Weihnachtsdekoration mit Verspätung

Erst Mitte Dezember wurden in der Pregelmetropole Königsberg Straßen und Plätze feierlich geschmückt

18.12.19
Vorbereitet für die kommenden Neujahrsveranstaltungen: Der Hansaplatz erstrahlt im Licht Foto: J.T.

In diesem Jahr hat die Vorbereitung auf das im neuen Jahr stattfindende russische Weihnachtsfest in Königsberg mit großer Verspätung begonnen. Wenn sonst schon Anfang Dezember auf den großen Straßen und Plätzen der Stadt feierliche Beleuchtung und geschmückte Tannen hell erstrahlten und die Läden mit schön dekorierten Schaufenstern Kunden anlockten, so gab es nun bis Mitte Dezember fast keine Anzeichen für den bevorstehenden größten Feiertag des Jahres. Nur leichter Schneefall und Glätte durch die Nachtfröste deuteten darauf hin, dass der Winter naht.
Für Weihnachtsbeleuchtung hat die Stadt umgerechnet knapp 80 000 Euro zur Verfügung gestellt. Das ist in etwa die gleiche Summe wie im Vorjahr. Weihnachtsgirlanden schmücken die Bäume auf dem Platz vor dem Einkaufszentrum „Clover“, im Zentrum auf dem Steindamm über die Kneiphöfische und Vorstädtische Langgasse und die Stresemannstraße.
Lichtpaneele schmücken das Gebäude des Königsberger Handelszentrums und der Technischen Universität. In den verschiedenen Teilen der Stadt prangen Neujahrsgrüße von LED-Bildschirmen. Am Silvesterabend soll Beleuchtung in weiteren Stadtvierteln sowie am Schloss- und am Oberteich installiert sein.
An der größten städtischen Weihnachtstanne wird der Schmuck vom Vorjahr hängen. Lediglich defekte Teile werden ausgetauscht. Die Anbringung des Schmucks soll bis zum 20. Dezember abgeschlossen sein. Eine weitere Neuerung in diesem Jahr ist, dass der traditionelle Weihnachtsmarkt und die Eisbahn während der Neujahrsfeiertage auf dem Platz in der Nähe des Hauses der Räte fehlen werden. Die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen gibt es dafür im Park Luisenwahl.  
Die wichtigsten Neujahrsfeiern finden auf dem Hansaplatz statt. Am Silvesterabend soll es nach dem Wunsch der Stadtbehörden jedoch ruhig und besinnlich zugehen. Von Massenveranstaltungen sieht die Stadt ab. Lediglich am 1. Januar findet auf dem Hansaplatz ein Neujahrskonzert statt.
Die Position der Stadtverwaltung ist, dass das neue Jahr ein Familienfest ist, das man zu Hause zu verbringen habe. Neben dem Konzert ist für den Neujahrstag ein Feuerwerk geplant. Die Stadtregierung erhält für ihre Haltung Rückendeckung vonseiten der Polizei, die dank der Verschiebung der Festveranstaltungen im vergangenen Jahr einen Rückgang der Straftaten verzeichnen konnte.
Mehr als 200 Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen sind für die Neujahrsferien angekündigt. Im Sportpalast „Junost“ findet eine wasserakrobatische Vorführung statt. Im Museum Friedländer Tor werden Dekorations-Werkstätten angeboten. Für Kinder gibt es im Haus der Künste ein Unterhaltungsprogramm „Winterfantasie. Schneekönigin“. Die Stadtbibliotheken werden die Besucher mit literarischen und musikalischen Abenden unterhalten. Der Königsberger Tiergarten zeigt die Ergebnisse des Wettbewerbs im Entwerfen von Neujahrspostkarten. Daneben bieten die Bildungs- und Sporteinrichtungen viele Veranstaltungen an.
Am vierten Adventswochenende erwartet die Bürger ein vielfältiges Festtagsprogramm im Park Luisenwahl. Dort werden unter anderem Animationsvorführungen unter Beteiligung des Regionalen Marionettentheaters zu sehen sein.
Übrigens wurde erstmals in diesem Jahr der 31. Dezember in mehreren Regionen der Russischen Föderation zu einem arbeitsfreien Tag erklärt. Im Königsberger Gebiet muss jedoch bis zum letzten Tag des Jahres gearbeitet werden. Eine Ausnahme gilt nur für Mitarbeiter staatlicher Institutionen – sie haben frei und dürfen sich bis Anfang Januar ausruhen.

Jurij Tschernyschew


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