Adrenalin ist ein echtes Wundermittel

Wie endet Uta Ogilvies »kleines Demokratie-Experiment«? Sie erzählt es in Teil II ihrer Geschichte

17.04.18
Die Linksextremisten der Antifa: Hauswände beschmiert, Autoreifen zerstochen, Kinderleben gefährdet Bild: Ogilvie

Ihr Mut ist riesengroß: Uta Ogilvie, eine Hausfrau aus einem kleinem Ort bei Hamburg, wagte es, gegen Angela Merkel zu protestieren. Öffentlich! Auf Hamburgs berühmtester Flaniermeile, dem Jungfernstieg! Anfangs war sie allein, später folgten Hunderte. Im zweiten und letzten Teil ihres Berichtes erzählt sie vom Überfall der Antifa auf ihr Haus, von der Verstrickung des Staates mit den Linksextremisten und von der großartigen Unterstützung vieler Freunde.

Der Anschlag der Antifa erfolgte in der Nacht vom Sonntag, dem 11., auf Montag, dem 12. Februar. Wie die Linksextremisten trotz Auskunftssperre an meine Adresse gekommen sind? Da verlaufen sich die Spuren. Vielleicht war ich einfach zu spät dran, als ich beim Amt die Auskunftssperre einrichtete (siehe Teil I, PAZ 14, Seite 12). Ich kann es leider nicht mehr rekonstruieren. Fakt ist, dass dieser Besuch sehr teuer war.
Die Hauswand wurde mit Farbbeuteln beworfen und der Schriftzug „HEUTE KNALLTS“ aufgesprüht. Außerdem wurden die Reifen unserer beiden Autos zerstochen. Im Bekennerschreiben steht: „Die Autos wurden tiefergelegt.“ So heißt das in Antifa-Sprech. Am schlimmsten aber für mich: Durch das Fenster vom Kinderzimmer flog ein Glas, ebenfalls gefüllt mit brauner Farbe. Zum Glück stehen die Betten meiner sechseinhalbjährigen Zwillinge nicht direkt am Fenster. Für mich steht trotzdem fest: Die Antifa hat billigend Leib und Leben meiner Kinder riskiert.
Dieser Knall muss natürlich sehr laut gewesen sein, doch habe ich den aufgrund meiner Übermüdung nicht mitbekommen. Nach allem was passiert war, befand ich mich in einem völligen Erschöpfungszustand. So habe ich den Anschlag auf das Haus meiner Familie einfach verschlafen. Mein Mann dagegen nicht. Er ist tatsächlich einmal durch das ganze Haus gelaufen. Nur nicht in das Kinderzimmer, denn unsere Zwillinge waren zu der Zeit kränkelnd. Er wollte sie nicht aufwecken. Vielleicht, so dachte mein Mann, hat er sich das Geräusch im Schlaf nur eingebildet, und ging wieder zu Bett. Ein Fehler. Unsere Zwillinge waren so verängstigt, dass sie sich nicht aus ihrem Zimmer getraut haben. Was das mit Kinderseelen anrichtet, können Sie sich sicherlich vorstellen.
Der Montag startete also mit einem gewaltigen Schrecken. Den ganzen Tag war das Haus voller Leute – die Polizei, die Versicherung und auch der Vermieter. Und gegen Abend rückten meine Eltern an – aus dem Rheinland wohlgemerkt. Die beiden waren natürlich in Sorge um uns. Außerdem wollte es sich mein Vater nicht nehmen lassen, mit mir auf die Demo zu gehen. Denn trotz des Schrecks stand für mich fest, dass ich dort hingehen würde. Zum Abmelden wäre es ohnehin zu spät gewesen und ich wollte meiner Verantwortung als Veranstalterin gerecht werden.
Meine Kinder wusste ich gut verwahrt bei meiner Mutter und meinem Mann. Zudem hatte ich die Hoffnung, dass die Antifa nicht gleich zwei Mal in Folge vorbeischaut. Mein Vater begleitete mich also nach Hamburg. Auf dem Weg zur Demo gleich der nächste Schreck. Wir mussten durch eine Gruppe junger Anhänger der Antifa. Die hatten nämlich unsere Demo regelrecht umzingelt. Es gab kaum ein Durchkommen.
Weil ich wegen der sich überschlagenden Ereignisse des Tages in Zeitverzug geraten war, blieb meinem Vater und mir keine Wahl – wir mussten da durch. Leider hatten wir es auch nicht mehr geschafft, vorher einen Treffpunkt mit Thomas Gardlo zu vereinbaren – so wäre vielleicht nicht passiert, was dann passierte. Plötzlich ging nämlich ein ganzer Pulk auf meinen Vater und mich los. Gott sei Dank blieb es bloß bei einer kleinen Rangelei. Die Polizei hörte das Getöse und konnte uns retten – so gerade noch. Lediglich mein Schild hat den Zwischenfall nicht überstanden. Einer der jungen Männer entriss es mir und zertrat es.
Die dann folgende Demo hielt ich zum Glück ganz gut durch. Ich muss sagen: Adrenalin ist ein echtes Wundermittel! Im Anschluss wurden die Teilnehmer in die U-Bahn eskortiert. Dort hatten wir – das fand ich ziemlich beeindruckend – eine U-Bahn für uns alleine. Die fuhr uns ein paar Stationen weiter, wo wir dann in Sicherheit waren. Und das war notwendig! Denn die Antifa trat an diesem Abend extrem aggressiv auf – nicht nur mir gegenüber.
Am nächsten Tag legte ich mein Amt dann nieder. Wie für jede normale Mutter sind meine Kinder für mich das Wichtigste. Seither ist bei uns ein wenig Ruhe eingekehrt. Die Spuren des Anschlags sind mehr oder weniger beseitigt, die Aufregung hat sich gelegt. Was bleibt, ist eine bittere Erkenntnis: Mein kleines Demokratie-Experiment zeigt: Das angeblich garantierte Recht auf Demonstrationsfreiheit ist hier in Hamburg eingeschränkt. So gern, wie ich die Demo weiterhin leiten würde – ich kann das nicht. Denn ich erhalte keinen staatlichen Schutz. Das wäre in Ordnung und fair, wenn meine Angreifer ebenfalls keine staatliche Unterstützung erhielten. Das ist nicht der Fall. Diejenigen, die meine Familie in Angst und Schrecken versetzt haben, werden von Staats wegen gefördert. Auf diversen Umwegen und ganz direkt, durch den „Kampf gegen Rechts“.
Kampf gegen Rechts – so heißt das tatsächlich. Nicht etwa gegen Extremismus, wie es richtig wäre. Nicht einmal gegen Rechtsextremismus. Nein: Gegen Rechts. Das sagt doch sehr viel aus. Und er wird durch zahlreiche öffentliche Fördergelder finanziell unterstützt.
Hier mal in absoluten Zahlen: Der Kampf gegen Rechts kostete den Steuerzahler im Jahr 2017 mehr als 104 Millionen Euro. Der Kampf gegen Links ist dagegen mit 29062,40 Euro im selben Jahr ein echtes Schnäppchen. Diese Zahlen habe ich übrigens der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD zu genau diesem Thema entnommen. Diese Antwort ist äußerst aktuell – sie stammt vom letzten Monat.  
Von den Geldern profitiert natürlich die Antifa. Wer das immer noch nicht glaubt, möge eine simple Plausibilitätsprüfung durchführen. So ergab eine Studie des Verfassungsschutzes: Der durchschnittliche linksradikale Gewalttäter ist männlich, zwischen 21 und 24 Jahre alt und hat trotz mittlerer Reife meist keinen Job. Um sich trotzdem derart gut zu organisieren, braucht es Geld. Geld, welches diese „Durchschnitts-Gewalttäter“ nicht haben. Das nur so als letzter Denkanstoß.
Was folgt für mich aus all dem? Nun, zunächst einmal, dass ich meine vier Kritikpunkte um einen fünften ergänzen muss: Nämlich, dass Frau Dr. Merkel den Kampf gegen Links aufgegeben hat. Aber ich will nicht jammern. Viele haben ähnliche Erfahrungen mit der Antifa gemacht und werden sie weiterhin machen. Ich bewundere jeden, der diese Gefahr in Kauf nimmt.
Was mich zutiefst berührt hat, war, dass Freunde von mir eine Spendenaktion ins Leben gerufen haben. Diese Aktion lief besser, als ich es je zu träumen gewagt hätte. Und das ist gut so, denn der Besuch der Antifa war teuer. Autos, Hausfassade und das Fenster sind dabei nur die eine Sache. Die andere sind weiterhin laufende Kosten, die die Sicherheit meiner Familie gewährleisten sollen. Ein privater Sicherheitsdienst ist kein billiges Vergnügen, das kann ich versprechen. Was ich auch versprechen möchte, ist, dass ich die Ausgaben sorgfältig dokumentieren werde. Sollte – doch danach sieht es aktuell nicht aus – trotzdem etwas übrigbleiben, werde ich diese Mittel gern freigeben und sie weiteren Opfern linker Gewalt überlassen.
Warum ich wider Erwarten sage? Nun, die Bedrohungslage ist für mich nach wie vor aktuell. Zwar hatte ich mich fast schon wieder in Sicherheit gefühlt. Die Leitung der Demo habe ich schließlich abgegeben und war seither nicht mehr dort. Aber dann hat mir der Innensenator Hamburgs einen Strich durch die Rechnung gemacht – Andy Grote (SPD). Herr Grote meldete sich in der letzten Woche im Radiosender NDR 90,3 zu Wort. Die „Merkel muss weg“–Demo sei eine rechte Veranstaltung, sagte er. Damit nicht genug. Nein, außerdem sah sich Herr Grote genötigt, die AfD dafür zu kritisieren, dass man mich dort als Rednerin eingeladen hat. Seither kursiert mein Name wieder auf den Facebook- und Twitter-Seiten der Antifa, was mir persönlich kein gutes Gefühl macht. Danke auch dafür, Herr Grote.
Aber meine Bilanz ist noch nicht vollständig. Meine Geschichte hat auch gezeigt: Da draußen gibt es unzählige Menschen, die meine Meinung teilen. Die Anzahl der aufmunternden Nachrichten, welche mich erreichten, konnte ich irgendwann nicht mehr zählen. Das hat mich wirklich sehr gerührt. So sehr, dass ich mir vornahm, jede Nachricht einzeln zu beantworten. Für ein paar Wochen bekam mich meine Familie nicht vom Rechner weg. Falls ich trotzdem einen übersehen habe – ich bitte da um Verzeihung.
Nachtrag: „Merkel muss weg“, heißt es in der Hamburger Innenstadt auch, nachdem Uta Ogilvie ihr Amt als Veranstalterin abgegeben hat. Ihre Montagsdemonstrationen gehen weiter. Andere mutige Menschen organisieren sie nun trotz Anfeindungen und Verleumdungen. Nachahmer hat die Frau mit dem rosa Schild auch in Bremen, Mainz und anderen Städten gefunden.


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Werner Elsen:
17.04.2018, 01:04 Uhr

Mit der Antifa habe auch ich meine ganz persönlichen Erfahrungen machen müssen, als ich als Einzelperson (damals zwischen 50 und 60 Jahre alt) zu einer genehmigten Veranstaltung gegen Islamisierung und Moscheebau mit interessantem Redner in einer deutschen Großstadt gehen wollte.
Doch der Zugang zum Veranstaltungsort war blockiert - von mehreren Reihen in verschiedenen Brauntönen gekleideten, nahezu uniformierten, sehr diszipliniert auftretenden Moslems und deutscher Antifa, die durch ihr Äußeres und Verhalten (ich erspare mir die Adjektive) in krassem Gegensatz zu ihren muslimischen Verbündeten standen.
Als ich einfach versuchte, mir friedlich einen Weg durch die Blockade zur Veranstaltung zu bahnen, wurde ich unsanft zurüchgestoßen. Das erste, was ich vor den Tritten und Spuckattacken abkriegte, war ein Schlag mit den Stock einer Fahnenstange von hinten zwischen die Beine. Zu Hause fand ich Blut in der Unterhose. Wer mich heraushaute aus dieser mißlichen Lage, war die personell total unterbesetzte Polizei, der ich bis heute sehr dankbar dafür bin.
Ich bleibe etwas unkonkret bezüglich Zeit, Ort und Veranstaltung, da ich die ganze Zeit, während der Einkesselung durch die Antifa per Video aufgenommen wurde. Als ich mit Hilfe der Polizei den Kessel verlassen konnte, hörte ich sie rufen: „Wir sind friedlich, was seid Ihr?“. Zu Hause habe ich erstmal ne Woche ein Antibiotikum genommen; wer weiß wer mich da bespuckt hat?


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.