Wo der Rassismus (auch) blüht

Verachtung von Fremden ist keine europäische Besonderheit − Ein Blick nach Asien

26.06.19

Glaubt man den unzähligen „Rassismus-Experten“, welche heutzutage die Universitäten bevölkern und permanent in den Mainstream-Medien zu Wort kommen, ist der Rassismus eine Erfindung der weißen Europäer. Als deren Geburtsstunde gilt dabei zumeist der Beginn der europäischen Expansion in Richtung Süd- und Ostasien, Afrika und Amerika.
Tatsächlich aber gibt es auch auf anderen Kontinenten und in vielen außereuropäischen Kulturen weit in die Vergangenheit zurück­reichende Traditionen rassistischen Denkens, aus denen allerlei Überlegenheitsphantasien hervorgegangen sind. Das gilt nicht zuletzt für Asien, obwohl die Wissenschaft diesen Umstand in aller Regel unter den Teppich zu kehren versucht oder als Folge des Kulturkontakts mit rassistischen westlichen Kolonialmächten hinstellt. Hierzu drei Beispiele für hausgemachten asiatischen Rassismus:
Aus diversen Hindu-Texten geht hervor, dass sich die hochkastigen Brahmanen in Indien sicher waren, weit über sämtlichen „unreinen Fremden“ zu stehen. Dazu zählten sowohl die Araber, genannt „Mlecchas“, als auch die oft auffällig dunkelhäutigen Ureinwohner Südindiens (Dravidas).
In Japan wiederum galt schon vor vielen Jahrhunderten die Doktrin von der göttlichen Herkunft der sogenannten „Yamato-Rasse“, welche den ersten japanischen Kaiser Jimmu hervorgebracht habe, der wiederum der Urururenkel der Sonnengöttin Amaterasu-o-mi-kami gewesen sei.
Hieraus resultierte eine extrem überhebliche Einstellung gegenüber allen anderen asiatischen Völkern sowie dann später auch den Weißen. Über deren angeblich „affenartige Natur“ erschienen in Japan während des Zweiten Weltkriegs sogar „wissenschaftliche“ Abhandlungen.
Ebenso alte Wurzeln hat der Rassismus der Chinesen. Im „Reich der Mitte“ glaubte man sich stets allen anderen Völkern im Erdenrund überlegen – und viele davon galten als „unzivilisierte Barbaren“, zu denen am besten jeder Kontakt zu unterbleiben habe. Dazu zählten insbesondere andere „gelbe“ asiatische Ethnien wie die Japaner, welche von den Chinesen als „hässliche Zwerge“ betitelt wurden, und sämtliche Menschen schwarzer Hautfarbe. Die Bezeichnung für die selbigen lautete „Heigui“, was wörtlich übersetzt „Schwarzer Teufel“ oder „Schwarzer Dämon“ heißt.
Und nun erlebt diese Denk- und Sprechweise in der Volksrepublik China wieder eine Renaissance, nachdem der Rassismus zu Zeiten von Mao Tse-tung verpönt gewesen war, weil statt der Rasse die Klasse als zentrale Differenzierungskategorie zu dienen hatte. Über den neuen Trend berichten zunehmend Korrespondenten westlicher Blätter aus den verschiedensten Ecken Chinas. So unter anderem aus Guangzhou (früher Kanton), der Hauptstadt der besonders bevölkerungsreichen Provinz Guangdong.
Dort haben sich in den vergangenen Jahren Unmengen von afrikanischen Händlern niedergelassen – möglicherweise liegt deren Zahl inzwischen schon bei einigen Hunderttausend. Die Immigranten treffen nun auf mannigfache Ausprägungen des Alltagsrassismus, der gerne damit begründet wird, dass die Zuwanderer aus Ghana, Nigeria, Kamerun und anderen Staaten Afrikas „schmutzig“, „faul“ und „kriminell“ seien, was nach Meinung der meisten Bürger der Volksrepublik im Übrigen auch für die Schwarzen und Latinos in den USA gelte.
Im Gegensatz dazu beschreiben sich die Chinesen selbst als „schöne, mildtätige und kluge Rasse“ mit „erstklassigen Genen“, welche „frohgemut der Welt der Zukunft“ entgegenschreite – dergestalt lautete beispielsweise das Eigenlob in einem oft gezeigten Imagefilm über das „Reich der Mitte“ heute.
    Wolfgang Kaufmann


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