Wir werden beraubt

Ans Eingemachte: Treue Kunden werden aus alten Sparverträgen gedrängt

31.07.19
„Egal, was es kostet“: Die Politik plündert die Bürger aus für ein irrsinniges Währungsexperiment Bild: ddp images

Die Strafzinspolitik greift immer räuberischer nach deutschen Guthaben, weil die Politik ihren Fehler nicht eingestehen will.

Die Strafzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kostet die deutschen Sparer immer höhere Opfer, schmilzt Guthaben dahin und verbaut jungen Menschen die Chance, sich über klassische Instrumente wie den Bausparvertrag etwas aufzubauen.
Am Pranger der veröffentlichten Meinung aber stehen nicht zuerst die EZB sowie ihre Schöpfer und Auftraggeber in der Politik, sondern Banken und Sparkassen. Besonders ist derzeit die Sparkasse Nürnberg Objekt der Empörung, weil sie treue Kunden aus bis zu 26 Jahre alten Prämiensparverträgen hinausdrängt.
Tatsächlich steht das Institut in Franken nur stellvertretend für die gesamte Branche. Sie kann beim derzeitigen Zinssatz, der so absurd niedrig ist wie noch nie in der gesamten, jahrtausendealten Weltgeschichte des Kreditwesens, die Zinsen nicht mehr erwirtschaften. Als die Sparkasse die jetzt gekündigten Verträge abschloss, konnte sich niemand vorstellen, dass es je zu einer derart perversen Zinslage kommen könnte.
Das verantwortungslose Treiben gewisser Investmentbanker, das vor elf Jahren in den ersten Höhepunkt der Finanzkrise führte, macht es der Politik heute leicht, Banken und Sparkassen die Buhmann-Rolle zu überlassen. Fakt aber ist: Am Anfang der Zerstörung der Sparguthaben standen politische Entscheidungen, und dies ganz besonders in der Euro-Zone, weil die Gemeinschaftswährung als Brandbeschleuniger einer ohnehin hochbrisanten Problemlage wirkt.
Staaten wie Italien oder Griechenland, etliche Banken und immer mehr Unternehmen können ihre exorbitanten Schulden praktisch nicht mehr bedienen. Selbst ein moderater Zinssatz würde sie prompt in die Pleite treiben. Das wäre das Ende des Euro, denn die Rückkehr zu einer eigenen, eigenständig abwertbaren Währung wäre die logische Konsequenz für die Pleiteländer.
Die deutschen Sparer werden dafür geplündert, dass die Politik das Scheitern ihres Euro-Projekts nicht eingestehen will. Das verheißt für die Zukunft nichts Gutes: Seit 2012 gilt das Credo von EZB-Chef Mario Draghi, den Euro zu verteidigen, „egal, was es kostet“. Allerdings funktionieren die Geld-Infusionen aus deutschen Spargroschen ebenso wenig wie immer neue Zuschüsse an einen nicht funktionierendes Unternehmen: Das Geld ist weg, die Lage trotzdem immer schlimmer.
Kaum jemand bezweifelt noch, dass diese Entwicklung ins Desaster, den „Währungs-Crash“, führen muss. Nur weiß niemand genau, wann und wie dies geschieht. Längst wenden sich die Notenbanken dem eben noch verpönten Gold als Wertspeicher wieder zu. Dies kann als Signal gewertet werden, dass selbst bei den fanatischsten Zauberlehrlingen der ufer- losen Papiergeldpolitik das Vertrauen in ihre eigenen Versprechen schwindet.     Hans Heckel


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Kommentare

Frank Oertel:
2.08.2019, 07:06 Uhr

Gescheitert ist das Diktat „EU“ropa, der Versuch eine Verfassung demokratisch zu wählen ist krachend geplatzt.

Der Euro war von Beginn nur Mittel zum Zweck er ist eine der Voraussetzungen welche Brüssel braucht, um „EU“ropa weit oder auch nur in einzelnen Mitgliedstaaten, Steuern direkt einzuziehen bzw. einziehen zu lassen.
Mit x verschiedenen Eigenwährungen der Mitgliedssaaten welche noch dazu individuell ab- aber auch aufwertbar sind, ist das so gut wie unmöglich auf jeden Fall sehr schwer und teuer.
Deshalb muss der „Euro“ mit allen Mitteln gerettet werden bis das ganze System kollabiert ganz gleich wer dabei auf der Strecke bleibt, das sind eben die Opfer.

Frau Merkel hat nicht gelogen als sie sagte: „Scheitert der Euro dann scheitert „EU“ropa!“

PS: Die deutsche KFZ-Steuer ist seit 2009 keine Landessteuer mehr sondern soll eine Bundessteuer sein.
Der Namen einer juristischen Person welche für die Richtigkeit der gesetzlich geregelten Erhebung bürgt fehlt auf den KFZ-Steuerbescheiden seit Jahren. Seit 2014 ist nicht einmal mehr ein Hoheitszeichen der Bundesrepublik Deutschland auf demselben vorhanden. Diese Abwesenheit fällt nicht großartig auf, weil niemand mehr einen jährlichen Steuerbescheid, wie noch bis 2013 vom ehedem zuständigen Finanzamt, erhält.
Jeder KFZ-Halter beteiligt sich vom Tage der Zulassung seines KFZ, unter freiwilligem Zwang, am SEPA-Lastschriftverfahren, lässt die fällige Steuer einziehen und muss keine jährlichen Überweisungen mehr ausfüllen welche unter Umständen Fragen aufkommen ließen.

Jedoch stellt sich die Frage: Wer erhebt und zieht die deutsche KFZ-Steuer wirklich ein, wenn es augenscheinlich nicht unter Hoheit der Bundesrepublik Deutschland geschieht?

Über die Gegenfinanzierung unter Umständen fehlender Gelder will ich an dieser Stelle nicht philosophieren, mir würden da Straßenausbaubeträge, Maut mit ihrem Einführungszeitpunkt und vieles mehr einfallen.


Albert von der Schwale:
31.07.2019, 22:40 Uhr

In Hamburg kommt die dortige Sparkasse HASPA noch auf ganz andere Ideen. Dort werden jetzt für jeden Zahlungseingang auf den Konten 50 Cent Gebühren berechnet zusätzlich zu den monatlichen Kontogebühren-


Arnold Schacht:
31.07.2019, 19:41 Uhr

Ein sehr guter Text, vor allem weil klar wird, dass der Auslöser die Nullzinspolitik der EZB ist und nicht primär die Sparkassen, wie die meisten Betroffenen glauben. Ebenso wie am hohen Strompreis nicht primär die Energiebetriebe schuld sind, sondern die ganzen umgelegten Kosten der Energiewende.

Nur eine Sache noch als Ergänzung: Auch bei der Finanzkrise vor 11 Jahren war die verantwortungslose Gier der Banker nur ein Teil der Wahrheit. Erstens haben in der Zeit davor sämtliche Beteiligten das große Rad gedreht. Und zweitens: Haben Sie schon mal was vom "Community Reinvestment Act" gehört? Das ist ein Gesetz in den USA von 1977 unter Carter. Dieses Gesetz war noch relativ moderat, aber 1995 gab es darauf aufbauend von Clinton die Nationale Wohnraumstrategie. Clinton wollte damit "Minderheiten" und "Benachteiligten" helfen, an eigene Häuser zu kommen, die unter Marktbedingungen nie Kredite bekommen hätten. Also wurden die Banken quasi gezwungen, denen Kredite zu geben. Diese wurden scherzhaft "NINJAs" genannt. "NINJA" stand für "No income, no jobs, no assets". Jetzt hatten die Banken diese Kredite an der Backe (schließlich durften sie ja niemanden "diskriminieren"). Was sollten die damit machen? Verwursteln und in den Mixer damit, auf dass das niemand durchschaue. Dieser Grund für die Finanzkrise wurde und wird in den Medien nicht genannt. Sozial gemeinte Politik noch dazu von den heiligen Clintons durfte doch nicht mit schuld sein. Besser die Gier von irgendwelchen Privatkapitalisten. Gut, mit Ruhm bekleckert haben die sich auch nicht gerade, aber man sollte schon die ganze Geschichte erzählen, vor allem weil es sonst niemand tut.


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