Überall nur Verlierer

Euro-Rettung der EZB treibt Nord- wie Südeuropäer in den Niedergang

02.10.14
Die Niedrigzinspolitik der EZB macht es möglich: In Deutschland schmelzen die Vermögen. Die Allianz spricht von Milliardenverlusten.

Während in Deutschland die Sparer unter den Maßnahmen der EZB leiden, sind es in Spanien die Arbeitnehmer. Unglücklich werden langfristig so alle.

Wovor Ökonomen seit Jahren gewarnt haben, ist nun erstmals mit harten Zahlen belegt worden. Einer Studie aus dem Hause des Allianz-Konzerns zufolge haben die Deutschen wegen der Euro-Niedrig- zinspolitik seit 2010 bereits 23 Milliarden Euro verloren. Zugute kam dies den Euro-Krisenländern, vor allem Spanien. Die Spanier konnten im gleichen Zeitraum einen Zugewinn von 54 Milliarden Euro verbuchen, gefolgt von den Italienern mit 39 Milliarden.
Ursache: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen weit unter die Inflationsrate gedrückt. Folge: Wer Geld auf Bankkonten hat, verliert real Jahr für Jahr Vermögen. Wer verschuldet ist, wird hingegen real beschenkt.
Die Deutschen sind überdurchschnittlich sparsam, aber nicht einmal jeder zweite wohnt in einer eigenen Immobilie, die Mehrheit mietet und hat ihr Vermögen auf der Bank statt in Stein. Anders in Spanien, dort leben 83 Prozent in den eigenen vier Wänden, dafür sind viele hohe Hypotheken zu variablen Zinsen eingegangen, deren Zinssätze nun im Keller sind.

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Letztlich sorgt die EZB dafür, dass der zur Miete wohnende deutsche Sparer dem verschuldeten Eigentümer in einem Krisenland das Haus finanziert. Das ist offenbar gewollt: EZB-Chef Mario Draghi spricht davon, dass die Schuldenlast in den Krisenländern verringert werden müsse. Das gelingt auf Kosten der Deutschen, aber auch der Belgier, auf welche die höchste Pro-Kopf-Belastung entfällt.
Und es wird noch schlimmer. Die EZB hat ihren Leitzins unlängst erst noch einmal gesenkt, auf fast unsichtbare 0,05 Prozent – Allzeittief. Einer Schätzung zufolge werden die deutschen Sparer bis Ende 2018 astronomische 230 Milliarden Euro verlieren.

Glückliches Spanien? Kaum: Weil sie ihre Währung nicht mehr abwerten können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, haben Millionen Menschen dort ihre Arbeit verloren, wächst vor allem eine hoffnungslose Jugend heran. Da ist die Entschuldung der Immobilie ein schwacher Trost, der kaum wahrgenommen wird.
Das Euro-System produziert so doppelt Verlierer. Wo die Währung zu hart ist, verlieren die Menschen ihre Arbeit. Wo sie zu weich ist, wie in Deutschland, verlieren sie ihr Erspartes.

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Zudem setzt das Euro-System völlig falsche Anreize, nämlich zum weiteren Schuldenmachen. Dabei ist Verschuldung die Ursache der weltweiten Finanzkrise, nicht nur im Euro-Raum. Es ist unmöglich, über immer mehr Schulden wohlhabend zu werden. Traditionell sparsame Völker und Stämme wie die Schweizer oder die Schwaben haben es vorgemacht: Sparsamkeit ist die Basis für späteren Wohlstand, nicht Schuldenmacherei. Was die EZB, was das Euro-System hier stimuliert, ist der Weg in den sicheren Niedergang.  Hans Hecke


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Kommentare

Mathias Dumke:
4.10.2014, 19:23 Uhr

Um es einfach zu sagen:

Jeder Staat, der durch Verrat seiner "Volksvertreter" unter die Knute dieses Regimes aus unlegitimierten Polit-Kommissaren und sonstigen -Offizieren geriet, ist zum Untergang verdammt.

Autonomie und Rechtsstaatlichkeit wurden im Zuge der "Rettungen" von bankrotten Staaten und Banken beseitigt; jetzt im Niedergang der EU-Tyrannei, zeigt das Regime allmählich sein wahres Gesicht; sollte es nicht mehr möglich sein, durch gefälschte Wahlergebnisse und Bürgerbegehren (siehe Schottland) die Macht zu erhalten, so werden in Zukunft die Maschinengewehre und Panzer der Eurogendfor oder unserer letzten verbliebenen Besatzer ("westliche Wertegemeinschaftler") Bürgeraufstände in ihrem Blute ertrinken lassen.

Insbesondere der deutsche Bürger ist längst zum Zahlsklaven degradiert; die letzten Reste des Rechsstaates sind spätestens mit IM Erika (Madam "alternativlos") und ihren heimischen Vasallen perdu; sie treiben unser gesamtes Volk und in einen Krieg gegen Russland aus Vassallentreue zu unseren transatlantischen Alles-Wissen-Wollenern.

Und für diese alle gilt: Deutschlands Bürger sind entweder Sklave oder haben gefälligst zu verrecken.


Rüdiger Röthke:
2.10.2014, 22:27 Uhr

Dann waren doch die Spanier pfiffiger, die haben immerhin Betongeld, wir hier nur "Betonköpfe". Warum nutzen wir nicht die günstigen Konditionen von den Hypobanken?? 50.000 von der KfW für 1,75% und 50.000 von den Volksbanken zu 2,15% Zinsen. Wir haben unser Eigentum noch zu wesentlich schlechteren Konditionen finanziert, wer jetzt noch nicht aufgestanden ist und zur Bank läuft hat selber schuld....


Andreas Müller:
2.10.2014, 16:30 Uhr

Sehr guter knapp gehaltener Artikel!

....deutschen Sparer bis Ende 2018 astronomische 230 Milliarden Euro verlieren.....

Das sollte doch JEDEN Deutschen die Hallo-wach-Medizin sein, aus dem Euro endlich auszusteigen!!!


Hans-Joachim Nehring:
2.10.2014, 11:01 Uhr

Deutsche Sparer zahlen die Schulden der Italiener, Spanier und Griechen als Folge des äußerst niedrigen Leitzinssatzes des EZB. Brüssel honoriert die Schuldner und bestraft die Sparer, obwohl Sparsamkeit die Wurzel eines angemessenen Wohlstandes stets war.
Die soziale Gleichmacherei auf Basis eines wachsenden Schuldenberges führt in Europa zu wachsender Altersarmut in Deutschland. Nach über 20 Jahren Deutscher Einheit wurde die Ungleichheit zwischen West und Ost nicht beseitigt.
Als größter Geldgeber in die Kassen der EU wird Deutschland von den Schuldnerländern beschimpft und bei der Verteilung einflussreicher EU-Positionen außen vor gelassen. Geht es noch, werte Mitbürgerinnen und Mitbürger? Den Eurobonzen und Politikfürsten muss ein Stopp entgegen gesetzt werden.
So werden die Menschen in Europa nicht zusammen geführt, sondern entfremden sich, weil die eigentlichen Gewinner nur Banker und deren Vasallen die hochdotierten Politiker sind. Für ihr erbärmliches Tun, was man nicht als Arbeit bezeichnen kann, werden die Junkers und Schulzes fürstlich entlohnt.


Helmut Josef Weber:
2.10.2014, 07:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Henkel,
Sie hätten über dieser Thema auch besser schreiben sollen:
"So jung sehen wir uns nicht wieder"
Sie sollten lieber den Leser darüber aufklären, wie er sein Vermögen in die Zukunft retten kann, denn was die regierungstreuen Medien dem Bürger empfehlen um sein Vermögen zu retten oder seine Altersversorgung sicher zu stellen, ist legaler Betrug.

Mitte
2000 stand der Dax auf etwa 8000 Punkte;
2007 stand der Dax auf etwa 7000 Punkte;
2013 stand der Dax auf etwa 8000 Punkte;
2014 9???
Kann mir vielleicht jemand erklären, wie man dabei seine Altersversorgung aufbauen kann?
13 Jahre (über den Daumen) fasst keine Kursgewinne, (und die Dividenden sind bei Dax schon mit eingerechnet) aber dafür etwa 100 % Preissteigerung in dieser Zeit und für die Gewinne auch noch Steuern zahlen, Depotgebühren usw.
Alles was im Jahre 2000 in DM kostete, muss heute mit gleich viel Euro bezahlt werden.
Gut- für Insider und Zocker, mag das alles gut ausgehen, aber für langfristige Anleger, die das Geld fürs Alter sicher anlegen wollen?
Wer im Jahre 2000 ein Häuschen für 150 TSD gekauft hat und heute für 300 TSD verkaufen kann/könnte, hat lediglich die Inflation ausgeglichen.
Gut- er hatte die ganzen Jahre mietfreies wohnen, aber ein Häuschen kostet auch einiges an Unterhalt.
Wer im Jahre 2000 für die 150 TSD Gold und kein Häuschen gekauft hat, und bis heute für ein angemietetes Haus bis heute etwa 150.000 Euro Miete gezahlt hat, hat sich eine goldene Nase verdient und dass alles vollkommen steuerfrei.
Über 500% Kursgewinne.
Da kann man die 100% Preissteigerungen noch gut verschmerzen.
Bald erhalte ich eine Minirente von etwa 500,00 EURO, für 22 Jahre Beitrag in die Kasse der LVA; mit 44 Jahren Beiträge wären es etwa 1000,00 Euro.
Mit den zusätzlichen Kilos Edelmetallen, habe ich nun einen ruhigen Lebensabend.
Und- was ganz wichtig ist– ich habe auch und auch ganz legal, nur 500,00 Euro Einkommen im Monat, wonach auch meine Krankenkassenbeiträge und deren Zuzahlungen berechnet werden.
Alle Menschen die in eine Rentenkasse oder Lebensversicherung einzahlen, machen einen Fehler: Sie vertrauen dem Staat.
Es ist schon schlimm genug, dass es diese Zwangsabgaben in die Rentenkassen gibt, mit der man sich eine Rente erarbeitet, die später nicht zum Leben ausreicht.
Aber wer dann noch zusätzlich in Rentenkassen einzahlt, bei denen der Staat eingreifen kann, der kann den Knall nicht gehört haben.
In Deutschland hat der Gesetzgeber den Lebensversicherungen erlaubt Leistungen zu stoppen, wenn sie in finanzielle Schieflage geraten; natürlich bei voller Beitragszahlung des Versicherten.
In 4 europäischen Staaten sind die kapitalgedeckten Renten schon vom Staat beschlagnahmt worden; zuletzt auch in Polen.
Jetzt geht es an die Betriebsrenten.
Ich kann nur jedem raten für seine private Altersversorgung eine Variante zu finden, bei der:
1. Keine Provisionen abgezogen werden, wie bei Allianz,
Riester u. Co.
2. Die Gewinne legal nicht versteuert werden müssen.
3. Der Staat keine Kenntnisse von hat.
4. Nicht besteuert wird, wenn die Vorsorge im Alter
verbraucht wird.
5. Keine Krankenkassenbeiträge von bezahlt werden
müssen; daher auch keine Zuzahlungen für
Medikamente usw. usw.
6. Alles sofort und augenblicklich in einen anderen
Staat gebracht werden kann.
7. Auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel anerkannt
wird.
8. Seit Jahrtausenden seinen Wert erhalten hat.
9. Nicht durch Inflation oder Währungsreform wertlos
werden kann.
10. Beim Ableben des Inhabers der Altersversorgung,
den Hinterbliebenen die Werte bleiben.
Wer kann da an Edelmetallen vorbei?
Aktuell seit 2009 62 % Kursgewinne.
Ja-- ich weiß, so etwas kann man nicht abdrucken

Viele Grüße
H. J. Weber


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