Der Tod des freien Wortes

Von Hans Heckel

11.12.12
Zeichnet radikale politische Korrektheit als vermeintliche Zivilcourage aus: Bischoff Heinrich Bedford-Strohm bei der Verleihung des Preises „Das unerschrockene Wort“ Bild: pa

Wenn sie eine politische Überzeugung kundtun, die alle Bundestagsparteien, alle großen Medien, alle Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen, alle Kirchen und großen Verbände teilen, nennen sie das „couragiert“, wenn sie unsere Soldaten in die entlegensten Winkel der Welt schicken, um dort Krieg zu führen, nennen sie das „friedenserhaltende Maßnahme“, wenn sie Soldaten zum politischen Katzbuckeln nötigen, indem sie ihnen verbieten, die „friedenserhaltenen Maßnahmen“ kritisch zu sehen, nennen sie das „Erziehung zum Staatsbürger in Uniform“, wenn Lehrer von Schülern verlangen, eine bestimmte Ideologie zu vertreten und Zuwiderhandlung mit schlechten Noten bestrafen, nennen sie das „Erziehung zum mündigen Bürger“, wenn Jungen gegenüber Mädchen in der Schule benachteiligt werden, nennen sie das „Gleichberechtigung“, wenn alle Parteien des Bundestages zu den meistdis­kutierten Fragen unserer Zeit wie Euro-Rettung, Genderpolitik und Frauenquote, Klima- und Energiepolitik, Zuwanderung oder Multikulturalismus eine nahezu gleiche Meinung vertreten, nennen sie das „gelebte Demokratie“, wenn sie Menschen zu Unpersonen erklären, die eine dieser Meinungen nicht teilen und das sagen, nennen sie das „Toleranz“, wenn nahezu alle großen Medien im selben Strom treiben, nennen sie das „Vielfalt“, wenn Zuwanderer jeden Respekt vor den hiesigen Gesetzen und der einheimischen Bevölkerung vermissen lassen, nennen sie das „kulturelle Eigenart“, wenn Einheimische jenen Respekt von den Zuwanderern fordern, nennen sie das „unsensibel“, wenn nicht gar „rassistisch“, wenn sie unsere Stromversorgung durch eine Hauruckwende zu schwankenden Energieträgern wie Wind und Sonne gefährden, nennen sie das „nachhaltig“, wenn sie unsere Währung und unsere Ersparnisse gefährden, nennen sie das „Stabilisierung“.
Die „Debatte“ in Deutschland, sofern man sie noch so bezeichnen kann, ist von Euphemismen und Begriffsverdrehungen überdeckt wie von Mehltau. Darunter stirbt das freie Wort, mit ihm Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Ein jeder mag sich schon dabei ertappt haben, wie er in den Chor der verdrucksten Falschsinger eingestimmt hat, um sich Schwierigkeiten zu ersparen.
Die meisten spüren den tagtäglichen Betrug, doch sie sagen lieber nichts, sondern fressen den Groll in sich hinein und ziehen sich zurück – von den Parteien, von den Kirchen und Verbänden, von den Wahlurnen. Dann ringen die mächtigen Tonangeber um Lösungen, wie man die Menschen „wieder zu mehr bürgerschaftlichem Engagement“ bewegen könnte. Doch selbst dies Wehklagen ist Betrug, denn in Wahrheit fürchten sie kaum etwas mehr als den freien Bürger, der ihnen offen und ehrlich seine Meinung sagt.


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Kommentare

Andreas Klingler:
28.01.2013, 22:32 Uhr

Der einzig wirkungsvolle Schutz vor verräterischer Politik ist:
DIREKTE-DEMOKRATIE mit verbindlichen VOLKSABSTIMMUNGEN
einfordern.


M. Sachse:
1.01.2013, 12:32 Uhr

Auch wenn man nicht alle Argumente des Autors teilt, sind seine Ausführungen erfrischend im Vergleich zu den "etablierten" Medien, die sich weniger von den Fakten als von "Zielideologien" leiten lassen. Folge: Politikverdrossenheit, Verblödung und Gleichgültigkeit mit verheerenden Aussichten. Die Ausgrenzung kritischer Meinung überbietet mittlerweise die Qualität der Ex-DDR. Nun denn...


Bruno Rübezahl:
23.12.2012, 19:42 Uhr

Frei nach Reinhard May "Seid wachsam!!!"


Horst-Dietrich Krueger:
16.12.2012, 20:05 Uhr

Antwort an Herrn Peter Müller.
Denken Sie an Kaczinski und seine PIS, und überlegen Sie dann, ob Sie nicht möglicherweise vom Regen in die Traufe kommen. Der Sender Maria beschütze Sie. Frohes Fest H.-D.K


Bernhard Niederreiter:
16.12.2012, 11:59 Uhr

Ich denke nicht, dass die Deutschen diesen Entwicklungen gegenüber besonders duldsam sind. Das allgemeine Wohlstandsniveau ist wohl noch zu hoch, um die Massen auf die Straßen zu treiben. Vielleicht aber hat es auch mit der Erfahrung zu tun, die die Deutschen mit dem Ende der Weimarer Republik, dem dritten Reich und dem zweiten Weltkrieg gemacht haben. Damals wie heute gab es dieses tiefe Unrechtsempfinden. Nach Vernichtung der Ersparnisse durch Währungsreformen hatten die Gerechtigkeitsfanatiker leichtes Spiel, die Menschen gegen die bösen Geldverleiher aufzuhetzen. Das Ende ist bekannt. Das deutsche Wesen, möglichst viel zu arbeiten, um möglichst viel zu sparen, ist doch ziemlich problematisch, denn es treibt andere Völker in ausweglose Verschuldung. Das, was jetzt als "Neusprech" diffamiert wird, ist der hilflose Versuch, das drohende Schreckgespenst der "wahren Worte" abzuwehren.


Hans Kolpak:
15.12.2012, 19:44 Uhr

Zündfunke oder Schwarte?
Eine einzige Provokation kann einen Flächenbrand auslösen, während eine Bestseller-Schwarte ungelesen im Bücherregal verstauben kann.

Ich habe auch kein Patentrezept.

www.NEIN-Idee.de kann ein Katalysator sein. Wer weiß das schon?

Unsere Eliten haben Pläne mit uns. Das ist schön und gut, wird von mir auch hingenommen. Ich behaupte nicht, ein vollständiges Bild von den Vorgängen auf diesem Planeten zu haben. Das meiste dürfte mir schleierhaft und unbekannt sein.

Doch nach 59 Lebensjahren haben sich einige Einsichten, einige Mosaiksteine und einige Erfahrungen angesammelt, die ein schemenhaftes Bild erlauben. Wichtig ist, sein eigenes Leben zu gestalten, dabei unauffällig zu bleiben und harmlos zu erscheinen. Idealerweise erlaubt ein künstlerischer Beruf so manche Narrenfreiheit, die einem abhängig Beschäftigten verschlossen bleibt.

Wer ein Guru ist und Menschen um sich versammelt, ist mit großer Sicherheit ein Teil des Systems - ganz gleich, was er tut. Alles Andere wird zerstreut, zerstört und aufgerieben. Das wäre schon mal ein guter Indikator. Insofern bin ich dankbar, dass nur fünf bis zwanzig Besucher täglich auf meiner Internetseite auftauchen. Doch der Begriff "Einzelne" in verschiedenen Sinnzusammenhängen kommt dort oft vor.

Wenn täglich einer in seinem Herzen berührt ist, dann habe ich seit April 1999 schon mehr als 4.500 Menschen Impulse gegeben. Die alle in einer Halle versammelt zu sehen, würde erhebliches Medieninteresse wecken. Als Gruppe wären wir schneller unterwandert und aufgespalten, als wir in die Hände klatschen können. Und es gibt nur 15 oder 20 politische Parteien in der BRD, die mehr als 4.500 Mitglieder haben. Der Einfluß eines EINZELNEN kann unscheinbar GROSS sein.

Hans Kolpak
Deutsche ZivilGesellschaft


Christian G.:
14.12.2012, 14:44 Uhr

Danke, dem kann man kaum noch was hinzufügen.

Bleibt nur die Partei der Sonstigen


Brigitte Brils:
13.12.2012, 18:00 Uhr

Ja, die ideologische Verbrämung beherrscht inzwischen das gesamte gesellschaftliche Leben. Die freie Presse passt sich an, der "Berliner Tagesspiegel" etwa ist so feige, dass er nicht einmal diesen Leserbrief zu veröffentlichen wagte (zum Urteil gegen drei muslimische Jugendliche nach einer Gruppenvergewaltigung):

"Rassistisches Urteil
Bewährungsstrafen für Gruppenvergewaltigung - egal ob man es "bloß" Missbrauch* nennt! Wie das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass deutsche Jugendliche so billig davon gekommen wären. Wird muslimischen Menschen nicht zugetraut, dass sie zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können? Hält man sie für zu triebhaft, um Selbstbeherrschung zu erwarten? Trägt man der Tatsache, dass eine Frau in muslimischen Ländern nicht frei leben darf, wenn sie nicht als Freiwild angesehen werden soll, Rechnung? Verachten die Richter muslimische Menschen so sehr, dass sie sie nicht einmal als vollwertige Täter sehen?
Oder haben unsere Richter Angst vor Rache?
Oder sind die nach der ersten Ölkrise 1973 geschlossenen Verträge mit muslimischen Staaten inzwischen so weit entwickelt worden, dass unsere Richter gehalten sind, gewisse "kulturelle Besonderheiten" zu berücksichtigen?
Oder was?!
Aus meiner Sicht ist die Hilflosigkeit des Opfers eher ein Grund, auf die Schwere der Tat zu erkennen."

*Weil die junge Frau unter Alkolhol- und Drogeneinfluss stand und daher eine hilflose Person war.


Durden Tyler:
13.12.2012, 09:21 Uhr

Zitat:
„Fritz Fischer:
12.12.2012, 08:11 Uhr
Dietmar Fürste: "Doch wen soll man wählen, oder abwählen?"

Wenn alle, die die Nase von diesen verlogenen, unfähigen Politkaspern voll haben und deshalb bei der letzten Wahl zu Hause geblieben sind und alle, die das bei der nächsten Wahl aus demselben Grund vor haben (jeweils auf Bundes- und Landesebene), zur Wahl gingen und eine Partei der "Sonstigen" wählen würden, kämen diese schlagartig über zwanzig Prozent.

Und selbst, wenn keine dieser Parteien über fünf Prozent gekommen, wäre, würde sich dann was ändern, denn diese Sprache verstehen die Politiker.“

Sehr geehrter Herr Fischer,

vollkommen dakor!

Eine gute Zustandsbeschreibung über das Wahlsystem in dieser „Demokratie“!

Hinzufügen könnte man noch; dass die Menschen, die nicht zur Wahl gehen nicht automatisch dagegen gezählt werden, nein, es ist so, dass diese sich automatisch für die Systemparteien mit ihrer Nichtwahl ausgesprochen haben!

Das sollte jeder „nörgelnde“ Nichtwähler wissen!

Also, hingehen! Nicht die Systemparteien SPDCDUFDPGRÜNELINKE wählen! „Alternativen“ suchen! Oder den Wahlzettel ungültig machen! Das, und nur das, zeigt den da „Oben“, dass es eben noch Menschen gibt, die ein besseres Deutschland sich wünschen!

mfG
T.D.


egon sunsamu:
12.12.2012, 15:47 Uhr

Hervorragend getroffen und versenkt!
Die politisch korrekte Unterwerfung unter eine linksrotgrün dominierte Gesinnungsdiktatur auf sehr treffende Art dargestellt.
Ich hoffe inständig darauf, dass rechtzeigig vor der Bundestagswahl die EU-kritischen, islamkritischen, patriotischen und demokratischen Kräfte sich zusammenraufen und EINE Wahlkoalition bilden um die Parteiendiktatur der Beliebigen und Schuldensozialisten und Deutschlandabschaffern abzulösen...


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