Zwei Frauen, neun Kinder

Wie das Boot doch noch voll wurde, warum das Demonstrationsrecht weg muss, und wieso es demnächst ziemlich hässlich werden könnte / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

01.08.15

Immer wenn wir meinen, saftiger kann es nicht mehr kommen, setzen sie noch einen drauf. Bebend vor Erschütterung liest man den Deutschen die Leviten: Bis zum 6. Juni sei es zu 202 Übergriffen auf Asylbewerberheime gekommen. Das seien bereits mehr als im gesamten Vorjahr. Schämt euch, ihr finsteren Teutonen!
Nur ganz nebenbei erfahren wir, was da alles mitgezählt wird. Neben Brandanschlägen mit unbekanntem Urheber oder hässlichen kleinen Hakenkreuzmalereien werden auch friedliche Proteste vor Asylheimen offiziell als „Übergriff“ gelistet, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Sprich: Wer vor so einem Heim eine Meinung zum Thema „Asyl“ äußert, die den Mächtigen nicht passt, begeht eine Untat, die von den großen Medien in einer „Liste der Schande“ aufgeführt wird.
Deshalb soll mit solchen Kundgebungen endlich Schluss sein. Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), fordert eine weitläufige Bannmeile um alle Asylheime der Republik. Einen Kilometer um die Einrichtungen herum sollten alle Demonstrationen verboten werden, um die „Flüchtlinge“ vor „Übergriffen“ (wie eben solchen Kundgebungen) und Ausschreitungen zu schützen.
Sie erinnern sich an die Prognose des Hamburger Sozialsenators Detlef Scheele, die wir hier vergangene Woche zitiert haben? Egal, wo man künftig in der Hansestadt vor die Tür trete, werde man in höchstens einem Kilometer Entfernung auf eine Asylunterkunft treffen, so der SPD-Politiker. Geht es nach dem DPolG-Chef, sollen sich die Hamburger also in die Wälder scheren, wenn sie etwas zur Zuwanderungspolitik sagen möchten.
Allerdings könnte es auch da draußen bald eng werden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat vorgeschlagen, die Asylsucher in „entvölkerte Gebiete“ der neuen Bundesländer zu verfrachten.
Der Vorschlag erstaunt uns. Noch im vergangenen September tönte der Grünen-Politiker im Gespräch mit der „Zeit“: „Das Boot ist nie voll.“ Soll heißen, Deutschland im Allgemeinen und Baden-Württemberg im Besonderen verfügen über eine schier unbegrenzte Aufnahmefähigkeit.
Das Boot ist nie voll? Dass Kretschmann sich ein Wasserfahrzeug mit unbegrenzter Ladekapazität einbilden konnte, schoben Norddeutsche – ein wenig hochnäsig – auf die Tatsache, dass er im Schwabenland großgeworden ist. Derart fern von jeder Küste mag man so ein Vehikel ja für machbar halten. Wer dagegen  Nord- oder Ostsee schon mal „in Aktion“ sah, der hat eine sehr plastische Vorstellung davon, was diese Meere mit einem überladenen Kahn anstellen.
Offenbar ist Kretschmann mittlerweile ebenfalls um diese maritime Erfahrung reicher. In etlichen Kommunen seines Landes dringt die Asylflut schon von außen durchs Speigat und schießt über Deck. Daher werden jetzt Lenzpumpen verlangt, welche die Flut auf andere Schiffe umleiten sollen.
Deren Offiziere werden sich aber freuen. Denn auch in den neuen Bundesländern haben die Politiker mit wachsendem Unmut über die immer höheren Flutwellen zu kämpfen. Im sächsischen Freital herrscht bereits so etwas wie Ausnahmezustand: Jegliche „Zusammenrottung“ ist verboten worden, weil die Demonstrationen gegen Asylbewerberheime nicht abreißen wollten. Das mit der „Bannmeile“ nimmt dort Gestalt an.
Als wenn das nicht schlimm genug wäre, stellt sich für Wendt und ähnlich gestrickte Diskutanten noch ein ganz anderes Problem. Mit der Bannmeile wären die Asylbewerber zwar vor den Deutschen und deren Meinung geschützt. Aber wer schützt die Asylbewerber vor der Hauptgefahr, die sie bedroht – nämlich vor anderen Asylbewerbern?
Seit Anschwellen der jüngsten Flut ist zum Glück noch keiner der nach Deutschland Strömenden von einem Deutschen ermordet oder totgeschlagen worden. Sehr wohl aber fielen bereits mehrere „Flüchtlinge“ den Attacken ihrer Wandergenossen zum Opfer. Jede Woche laufen zudem von irgendwo im Lande Meldungen ein über wüste Schlägereien unter Asylsuchenden.
Warum das kaum für Aufsehen sorgt? Warum niemand „Schande!“ schreit und zu „Solidaritätskundgebungen“ aufruft für die Opfer und deren Angehörige?
Ganz einfach: Erstens, weil sich aus solchen Übeltaten kein politisches Kapital schlagen lässt und zweitens, weil die Asylsucher keine politische Gefahr für die Machthaber darstellen. Demonstrierende Deutsche aber tun das sehr wohl, weshalb es gilt, auch den friedlichsten unter ihnen die „moralische Mitschuld“ an Gewalttaten einer kleinen, durchgeknallten Minderheit in die Schuhe zu schieben.
Dadurch bekommen die Deutschen nämlich Angst, in die Nazi-Ecke geschoben oder mit besinnungslosen Menschenhassern in eine Reihe gestellt zu werden – und verziehen sich artig in ihre Löcher. Ja, liebe Leute: So macht man Politik, Machtpolitik gegen die eigenen Bürger.
Und es klappt hervorragend, oder? ODER? Im fränkischen Mainstockheim ist das passiert, was nie hätte passieren dürfen. Nachdem zwei Dutzend Asylbewerber das Dorf dermaßen terrorisiert haben, dass den Bewohnern der Kragen geplatzt ist und es beinahe zu handfesten Tumulten gekommen wäre, hat die Politik entschieden, das dortige Asylheim aufzulösen und die Insassen woandershin zu verlegen.
Sie haben sich also dem Bürgerwillen gebeugt, so, also wäre das hier eine Demokratie, wo die Bürger was zu sagen haben. Bislang stand den aufmüpfigen Deutschen eine eiserne Front der Mächtigen gegenüber, von denen ihnen barsch beschieden wurde: Wie viele Asylbewerber Deutschland aufnimmt und wo die untergebracht werden, entscheiden wir allein. Wenn ihr nicht kuscht, dann schicken wir unsere Rollkommandos von der „Antifa“ und unsere bellenden Journalisten, die euch vor der versammelten Medienkundschaft zur brauen Minna machen!
Und nun das: Rückzug. Mainstockheim könnte von dem Pöbel, der sich deutsches Volk nennt und sich für den „Souverän“ einer „Demokratie“ hält, als Signal verstanden werden: Es geht, wir können mitreden, wenn wir nur zäh genug darum kämpfen. Eine ka­tastrophale Botschaft, wenn man bedenkt, was noch kommt.
Was kommt denn noch? Nun, 80 Prozent der Asylbewerber und Flüchtlinge sollen junge Männer sein. Wenn die erst Asylrecht haben, dürfen sie ihre Familien nachholen. Das „Darmstädter Echo“ gibt einen Vorgeschmack darauf, wie das werden könnte. In Südhessen habe ein Syrer gerade seine „zwei Frauen und neun Kinder“ nachgeholt, was die aufnehmende Gemeinde „vor eine große Herausforderung“ stelle. Müssen wir also an die Zahl der jungen Männer, die schon hier sind, noch eine Null dranhängen, um zu ermessen, was demnächst über die Grenze drängen wird?
Jetzt mal halblang, keine Panikmache, bitte. Wahrscheinlich sind von denen die meisten ja gar nicht verheiratet und ohne Kinder. Das mag sein, aber was macht das? Ein Mann, der für sich und alle Seinen die sozialen Ansprüche des deutschen Asylstatus genießt, der ist vom Senegal bis Syrien eine geradezu glänzende Partie. Da dürfte die Brautsuche in der Heimat keine große Sache mehr sein.
Das wird dann nicht bloß die deutschen Kommunen „vor eine große Herausforderung“ stellen, sondern auch die großen Staats- und Konzernmedien. Die mühen sich ja jetzt schon bis über den Rand der Erschöpfung hinaus (vor allem der Erschöpfung jeder journalistischen Berufsehre) darum, die Propagandafront zwischen ihren Kunden und der Wahrheit zu verteidigen. Wenn das mit den „zwei Frauen und neun Kindern“ erst so richtig ins Rollen kommt, könnte diese Front zusammenbrechen. Danach dürfte es wirklich spannend werden in Deutschland. Und ziemlich hässlich.


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Kommentare

sitra achra:
8.08.2015, 18:19 Uhr

In Ostpreußen gab es während der Kaiserzeit oftmals Familien mit zehn oder mehr Kindern (von einer Frau!). Wohlstandsdenken und Abtreibung haben eine volkswirtschaftlich förderliche Vermehrung verhindert. Nun schlottern den dafür Verantwortlichen die Knie. Sie befürchten zu Recht, dass es ohne grenzenlose Einwanderung einen Kollaps der Volkswirtschaft und damit ihrer Machtinteressen gibt.
Einige munkeln im Netz,dass Geheimdienste der überschüssigen Bevölkerung in Afrika und des Nahen Ostens die Schleusergelder finanzieren. Wäre durchaus logisch, da die gleichgeschaltete Medienlandschaft hierzulande die Willkommensschalmei ertönen lässt. Auch die Gutmenschen eilen herbei, wieder einmal eine Gelegenheit, seine unterbelichtete Persönlichkeit zu pimpen.
Allerdings droht diese von langer Hand vorbereitete Aktion den Akteuren auf die Füße zu fallen.
Schadenfreude bei dieser miserablen Situtation zu empfinden, ist dabei nicht moralisch.
Aber wer kann schon gegen den inneren Schweinehund angehen?


F. M.:
4.08.2015, 20:50 Uhr

Wem dienen die "deutschen" Spitzenpolitiker?
Welche geheimen Verträge,Abkommen oder Vereinbahrungen folgen sie,die uns nicht bekannt werden dürfen- und von wem kommen sie? Wer steuert die Verfällschungspropaganda der Medien? Warum finden angeblich die meisten Deutschen die Flüchtlings u.Asylpolitik schwer in Ordnung? Was ist so wunderschön an einer "bunten u.in Zukunft ethnisch verfremdeten Gesellschaft mit unterschiedlichen Gebräuchen, Sitten,Mentalitäten, Rieten u. Religionen? Verträgt sich das denn auf Dauer? Wenn ja, oder auch nein-auf was müssen wir uns gefasst machen? WER- muß auf WEM- die meiste Rücksicht nehmen?- UND- was hat er dann davon? Was meint Thielo Sarazin mit"Deutschland schafft sich ab"?????? Wo ist es denn -dieses Deutschland-?????Werde ich ,wenn all diese Fragen zu lesen sind, vom Verfassungsschutz beobachtet? Werde ich denunziert? Muß ich dann um meine Existenz fürchten?


Claus Reber:
3.08.2015, 14:32 Uhr

Man reibt sich immer wieder verwundert die Augen, wenn man in den Nachbarländern sieht, wie es die Menschen dort schaffen die Regierung zum Handeln zu zwingen. In Deutschland fast undenkbar. Jede Streit- und Demonstrationskultur hat man uns in den letzten 70 Jahren aberzogen. Und jetzt, wo sich Kritiker zusammenschließen und auf die Straße gehen, versucht man das im Ansatz durch neue Gesetze zu verhindern. Nun sitzen wir da und bestaunen mit großen Augen, was da so alles passiert in unserem Land. Wir lesen es in der Presse und sehen es täglich im Fernsehen wie schön unser buntes Land ist und wie wertvoll doch die ganzen Facharbeiter für unser Land und unsere Wirtschaft sind. Kaum gehen wir vor die Tür, empfängt und die harte Realität, die mit den herzzereißenden Bildern und Geschichten so garnichts zu tun haben. Natürlich gibt es auch Einzelschicksale die in ihrem Land mit dem Tode bedroht waren. Um die sollten wir uns kümmern. Leider kann man es nicht unterscheiden, wer echter Flüchtling ist, oder wer hier nur in die soziale Hängematte möchte. Und so wird weder dem einen noch dem anderen sinnvoll geholfen. Unser Land, die gesamte Infrastruktur, der gesellschaftliche Zusammenhalt brechen zusammen. Der Druck im Kessel steigt von Tag zu Tag. Sollte die Lage eskalieren, werden sich spätestens dann die Politiker verwundert die Augen reiben. Aber dann ist es zu spät!!


Hauke Haien:
2.08.2015, 17:07 Uhr

Da hilft dann nur noch eins, auswandern nach Ostpreußen.
Da gibt es wenig Fachkäfte für Schlösser, Fenstescheiben und Taschden.


Maria-Anna Konietzko:
2.08.2015, 11:17 Uhr

In Mainstockheim, Herr Heckel, waren es aber keine Deutschen, die sich mannhaft dem Irrsinn Asylflut entgegenstellten, es waren junge neudeutsch-türkische Bürger, deren Frauen von den noch neueren Bürgern belästigt worden waren, und die deshalb mit Baseballschlägern (wecher deutsche Jungmann besitzt denn Baseballschläger?) bewaffnet vor das Aylantenheim zogen. Und vor denen kuschten der Landrat und auch die Presse! Wir müßten heute noch mehrere entsetzlich empörte Artikel täglich über widerlich randalierende Nazis lesen, wären es echte Deutsche gewesen, so aber ist Mainstockheim höchstens eine Randnotiz in unseren geliebten Mainstreamorganen, natürlich ohne genaue Nennung der tatsächlichen Umstände.


Herbert Schinkel:
1.08.2015, 12:25 Uhr

Tja, die Demokratie geht den Bach runter und der Deutsche findet das toll.

So wie es aussieht soll der Hooton-Plan jetzt so schnell wie möglich umgesetzt werden. TTIP steht vor der Tür.


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