Volk ohne Rückgrat?

Trotz Unzufriedenheit über Berliner EU-Politik erhebt sich kein Widerstand

06.03.13
Deutscher Michel: Schläfst du noch oder träumst du schon? Misswirtschaft auf politischer Ebene hat keine politischen Folgen

Die Politik und Euro-Rettung der deutschen Regierung nötigt den Deutschen immer mehr ab, doch weder finanzielle Lasten noch Demokratiedefizite erzeugen Gegenwehr.

Wo geht Ruhe in Dummheit über? Überall in der EU, längst nicht mehr nur in den sogenannten „Randländern“, formiert sich der Widerstand gegen den immer absurder ausgreifenden Brüsseler Regelungs- und Umverteilungswahn. Gegen die offene Parteinahme der EU-Instanzen zu- gunsten von globalen Milliarden-Jongleuren und der Finanzindustrie und zulasten der Völker. Gegen die schleichende Aushöhlung von Freiheit, Demokratie und Volkssouveränität.
Doch in Deutschland? Es scheint, als stehe ausgerechnet
das Volk jenes Landes, das in je-der Hinsicht das Kraftzentrum Europas darstellt, wie ein Zaungast am Rande des Geschehens. Keine Demonstrationen, keine Oppositionspartei gegen den Euro und EU-Zentralismus im Parlament, nichts.
Diese Passivität wird sich, so ist immer deutlicher zu sehen, furchtbar rächen, denn in der Politik gilt: Wer nichts tut, mit dem kann man es eben machen. Die allerneuesten Pläne zur Ausplünderung der Deutschen durch EU und Euro-System sprengen alles bislang Vorstellbare. Mindestens verfünffachen soll sich die jährliche Nettobelastung der Deutschen für die EU. Da sind „Rettungsschirme“, EZB-Schulden und Schuldenerlasse für andere Staaten oder ausländische Banken noch nicht einmal mitgerechnet (ausführliche Auflistung der Lasten auf Seite 7).
Doch die Deutschen schweigen stille. Sie können das „Thema nicht mehr hören“ und flüchten sich in Illusionen und gewollte Taubheit: Die Bundesregierung werde es schon richten, es wird schon alles nicht so schlimm.
Dabei sind die Zeichen der Überforderung Deutschlands schon jetzt unübersehbar, obwohl die astronomischen Belastungen, die derzeit ausgeheckt werden, noch gar nicht spürbar wurden: Die Infrastruktur des Landes verfällt rasant (siehe Seite 5), weil „kein Geld“ mehr da sei. Kein Geld? Die Deutschen erringen immer neue Exportrekorde, die Steuereinnahmen sprudelten 2011 und 2012 üppiger denn je in der Geschichte, sprich: Die Bundesbürger erarbeiten Mehrwert wie nie. Doch am Ende ist dann trotzdem „kein Geld“ da für Schulen und Straßen. Es wird Zeit zu fragen, wo das Geld eigentlich abgeblieben ist.
Doch das tut niemand. Stattdessen werden dauernd neue Wege erforscht, wie man den Menschen dieses Landes noch mehr abknöpfen kann: Rundfunksteuer,
Öko-Energie-Abgabe, höhere Bußgelder und vor allem anderen „sozial gerechtere Steuern“, was niemals etwas anderes hieß als „höhere Steuern“ für breiteste Schichten und eben nicht bloß „für die Reichen“, wie es die Propagandisten versprechen. Die Deutschen werden aufwachen müssen, oder aber sie werden einen erdrückenden Preis zahlen. Hans Heckel


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Kommentare

Maria-Anna Konietzko:
7.03.2013, 08:33 Uhr

"Die Deutschen" werden aber nicht aufwachen und sie werden einen erdrückenden Preis zahlen! Denn alle Meinungsmacher beschäftigen sich lieber mit Pferdefleich, mit Bioeiern, mit Schimmelpilzen, Herrenwitzen und dergleichen "wichtigen" Skandalen. Die Geldumverteiler und Schuldenmacher können derweil ihr Werk in Ruhe voranbringen, ab und an wird dem vielleicht doch aufmerkenden Michel eine neue "Reichensteuer" oder - noch besser - Begrenzung der "Reichengehälter" als Neidpflege und gleichzeitig eine neue Wohltat für "Arme" versprochen. Und dabei verbringen die verteufelten "Reichen" - dem Beispiel der reichen Franzosen folgend - ihr Vermögen schon längst heimlich in sichere Gefilde, planen ihren eigenen Wegzug und auch den der von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze (was teilweise, wie bei der Verlagerung der BASF Gen-Sparte in die USA, auch noch als Erfolg der Naturschützer bejubelt wird). Und wenn der tumbe Michel dann doch endlich merkt, daß ihm alles genommen wurde, wird er sich brav einmauern lassen und trotzdem immer noch glauben, es sei Vater Euro-Staat der ihn retten und gegen das gierigböse Kapital verteidigen wolle!


Josef Hambacher:
6.03.2013, 20:28 Uhr

Deutschland? Gibt es da ein Volk oder eher ein Gevölk? Irgend ein Gemisch aus allen Unterschichten dieser Welt. Ein Gevölk ohne Werte und Traditionen, vaporisiert in dem bilderbergerischen Sammelsurium der Neuen Weltordnung, den Vereinigten Staaten von Europa. Nein, von diesem Gevölk wird nichts mehr kommen. Den paar Biodeutschen bleibt nur zu hoffen, dass die noch existenten Völker Europas, Völker mit Rückrat, den Job machen. Das bilderbergische Babylon kann nicht mehr.


Peter Schumacher:
6.03.2013, 19:20 Uhr

Auf Widerstand unserer Bevölkerung werden wir noch sehr lange warten müssen, ich befürchte, dass wir lieber irgendwann an Suppenküchen Schlange stehen, bevor wir einen Aufstand wagen. M. Wolfram nennt es Umerziehung, das ist geschmeichelt. Wir wurden einer gigantischen Gehirnwäsche unterzogen und diese läuft in immer atemberaubenderem Tempo. Die Deutschen mutierten in den letzten Jahrzehnten zu absolut willenlosen Zombies, die alles aber wirklich alles klaglos mit sich machen lassen.
Sie wählen massenweise gescheiterte Existenzen in höchste Staatsämter und lassen sich von diesen Versagern auch noch ihr Leben bestimmen. Nur noch Randgruppen bestimmen über unser Dasein und pressen uns Steuern und Abgaben in nie dagewesener Höhe ab. Die früheren Fürsten wären dagegen allesamt die tollsten Sozialminister.
Man muss leider sagen, dass der Spruch, dass gegen Dummheit die Götter selbst vergebens kämpfen, für die Deutschen absolut zutrifft. Merkwürdigerweise ist kein Mensch, mit dem man diskutiert, zufieden mit der derzeitigen Situation, aber immer wieder werden die selben Figuren gewählt, die uns dann wieder jahrelang mit ihren inhaltslosen Ergüssen abspeisen.
Schon längst hätten wir diesen ganzen Volksverdummern die rote Karte zeigen können, aber die Deutschen tun es nicht. Warum nicht einfach mal Republikaner oder DVU wählen, wenn sie auf dem Wahlzettel stehen sind sie doch legitimiert. Was glaubt ihr, wie schnell diese selbstgefälligen Warmduscher wach würden, wenn da plötzlich mal solche Parteien mit 20% ins Parlament einziehen würden. Aber die Unzufriedenen bleiben am Wahltag lieber zuhause, lassen sich weiter ausnehmen und bevormunden und wundern sich, dass sich nichts ändert. All diese Volksverdummer wissen genau, dass wir zu blöde geworden sind, uns gegen diesen Wahnsinn zu wehren. Selbst wenn die Wahlbeteiligung auf 40% fallen würde bekämen wir immer noch die selben Gesichter vorgesetzt. Fazit: Es ist hoffnungslos, Deutschland geht dem Untergang entgegen und da wir uns nicht wehren, sind wir eben selbst schuld an unserem Untergang.


Dietmar Fürste:
6.03.2013, 18:24 Uhr

Zitat:
"In der Nachkriegszeit haben sich die Deutschen die Sicht der Sieger aufzwingen lassen, die militärische Kapitulation auch als eine geistige und kulturelle zu deuten."
Quelle: Klappentext des lesenswerten Buches von Thorsten Hinz: 'Die Psychologie der Niederlage'

Er zitiert darin Carl Schmitt:
"Dadurch, dass ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk".


Johanna Nahrun:
6.03.2013, 18:23 Uhr

Montagsdemonstrationen finde ich prima. Überall im Land.

WIR SIND DAS VOLK

Existiert schon das Gesetz, dass die Regierung deutsche Polizei/Militär einsetzen kann gegen das eigene aufbegehrende Volk? Ist das Gesetz schon Realität?
Was würde dann wohl unsere freie Presse darüber berichten? Ich fürchte: nichts.
Honnecker hatte nicht eingegriffen !!!


Patrick Pohl:
6.03.2013, 17:39 Uhr

Leider gibt es auch niemanden der Volkes Stimme vertreten könnte. Die Bürgerlichen sind mitlerweile so demoralisiert, dass man lieber nichts mehr unternimmt. Der Biedermeier hält im Bürgertum wieder einzug! Auch gibt es niemanden, der für eine (Parteien-)Alternative in Frage kommt!


Lothar Liedtke:
6.03.2013, 16:33 Uhr

Erfolgreiche Umerziehung. Als “das Volk” der DDR 1989 erfolgreich auf die Straße ging und mit dem Ruf, „wir sind das Volk“ ein ganzes politisches System zum Einsturtz brachte, da fuhr der Schreck so tief und nachhaltig in die Glieder unserer „Eliten“, ähnlich dem Mielke 1953 beim Volksaufstand, das beschlossen wurde, das darf nie wieder passieren. Seit dem wurde ein ganzes Sammelsurium von Mitteln eingesetzt, um das zu verhindern. Als erstes wurde „das Volk“ ausgetauscht, das geschieht noch immer durch massive Unterschichteneinwanderung, möglichst aus kulturfremden Kreisen mit anderen Sprachen. So das ein möglichst einheitliches Auftreten des „Volkes“ verhindert wird. Durch Vorteilsgewährung und Installation von Abhängigkeiten (Hartz IV etc.) wird dieser Effekt noch verstärkt. (divide et imperi) Danach erfolgt die Nivellierung der Bildung, unter dem Vorwand der Gleichbehandlung. Dies kann aber niemals zum höheren Niveau erfolgen, dafür sorgt schon die steigende Population der Unterschichteneinwanderung. Um dieses neue Niveau zu befriedigen paßt sich die Medienlandschaft, mit wenigen Ausnahmen an. Damit auch keiner „aus der Reihe tanzt“ wurde die „politische Korrektheit“ zur Überwachung installiert. Unter dem Vorwand „Kampf gegen Rechts“, oder gegen „Euroskeptiker“ z.B., wird alles diffamiert und mundtot gemacht, was nicht „auf Linie“ ist. Es traut sich keiner mehr etwas zu sagen, um nicht das Stigma eines „Rechten“ ,oder schlimmer, aufgedrückt zu bekommen, um dadurch gesellschaftlich und finanziell ruiniert zu werden. Als ehemaligem „DDR“ Bürger kommt mir das alles sehr bekannt vor. Der Unterschied jetzt ist, das es „das Volk“ nicht mehr gibt, es wurde offiziell durch die „Bevölkerung“ ausgetauscht und wird noch weiter ausgetauscht, allein schon durch die unterschiedlichen Geburtenraten bedingt.
Ein „Restrisiko“ bleibt aber bestehen, unsere „Eliten“ ahnen vielleicht nicht einmal, an welcher „Bombe“ sie gerade basteln. Sollte eines Tages die „allseitige Allimentation“ nicht mehr sichergestellt werden, könnte das eine unkontrollierte Kettenreaktion auslösen. Dann sollte man sehr weit weg sein.


sitra achra:
6.03.2013, 16:27 Uhr

M.Wolfrum (verwandt mit H.Wolfrum?): Sie haben so recht!
Die Lösung liegt, so glaube ich, nicht im gottergebenen Abwarten, das die meisten von uns nicht überleben würden, auch nicht in Reformen innerhalb des Systems, sondern im "Deutschen Frühling", wenn die Wutbürger, statt ohnmächtig die Fäuste zu ballen, auf der Straße aktiv werden.
Die Freiheit lässt sich nicht ohne Engagement erkämpfen, beim Abwarten wird höchstens der Tee bitter.


Albert Adler:
6.03.2013, 15:19 Uhr

Es gibt einen Witz, der mittlerweile leider keiner mehr ist, sondern traurige Realität. Der Unterschied zwischen Engländern, Franzosen und Deutschen? Die Engländer essen schlecht, die Franzosen gut und die Deutschen schlucken einfach alles.
Diese Passivität, das Hinnehmen der ständigen negativen Veränderung und daß man trotzdem glaubt, "die da oben" werden es irgendwann doch noch richten, erfüllen mich mit Wut.
Zum Aufwachen hatte man jetzt schon lange Zeit, der Zustand ist eher mit einer Art Wachkoma zu beschreiben. Schlimm!


Jörn Gebert:
6.03.2013, 15:06 Uhr

Es muss sich auf ein machbares Ziel konzentriert werden. Wir haben eine gewisse Chance, dass die "Alternative für Deutschland" in den Bundestag einziehen könnte. Es muss aber zu einer Massenbewegung kommen. Ich schlage vor, dass es ab jetzt zu Montagsdemonstrationen in allen deutschen Grosstädten kommen müsste. Dort könnte es zu Unterschriftensammlung für die "Alternative für Deutschland" kommen und langsam würde sich eine Massenbewegung bis zur Wahl formieren. Sobald die Massen aktiviert sind, kann mit einem Stimmanteil von bis zu 20 % gerechnet werden. Wer ist also Montag um 19 Uhr an der Paulskirche in Frankfurt ???


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