Stettiner Peperkoken

So war es damals auf dem Weihnachtsmarkt

05.12.18
Süß und lecker: Peperkoken in Form eines Schiffes Bild: privat

Reisen zu Weihnachtsmärkten sind beliebt und werden in Deutschland heute schon im September angeboten. Jeder Weihnachtsmarkt preist seine speziellen Schätze an.

In Stettin war es vor dem 2. Weltkrieg die Adventspyramide auf dem Paradeplatz nahe dem Berliner Tor.

Die Mittelpromenade der Lindenstraße bot sich dagegen für den Weihnachtsmarkt an. An unzähligen Ständen konnten hier Weihnachtsleckereien gekauft werden. Es roch nach Lungwurst und Erbsensuppe, Pfefferkuchen und gebrannten Mandeln. Etwas Besonderes jedoch waren  die Stettiner Peperkoken, ein Gebildbrot, das gern zur Weihnachtszeit verschickt wurde. Im Bildband von Heinz Gelinski „Stettin, eine deutsche Großstadt in den 30-er Jahren“ sind sie abgebildet, die Flundern, Anker, Hafenschlepper, Segelboote, Möwen, und Hein Kloks. 

Im Jahr 2017 erlebte ich vor Weihnachten eine große Überraschung. Eine polnische Freundin schickte mir einen Peperkoken aus Szczecin. Es war ein Schiff, auf dem nicht Stettin sondern Szczecin stand. Dieser Peperkoken war von der Konditorei Filipinka nach einem Rezept aus dem 19. Jahrhundert angefertigt worden. Die Motive hatte die Konditorei von den Bäckern aus der deutschen Zeit übernommen. Auf einem Beipackzettel der Konditorei stand, dass dieses Gebildbrot auch als zierender Hänger den Weihnachtsbaum schmücken könnte. Das tat er ebenfalls in der deutschen Zeit.

Für die alten Stettiner ist es erfreulich, dass eine polnische Konditorei diese Stettiner Tradition wieder aufleben lassen möchte.

Der diesjährige Städtische Weihnachtsmarkt  in Stettin/Szczecin findet vom 14. bis 23. Dezember 2018 statt.

 

 

Uff’n Stettiner Weihnachtsmarcht

 

Unsere Linden steh‘n entblättert;

ob’s auch draußen stürmt und wettert,

ob die Nasen und die Ohren

in der Kälte blaugefroren. 

Trotzdem lassen kleine Kehlen

es an Kraft und Fleiß nicht fehlen, 

hängen sich wie Kletten an:

„Hier der letzte Hampelmann!“

 

Nach Lungwurst riecht’s und Erbsensuppen.

Kleine Herde, Spielzeug, Puppen

locken bunt auf breiten Tischen,

manch begehrlich Stück dazwischen.

Bei Ladenschluss zieht man von dannen.

Harzig süßer Duft von Tannen, 

die auf ihren Käufer warten,

steh’n in manchem Straßengarten.

 

Hörst im Traum du’s leise klingen?

„Heil’ge Nacht auf Engelsschwingen,“

weht’s adventlich durch die Welt.

Und die Fenster sind erhellt.

 

(Verfasser unbekannt)

Brigitte Klesczewczki


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