Sommerfest des Pommernkonvents

Frohe Stimmung auf dem Gelände der Familie von Schlange-Schöningen in Hinterpommern

13.09.19
Besucher, Organisator und Künstlerinnen beim Sommerfest: Uwe Burmester, Horst Zander, Bernhard Riedel, eine Besucherin, Karolina Stachowiak und Marta Gadzina (v.l.n.r.)

Nach der schwerwiegenden Erkrankung der bisherigen langjährigen Vorsitzenden Rita Scheller drohte dem beliebten Sommerfest des Pommernkonvents das Aus. Doch das widerstrebte dem neuen Vorsitzenden der Gemeinschaft evangelischer Pommern (Pommernkonvent), dem Greifswalder Dr. Christoph Ehricht. So versuchte er im vergangenen Jahr mit dem in Penkun (Vorpommern) tätigen Pastor und Vorstandsmitglied Bernhard Riedel die Fortführung. Dabei geht es besonders um die kulturelle Betreuung der Deutschen Freundschaftskreise, ehemals „Deutsche Minderheit“, in ihrer heute zum polnischen Staat gehörenden Heimat Hinterpommern.

Der Anfang im vergangenen Jahr mit dem dortigen Ortsvorsitzenden Alfons Rekowski und seiner Gruppe in der Kreisstadt Rummelsburg (Miastko) ermutigte die beiden Pommern zu einer Fortsetzung. Diese fand am Sonnabend dem 17. August statt. Dafür stellten die Landsleute Maria Magdalena Fröhlich und Professor Dr. Eckhard Maronn ihr Haus und ihren Garten zur Verfügung. 

Eckhard Maronn, gebürtiger Pommer, 1935 in Pölitz nordwestlich von Stettin geboren, konnte seine Heimat nie vergessen. Also bemühte er sich um seine Rückkehr. Die gelang ihm im Jahr 2000, als er den heruntergewirtschafteten Gutshof in Schöningen (Kamieniec), der ehemals der pommerschen Familie von Schlange gehörte, erwerben konnte. Das Dorf liegt nur fünf Kilometer entfernt südlich von dem heutigen Grenzübergang Pomellen /Kolbitzow (Kolbaskowo) in der Nähe von Stettin.

Dank der Eheleute Maronn konnte der Pommernkonvent seine Mitglieder und Freunde im Garten des Grundstücks mit einem Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen  bewirten. Die köstliche Gemüsesuppe hatte die Hausherrin selbst zubereitet. Und den selbstgebackenen vorzüglich schmeckenden Kuchen servierten die aus der nachbarschaftlichen deutschen Kirchengemeinde Penkun angereisten Damen.

Die weiteste Fahrt aus dem Westen zum Treffpunkt hatte Mechthild  Scheller aus Hannover zurückgelegt, die Schatzmeisterin des Konvents, und die weiteste aus dem Osten hatte der Berichterstatter dieser Zeilen mit seinem Enkel Erwin Kowalski aus Schimmerwitz Wald (Pieski) in Hinterpommern. Dort leben er und seine Frau nur einen Kilometer entfernt von der früheren Grenze zu Westpreußen. 

Wie stark sich die Verbundenheit zwischen West und Ost, also Vor- und Hinterpommern, inzwischen entwickelte beweist mit seiner Teilnahme auch der stellvertretende Vorsitzende Uwe Burmester. Er ist beim Kirchenkreisamt in Greifswald/Vorpommern beschäftigt und wohnt mit seiner Frau und seinem Sohn in Stettin (Szczecin)/Hinterpommern. Er hatte außerdem die bekannte 95jährige Stettinerin Brigitte Kipper und zwei weitere Landsmänninnen mitgebracht.  Köslin (Koszalin) war vertreten durch die Gemeindeschwester Izabella Glowka-Sokolowska.

Eröffnet hat dies gelungene Sommerfest Pastor Christoph Ehricht, der Vorsitzende des Pommernkonvents, mit einem evangelischen Gottesdienst. 

Nach dem Mittagessen erlebten die Gäste einen musikalischen Hochgenuss, den niemand der Anwesenden dort erwartet hatte. Karolina Stachowiak, Piano, und Marta Gadzina, Violine, veranlassten die Zuhörerinnen und Zuhörer zu Beifallsstürmen. Es war tief beeindruckend, wie brillant diese beiden jungen Frauen ihre Instrumente beherrschen und den Carl-Löwe-Saal mit ihren Klängen füllten. Dr. Maronn sprach dankend den Wunsch aus, die beiden Künstlerinnen in absehbarer Zeit in seinem Haus erneut begrüßen zu dürfen. Bernhard Riedel dankte auch der Gryphius-Stiftung für ihre Unterstützung dieses Konzerts.

Ein weiterer musikalischer Genuss erfreute die Gäste nach der unterhaltsamen Kaffeetafel. Die deutsch-polnische Blaskapelle „Ever Brass“  glänzte mit beschwingten und animierenden Musikstücken. Die im Freien dargebrachten schwungvollen Melodien aus Vergangenheit und Gegenwart verstärkten die frohe Stimmung.

Kurz nach 17.00 Uhr endete diese angenehme deutsch-polnische Zusammenkunft mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr in Hinterpommern. Nach dem stehend gesungenen Pommernlied „Wenn in stiller Stunde“ und dem Reisesegen, den der Hauptorganisator Bernhard Riedel erteilte, verabschiedete man sich dankbar von dem Gastgeber Eckhard Maronn. 

 

Horst Zander, Schimmerwitz Wald  


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