Wanderungen zu den Fontane-Frauen

23.01.19

Das Fontane-Jahr wird uns mit einer Flut von Neuerscheinungen zu dem am 30. Dezember vor 200 Jahren geborenen Schriftsteller bescheren. Das meiste davon wird ein Aufguss bereits bekannter Fakten zu Fontanes Leben und Werk sein.
Einer, der aus der Reihe tanzt und das stille Gelehrtenkämmerlein verlässt, um Fontane aus neuer Perspektive zu betrachten, ist der Berliner Geschichtslehrer Robert Rauh. Für sein Buch „Fontanes Frauen“ macht er sich mit Au­to, Drohne und Navigationsgerät auf Spurensuche zu fünf Orten, an denen reale Vorbilder von Fontanes Frauenfiguren gelebt haben.
Rauhs Reportagetrip gleicht einer fontaneschen „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ im Kleinen. Doch Vorsicht: Bei der Recherche zur realen Effi Briest im Ort Zerben, wo Elisabeth von Plotho-Zerben aufwuchs und eine unglückliche Ehe mit dem Baron von Ardenne einging, wird er vom einem Ortsansässigen belehrt: „Vergessense nicht das Bundesland! Wir sind hier nicht in Brandenburg, sondern in Sachsen-Anhalt.“ Stand heute. Zu Fontanes Zeiten gehörte es noch zu Brandenburg.
Im ähnlich humorvollen Plauderton porträtiert Rauh die Vorbilder von Jenny Treibel, Grete Minde, Prinzessin Goldhaar aus den „Wanderungen“ beziehungsweise dem „Stechlin“ sowie der Krautentochter aus den „Fünf Schlössern“. Dieser anekdotenreiche und mit vielen Fotos ausgestattete Band macht richtig Lust auf eine (Wieder-)Lektüre der Fontane-Werke.    Harald Tews

Robert Rauh: „Fontanes Frauen. Fünf Orte – fünf Schick­sale – fünf Geschichten“, be.bra Verlag, Berlin 2018, gebunden, 256 Seiten, 22 Euro


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