Es geht weiter bei den Pommern in Braunschweig

02.01.19

Zur Adventsfeier des Braunschweiger Kulturkreises Vineta in der Pommerschen Landsmannschaft am 4. Dezember 2018 erschienen nur noch zwölf Mitglieder. Edmund Habenstein, Leiter des Kreises, hatte Fritz Folger, den letzten Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen (BdV), Kreisgruppe Braunschweig, mit seiner Vertreterin Rosemarie Konst eingeladen. Fritz Folger ist ebenfalls Leiter der Ostpreußischen Landsmannschaft in Braunschweig. In seinen Grußworten erwähnte er, dass sich der Kreisverband Braunschweig im BdV aufgelöst hätte, wie auch die Landesgruppe der Pommerschen Landsmannschaft in Niedersachsen 2019 nicht mehr existieren würde. Der Grund dafür wäre, dass die Erlebnisgeneration hinweg stürbe bzw. aus Krankheitsgründen nicht mehr in der Lage wäre, die Heimatverbände zu begleiten. In Braunschweig würden aber der Kulturkreis Vineta und die Ostpreußische Landsmannschaft weiterhin bestehen bleiben.
Edmund Habenstein hatte sogar schon einen Übersichtsplan für die Treffen an jedem 1. Dienstag im Monat für 2019 zusammengestellt. Er wurde freudig von den Pommern in Empfang genommen. Die Gaststätte Gliesmaroder Thurm in Braunschweig bleibt der Versammlungsort.
Die Adventsfeier stand unter dem Motto: „So ging es in Pommern auf Weihnachten zu.“ Den Kaffeetisch hatte Charlotte Frey liebevoll mit selbstgefertigten Fröbelsternen und Tannengrün geschmückt. Die Tischdekoration durfte am Ende mitgenommen werden. Die ausgewählten Lieder wie: Bald nun ist Weihnachtszeit, Macht hoch die Tür, Sind die Lichter angezündet, Glocken der Heimat und zum Schluss das Pommernlied wurden von Klaus Hillebrand am Klavier begleitet.
Brigitte Klesczewski führte die Pommernfreunde auf Weihnachten zu. Jeder konnte nach einem Beitrag, wenn er wollte, etwas hinzufügen. So hatte der Adventskalender vor mehr als 75 Jahren keine Schokolade hinter dem Türchen. Die kam erst 1958 hinein. „Das stimmt,“ stellten die Pommern fest, „Oft haben wir den Kalender selbstgemalt.“ Es wurden die ersten Pfefferkuchen auf dem Blech und  Plätzchen gebacken. „Viel Spritzgebäck kam auch dazu,“ meinte einer aus dem Kreis. „Wir naschten damals gern den Kuchenteig. Meine Kinder haben nicht mehr die Backschüssel ausgekratzt, weil sie wohl genug Süßigkeiten hatten,“ fügte eine weitere Heimatfreundin hinzu. Mancherorts wurden auch die Adventsrosen (siehe PAZ Nr. 48) gebastelt. Charlotte Frey will sie sich für 2019 als Tischschmuck vornehmen.
Zum 6. Dezember, dem Nikolaustag, wurden die Schuhe ans Fenster gestellt, damit der Nikolaus sie mit Süßigkeiten füllte. „Aber geputzt mussten sie sein,“ kam der Hinweis aus der Kaffeegesellschaft. Es polterte auch Knecht Ruprecht in manches Haus und zählte die Schandtaten der Kinder auf. „Wehe, wer da nicht ein kleines Gedicht aufsagen konnte,“ bemerkte die Älteste in der Runde.
Zu Weihnachten verschmolzen dann Knecht Ruprecht und der Nikolaus zum Weihnachtsmann. „Übrigens,“ so Edmund Habenstein, „hatte der Knecht Ruprecht viel Ähnlichkeit mit dem Erbsbären.“
An die blaue VDA-Kerze, die Brigitte Klesczewski erwähnte, konnte sich keiner mehr erinnern. Sie wurde zum Gedenken an die Deutschen im Ausland ans Fenster gestellt.
Das Gedicht „Weihnachten“ von dem Oberschlesier Joseph von Eichendorff konnte noch so mancher auswendig hersagen. „Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen,“ war ein beliebtes Gedicht, das kleine Mädchen im Weihnachtsgottesdienst vortrugen. Auch im Krippenspiel hatte so mancher der Anwesenden mitgewirkt. Die Mädchen wollten am liebsten als Engel  auftreten. Die kleinen Jungen dagegen wehrten sich oft, als Schafe auf der Bühne zu stehen.
Der Herrnhuter Stern wurde nicht vergessen, der auch heute noch die Kirchen schmückt und früher in Pommern zur Weihnachtszeit in vielen Fluren hing.
So soll es nun 2019 weitergehen. Darüber waren alle am Ende der Adventsfeier froh.
Am 15. Januar 2019 um 12 Uhr trifft sich der Kulturkreis Vineta zum Mittagessen. Um 14 Uhr beginnt dann der Pommernnachmittag in der Gaststätte Gliesmaroder Thurm in der Berliner Straße 105,  38104 Braunschweig.

Brigitte Klesczewski


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