laufe des Jahres 2020 ihr WLAN-Angebot für Reisende im Fernverkehr deutlich verbessern. „Wir wollen unseren Kunden nahtloses Surfen ermöglichen – in den Zügen und an den Bahnhöfen“, teilte Digital-Vorstand Sabina Jeschke der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Projekt ist demnach eines der zentralen Digitalisierungsvorhaben, in die der bundeseigene Konzern in den kommenden vier Jahren rund zwei Milliarden Euro investieren will. Doch attraktiver und billiger wird das Bahnfahren damit nicht unbedingt.
Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen ist Bus- und Bahnfahren im Nahverkehr 2019 im Schnitt 1,75 Prozent teurer geworden. Seit Anfang dieses Jahres gilt wie im Nahverkehr die reduzierte Mehrwertsteuer von sieben Prozent für Fernverkehrstickets, womit nun auch Fernreisen billiger werden. P.E.


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Siegfried Hermann:
14.01.2020, 11:39 Uhr

Na, klar!
Der Luxus-ICE (auf den Magistralen) wird Dank Bundestagsabgeordnete gepämpert wo es nur geht. "Überall" WLAN, Pünktlichkeit und "Butler-Service" incl. GRATIS-Steuerzahler-Kl-I-Ticket ist gerade soeben über die Menschenwürde, gelle!?

Vielleicht sollten die Herrschaften doch bitte schön versuchsweise mit der S1 oder S2 Klapperzügen von Dortmund nach Düsseldorf fahren, vorzugsweise in den Abendstunden und Wochenende nach 21.00 Uhr!!! Und weiß Gott. Ich will janich rassistisch sein, es gibt in Deutschland noch 1000 andere no-go-Strecken wo den Deutschen Fahrgästen das WLAN sowas am Axx vorbei, wenn man nur ohne Körperverletzung und ohne Raub am Ziel ankommt und aus der Bahnstation raus.
Aber sowas interessiert ja einen bunten guudmenschen und Weltenbürger aus dem Elfenbeinturm nicht die Bohne.
Und bitte, die jetzt großspurig angekündigten MRD-"Investitionen" sind schlicht das, was in der Merkel-Ära und davor massiv kaputt gespart worden ist, um "Flüchtlingsgötter" zu bezahlen und nun endgültig zusammen bricht.
Statt Kernsanierung des GANZEN Problems wird nur Schönheits-reparaturen mit den nötigsten Mitteln bewilligt!!
Der tatsächliche Sanierungsstau auf Basis des Standarts der 80ziger Jahre beläuft sich auf schlappe 200 MRD. !!! Euro.
Zur Hölle mit diesen bunten Herrschaften!

Mahlzeit!


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!