Die EU kippt

Die Europäische Union versinkt in Streit und Krisen – Rettung unwahrscheinlich

13.04.16
Nichts Gutes zu vermelden von der EU: Kommissionspräsident Juncker im Gespräch mit Kanzlerin Merkel Bild: action press

Ist 2016 das letzte Jahr der Europäischen Union? Die Krisen eskalieren, die Verantwortlichen aber kleben an den alten Rezepten.


Was haben die anhaltenden Ausschreitungen in Frankreich, die hässlichen Bilder von Idomeni, das Nein der Niederländer zum EU-Abkommen mit der Ukraine, die unmittelbar bevorstehende Gefahr eines britischen EU-Austritts, die immer noch horrende Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und  Italien oder die Renaissance des Nationalen in Mittelosteuropa gemeinsam? Sie sind die Ergebnisse einer dramatisch verfehlten Europa-Politik, die teils schon vor Jahrzehnten eingeleitet wurde und nun schubartig ihre giftigen Früchte hervorbringt.
Frankreich sitzt in der Klemme, die Arbeits- und Sozialkosten sind viel zu hoch. Das Land verliert fortwährend an Wettbewerbsfähigkeit. In früheren Jahren hätte Paris den Franc abgewertet, um seine Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen. Dieser Weg ist seit der Euro-Einführung blockiert.
Nun bleiben nur drastische Lohnkürzungen, längere Arbeitszeiten, weniger soziale Leistungen – oder aber der Marsch in die Schuldenkatastrophe. In derselben Falle zappeln Spanien und Italien. Zarte Aufhellungstendenzen in Spanien können darüber nicht hinwegtäuschen.
Die hässlichen Szenen von Idomeni, die Asylflut also, und die Unfähigkeit der EU und Deutschlands zumal, darauf eine verantwortbare Antwort zu finden, haben wesentlich zum holländischen Nein beigetragen und beflügeln die britischen Ausstiegs-Befürworter ebenso wie die EU-Kritiker in Mittelosteuropa.
Ursprung dieser Abspaltungsbewegungen aber war eine selbstherrliche EU-Elite, die sich in die Vorstellung verstiegen hatte, sie könne alle Völker nach ihrer Pfeife tanzen lassen. Die jede Kritik an ihren „Projekten“ als „europafeindlich“, „nationalistisch“, „rück- wärtsgewandt“ und neuerdings „rechtspopulistisch“ vom Tisch wischte. Die wie eine sture Dampfwalze arrogant weiterrollte, wo längst Kurskorrekturen angezeigt gewesen wären – ob beim Euro oder bei der immer weiter voranschreitenden „Integration“ der europäischen Staaten.
Bei der Asylfrage sind die Akteure auf einen fadenscheinigen Formelkompromiss ausgewichen, wie sie es nur zu oft getan haben. Der Unterschied: Hier hat die Wirklichkeit eine solche Wucht und Schnelligkeit entfaltet, dass die Fadenscheinigkeit schon nach wenigen Tagen ins Gesicht sprang.
Erfahrene Beobachter fabulieren bereits von 2016 als einem „historischen Jahr“, in dem sechs Jahrzehnte europäischer Integration mit einem Male an ihr Ende kommen und der Kontinent eine völlig neue Richtung einschlägt. Werden sie Recht behalten?
Die Frage ist, ob die EU-Verantwortlichen die Kraft und die Phantasie aufbringen, um eine radikale Korrektur zu vollziehen. Die bisherige Erfahrung lehrt leider, dass sie stattdessen an ihrem verheerenden Kurs festhalten dürften bis zum bitteren Ende.     Hans Heckel


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Wolfgang Scharff:
19.04.2016, 20:19 Uhr

"Die EU kippt"

So es denn sein soll:
WANDERERS NACHTLIED ©
Frei nach Johann Wolfgang von Goethe

Über allen Gipfeln ist Ruh´.
Im Tal krepiert leis´ die geliebte EU.
Vernehmlich sind noch Politik und Presse,
planlos wie stets, doch mit großer Fresse.
Von Kompetenz indessen kaum einen Hauch.
Geduldet euch, Leute! Balde ruhen sie auch.


Andreas Gehrmann:
16.04.2016, 20:22 Uhr

Frankreich hat alles richtig gemacht, d.h. sich an bei der Lohnentwicklung an das Inflationsziel von 1,9% gehalten - und ist jetzt in enormen Schwierigkeiten. Warum? Nun, weil Deutschland sich seit der Währungsunion genau nicht daran gehalten, immer darunter geblieben ist und dadurch über die Jahre einen Kostenvorteil gegenüber den anderen Eurostaaten erreicht hat: Wir wurden wettbewerbsfähiger! Das aber geht in einer WU nicht! Da aber die anderen Staaten nun anhängige Schuldner sind, halten alle die Klappe anstatt endlich mit dem Finger auf Deutschland zu zeigen. Die Südstaaten haben dem gegenüber etwas zu viel Inflation gemacht, richtig! Aber es ist falsch, nur die Südstaaten für die Ungleichgewichte verantwortlich zu machen!


Yvonne van Cleef:
16.04.2016, 17:25 Uhr

Ich hoffe die Eu geht bald zu ende!


Jan Kerzel:
13.04.2016, 22:18 Uhr

Die EU wird bestehen bleiben, denn die Vorteile überwiegen,insbesondere auch für Frankreich. Die politische Stärke Deutschlands kommt aus dem Steuersäckel, der ist voll und man gibt, oder auch nicht. Solidarität in der EU. Hunderttausende junger Europäer sind arbeitslos, ja perspektivlos,meist mit ordentlicher Grundausbildung und oft auch mit höherer Ausbildung.Deutschland aber holt seine Fachkräfte in Millionenstärke aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum. Manchen erscheint dies absurd.Mag sein. Zerbrechen wird die EU daran nicht, denn die meisten Staaten hängen am Berliner Tropf,zumindest Teile ihrer politischen Eliten.Wes Brot ich ess,des Lied ich sing.


Rudolf B.:
13.04.2016, 13:56 Uhr

"Die Frage ist, ob die EUnVerantwortlichen die Kraft und die Phantasie aufbringen...."
Ich habe den Bindestrich zwischen EU und Verantwortlich um den Buchstaben 'n' ergänzt. Daran erkennt man das ganze Dilemma von EURO&pa ...... abgehoben, nicht lernfähig, indoktriniert, EUdeologisiert ..... lauter schlechte Zutaten für eine Korrektur. Frau Merkel gibt das Paradebeispiel hitleresken Wahns in der EU, keinen Meter Boden freizugeben, auch wenn er in der falschen Richtung liegt. Phantasie ist der Feind von Ideologie und EUROpa ist mittlerweile blanke Ideologie als Vorstufe zur Vollglobalisierung und kompletten Durchökonomisierung der Welt, ohne National-Staaten, weltgemeinwohlig (was immer diese Geisteshaltung auch bringen oder wohin sie führen soll) mit einer Einheitsreligion und einer Einheitsmenschenrasse, kaffeebraun und ein IQ an der Grenze der Dunkelheit. Leider haben manche, die Europa heute führen wollen, für sich selbst diesen Zustand bereits vorweggenommen. Bringen Sie es oder nicht.


Andreas Müller:
13.04.2016, 13:35 Uhr

Die Probleme sind doch ganz klar zu erkennen.
1. Eine konzerngelenkte EU-Bürokratie, denen nationale Bürger- Interessen zu wider sind und schon fast faschistoide Formen der Macht demonstriert.
2. Ein globales Banken-Konzern-Geflecht, das außerhalb jeden nationalen und internationalen Rechts arrogant agiert, korrumpiert und allherrschaftlich im Manchester-Kapitalismusform regiert,
3. "Asyl", "Flüchtling", neuerdings "Schutzsuchenden" als Migrationswaffe im weltweiten Wirtschaftskrieg gegen Europa und Deutschland eingesetzt wird.
Ergo:
1. Die EU-Bürokratie MUSS SOFORT auf eine EWG alten Stils reduziert werden.
2. KEINE Bank ist systemrelevant!
Wer sich nicht den Interessen der europäischen Völker unterordnet, wird verstaatlicht, das Spitzenpersonal ausgetauscht und auf eine reine Geschäftsbank gestutzt. Der Derivaten- Zertifikatenhandel, Leergeschäfte, etc. werden verboten.
Statt Steueroasen, Besteuerung auf den Brutto-Umsatz.
3. Die Migranten MÜSSEN repatriiert werden!!!
Ob sie wollen oder nicht.
Allein Afrika hat jedes Jahr 30 Mio. Arbeitslose mehr.
Die EU ist damit völlig überfordert.
Der Orient will nur EROBERN.
Egal was für hanebüchene Märchen aus 1000 und 1 Nacht uns erzählt wird. Nach 40 Jahre gescheiterter Integrationsversuche MUSS Europa zur Vernunft kommen.
Für den Balkan, speziell Albaner und Zigeuner gilt das gleiche.
Die Probleme müssen in den Herkunftsländer national gelöst werden und nicht nach uns transferiert werden.
Dadurch wird nichts gelöst, sondern nur verschlimmert.
Die Golfstaaten sollten dazu verpflichtet werden, statt mit Migranten Europa erobern zu wollen, mit deren Reichtum die Probleme in der islamischen Welt zu lösen.
Geld ist ohne Ende vorhanden.
Für Afrika mit seinen Rohstoffreichtum gilt gleiches.
Leider ist es so, dass wir von korrupten Psychopathen, gierigen Bankern und "visionären" (geisteskranken) Konzernlenkern in den Abgrund gerissen werden.
Niemand in verantwortlicher Position fühlt sich angesprochen aufzuräumen, klar Schiff zu machen, stattdessen wird dieser globale Müll nach Kräften unterstützt.

Das Merkel-System ABWÄHLEN!!!
Wir brauchen ein neues Leipzig 1989.


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.