Türkeiurlaub? Nein Danke!

»Erdogan-Faktor«: Touristenzahlen eingebrochen – Buchungsrückgang auch in anderen islamischen Ländern

13.06.16
Gähnende Leere am Traumstrand: Antalya, eigentlich eine der Tourismushochburgen der Türkei Bild: mauritius

Angesichts des dramatischen Rückgangs der Touristenzahlen in der Türkei sprechen die Medien hierzulande nun vom „Erdogan-Faktor“, der für diese Misere verantwortlich sei. Doch ist es wirklich nur das Gehabe des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, welches die Urlauber vertreibt?


Auf jeden Fall läuft alles auf ein Desaster hinaus: Bereits den neunten Monat in Folge kamen längst nicht mehr so viele ausländische Besucher in die Türkei wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das führte alleine zwischen dem 1. Januar und dem 30. April zu einem Minus von 700000 Touristen. Gleichzeitig prognostiziert der Statistikdienst Turizmdatabank 5,3 bis 7,6 Millionen weniger Gäste im Gesamtverlauf des Jahres. Hierdurch drohen der Türkei finanzielle Einbußen von bis zu neun Milliarden Dollar – höchst fatal, wenn man die Abhängigkeit des Landes von ausländischem Geld und das Schwinden der Devisenreserven um zwölf Milliarden Dollar binnen Jahresfrist bedenkt.
Den Rückgang der Zahl der deutschen Touristen, der im April bei bemerkenswerten 35,4 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres lag, erklären deutsche Zeitungen mit dem „Erdogan-Faktor“: Das türkische Staatsoberhaupt sei in letzter Zeit derart herausfordernd, selbstherrlich und diktatorisch aufgetreten, dass die Deutschen nun das ganze Land dafür abstraften, denn schließlich stehe ja die Mehrheit der Türken hinter dem „Sultan vom Bosporus“.
Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie auch der prominente Reiseunternehmer Vural Öger klarstellt. Er meint, die enormen Rück­gänge im Türkei-Geschäft – in seinem mittlerweile insolventen Unternehmen VÖ Travel hätten diese sogar 70 Prozent betragen – hätten ihre Ursache nicht vorrangig im Auftreten Erdogans, sondern in der zunehmenden Abneigung der Deutschen, Urlaub in einem islamischen Land zu machen. Und damit dürfte er den Nagel auf den Kopf getroffen haben, denn der Absatz von Reisen nach Ägypten und Tunesien ist ebenfalls stark eingebrochen. Desgleichen verzeichnete das noch relativ stabile Marokko im vergangenen Winter zweistellige Buchungsrückgänge. An Attraktivität verloren darüber hinaus auch die Arabischen Emirate, welche sich zwar weiterhin im touristischen Aufwind sehen, jedoch keine Zahlen vorlegen können, die dies untermauern.
Wie sehr der Islam die Reiseentscheidungen der Deutschen mittlerweile beeinflusst, geht aus Internetforen hervor, in denen Klartext gesprochen wird. So wollen viele Menschen nicht noch mehr Kopftücher sehen, als sie es ohnehin schon auf deutschen Straßen müssen. Frauen beklagen die archaischen Bekleidungsvorschriften und Umgangsformen sowie die permanenten Belästigungen seitens der türkisch-arabischen Männer. Außerdem wird immer öfter ganz offen die Grundsatzfrage gestellt, ob man als sogenannter „Ungläubiger“ sein Geld tatsächlich noch in die islamische Welt tragen sollte – wobei die Antwort zumeist klipp und klar „Nein“ lautet.
Ein weiteres Problem ist die Anschlagsgefahr in der Türkei. Nachdem die Deutschen die Bedrohung durch terroristische Kurdenorganisationen, die in der Vergangenheit gerne auch in Urlaubsorten zuschlugen, lange Zeit zu ignorieren pflegten, scheint die Angst vor den Attentätern des IS nun deutlich mehr Wirkung zu entfalten – nach all den bisherigen Kostproben seiner Brutalität eine sehr verständliche Haltung, die keineswegs aus Erdogans Großmannssucht herrührt.
Deshalb gilt nun für viele Urlauber in diesem Jahr die Faustregel: Urlaub möglichst weit weg von den Zentren des Islam und dem Pulverfass Naher Osten, selbst wenn zwischen Antalya und der syrischen Grenze noch rund 500 Kilometer Luftlinie liegen, was immerhin fast der doppelten Entfernung zwischen dem gleichermaßen hochexplosiven Libyen und der als sicher geltenden Ferieninsel Kreta entspricht. Oder, um es im Stile der Tourismusbranche auszudrücken: Dieses Jahr treten iberische Reiseziele an die Stelle islamischer Destinationen. Das heißt, Spanien und Portugal sind die großen Profiteure der rapide wachsenden Unlust der Deutschen, in die Türkei oder andere muslimisch geprägte Länder zu reisen. Ebenso können sich Italien, Bulgarien, Kroatien und Griechenland über steigende oder zumindest konstant bleibende Buchungszahlen freuen. Allerdings hegen manche Veranstalter noch die Hoffnung, dass die sparsamen Last-Minute-Touristen im Sommer dann doch wieder verstärkt an die Strände der Türkei oder Nordafrikas pilgern.
    Wolfgang Kaufmann


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Andreas Müller:
14.06.2016, 11:56 Uhr

....ob man als sogenannter „Ungläubiger“ sein Geld tatsächlich noch in die islamische Welt tragen sollte – wobei die Antwort zumeist klipp und klar „Nein“ lautet....

Den Nagel auf den Kopf getroffen!!! Scheint so,
dass der Michel aus der Narkose erwacht!


Patricia Steinkirchner:
13.06.2016, 18:59 Uhr

Dem Verfasser kann ich nur zustimmen: Es ist wirklich nicht einzusehen, warum wir "Ungläubigen" islamische Länder auch noch im Urlaub finanzieren sollen. All die genannten Gründe - vor allem die Belästigung durch die Männer und überhaupt das permanente Angequatscht- und Angebettelt-werden - kann ich nur unterstreichen. Die wichtigsten kulturellen Stätten im Orient habe ich glücklicherweise gesehen, zum Teil mehrfach (z. B. Palmyra!!). Keines dieser islamischen Länder gibt einem das Gefühl, wirklch willkommen zu sein (das Geld nehmen sie natürlich gern). Heute würde ich nur noch nach Israel reisen, wenn es schon diese Region sein soll.


Marcus Junge:
13.06.2016, 17:58 Uhr

Gerade der besagte Türke "Öger", ist ein absolutes Negativbeispiel, was in der BRD heißt, er ist "mustergültig integriert".

Udo Ulfkotte hat mehrfach in seinen Büchern Zitate dieses Herrn gebracht, z.B. aus den 1990'ern, ich müßte diese für den Wortlaut erst suchen, in denen Öger so klar und eindeutig wie nur möglich darlegte, daß die türkisch / islamische Masseneinwanderung eine Landnahme ist.

"Der deutsch-türkische Vural Öger (Öger-Tours), der für die deutsche SPD im Europaparlament sitzt, erklärte bei einem Essen mit seinen türkischen Freunden der größten türkischen Zeitung „Hürriyet“:

“Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen liegen. Das, was Kanuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen.”
Quellen: “Hürriyet”, “Bild” vom 26.5.2004, auch in “Focus” und “taz” zitiert

Wer also mal bei Öger buchte, Glückwunsch, sie haben die Umvolkung mitfinanziert.


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.