Die inszenierte Wirklichkeit

Von der TV-Schnulze bis zur Geschichtsdoku: Wie ARD und ZDF die Wahrheit verfälschen

23.12.16
Die „ARD-Tagesthemen“: Putin ist böse, Trump ein Irrer und die EU ein Wunderwerk Bild: NDR-Presse

Fake News, gefälschte Nachrichten, machen derzeit angeblich das Internet unsicher und dessen Nutzer stupide. Lautstark vibriert die Alarmstimmung in den Main-stream-Medien. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender zeigen sich hocherregt. Aber wie viel Falschheit bieten sie uns eigentlich selbst. – Ein Wochenende als medienkritischer Zuschauer von ARD und ZDF.
 
„,Krauses Glück‘ gewinnt den Tag“, wissen die Quoten-Rechercheure von Meedia, einem Internet-Portal der Medien-Branche. 4,68 Millionen Zuschauer haben die TV-Komödie um den Ex-Polizeihauptkommissar Horst Krause – bekannt aus der Krimireihe „Polizeiruf 110“ – verfolgt. Damit hat „Das Erste“ die erfolgreichste Sendung an diesem Freitag im Dezember ausgestrahlt. ARD-Programmdirektor Volker Herres und seine Mitstreiter im Münchener Funkhaus wird es freuen. Die Botschaft ist unter das Volk gebracht. ‘Krauses Glück’ besteht darin, dass er eine syrische Flüchtlingsfamilie im Brandenburgischen bespaßt und umtüdelt. Die Geschichte ist zuckersüß, der Hauptdarsteller sympathisch und die jugendlichen Mimen der Flüchtlingskinder schauen mit herzerweichend großen Kulleraugen in die Kamera.
Die Asylflut gerinnt zum schaumigen TV-Zuckerwerk. Ähnliche Multikulti-Verherrlichungs-Streifen strahlen die öffentlich-rechtlichen Sender derzeit zuhauf aus. Eine kleine Auswahl: In „Dreiviertelmond“ überwindet Griesgram Hartmut (Elmar Wepper) dank der superniedlichen sechsjährigen Hayat aus der Türkei Lebenskrise und Fremdenfeindlichkeit. Der minderjährigen Nama aus Mali ist „der Andere“. Er kittet die zerrüttete Beziehung zwischen Rentner Willi (Jesper Christensen) und seinem Sohn Stefan. Nebenbei schmilzt Polizist Stefans Fremdenfeindlichkeit dahin wie Softeis in Afrikas Sonnenhitze.
„24 Milchkühe und keinen Mann“ hat Jutta Speidel als bayerische Bäuerin Elli. Raymond aus Simbabwe hat Gottseidank ebenso ein Händchen für Rinder wie für einsame Landwirtinnen. Schließlich sind selbst die fremdenfeindlichen Dörfler dem smarten Neger wohlgesonnen.
Wer ARD und ZDF ein Wochen-ende lang kritisch verfolgt, erkennt, wie viele TV-Formate die rot-grüne Denke transportieren. Komödien, „Tatort“-Krimis, klassische Nachrichtensendungen, Satire, Naturreportagen und Vorabendserien kommen nicht ohne kräftige Meinungsmache aus: Putin ist böse, Assad ein Schlächter, Trump ein Irrer und Gentechnik Teufelszeug. Ursündig ist auch der Deutsche als solcher. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Umweltzerstörung sind nicht fern, wenn diese Sorte Mensch vor die Kamera tritt. Tapfere, edle Kräfte halten zum Glück dagegen: Die Europäische Union ist ein Wunderwerk. Ominöse „Aktivisten“ haben weltweit nur Gutes im Sinn, ebenso wie die „Flüchtlinge“, von denen es leider noch viel zu wenige in Deutschland gibt.
Die öffentlich-rechtliche Inszenierung der Wirklichkeit wird mit enormem Aufwand betrieben. 25000 Angestellte und zehntausende an freien Mitarbeitern kümmern sich darum. Geld genug ist da. Deutschland gönnt sich das teuerste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt. Allein in den Jahren zwischen 2013 und 2016 haben ARD, ZDF und Deutschlandradio 35 Milliarden Euro ausgegeben, besagt die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“. Vom Gebührenzahler kamen davon knapp 30 Milliarden. Im 14. Stock, der Chefetage des ZDF-Hauptquartiers auf dem Mainzer Lerchenberg, künden echte Kunstschätze von Pablo Picasso, Henry Moore und Joseph Beuys von diesem Reichtum. Der medienkritische Autor Hans-Peter Siebenhaar („Die Nimmersatten“) beschreibt, wie das millionenteure Beuys-Werk eines Tages von einer Hausangestellten zufällig im Keller des ZDF-Quartiers entdeckt wurde. Aber Misswirtschaft und Schludrigkeit der Öffentlich-Rechtlichen sind ein anderes Thema.
Eigentlich wären derlei Zustände dennoch eine herrliche Vorlage für Oliver Welkes satirische „ZDF-heute show“. Ihr Jahresrückblick wird an diesem Wochenende gleich dreimal auf verschiedenen Kanälen und zu verschiedenen Zeiten gesendet. Aber Selbstironie darf man von dieser unsäglichen Sendung nicht erwarten. Es fallen humorfreie Lügensätze wie „Der IS ist so islamisch wie Mao Tse-tung katholisch war“. Man ulkt und witzelt auf niedrigstem Niveau. Wer sich die 30 Minuten des TV-Formates bis zum Ende antut, kann sich des bitterbösen Gedankens nicht erwehren, dass die Fans dieser Sendung die wahren Dunkeldeutschen und – mit Verlaub – das echte Pack sein müssen.
Kaum weniger einfältig geht es in manchen Geschichtssendungen zu. Am Sonntag um 22.45 Uhr wiederholt der Spartensender ZDFinfo die dreiteilige eigenproduzierte Dokumentation „Rom am Rhein“. Flugs werden dabei die alten Germanen zu einer Art Vorläufer der Syrer von heute umgedeutet. Großmütig gewähren die Römer ihnen Teilhabe an der eigenen Hochkultur. Fleißig und bestens integriert leisten die Germanen dann wiederum ihren Beitrag zum prosperierenden Weltreich.
In Tunika und Toga gewandete Fake News. Was die Geschichtsforschung wirklich über das Verhältnis zwischen Römern und Germanen weiß, hat beispielsweise der renommierte Althistoriker Alexander Demandt beschrieben. Die fremdenfreundlichen und auch vom christlichen Motiv der Nächstenliebe getriebenen Römer ließen zu Zeiten der Völkerwanderung immer mehr Germanen ins Reich. Demandt: „Überschaubare Zahlen von Zuwanderern ließen sich integrieren. Sobald diese eine kritische Menge überschritten hatten und als eigenständige handlungsfähige Gruppen organisiert waren, verschob sich aber das Machtgefüge, die alte Ordnung löste sich auf.“ Das Reich war dem Untergang geweiht.
Der Professor an der Freien Universität Berlin hat einiges darüber geschrieben. Wer ARD und ZDF ausgeschaltet lässt, hat Zeit genug, es zu lesen.
    Frank Horns


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Kommentare

Claus Reber:
9.01.2017, 15:29 Uhr

Ein super Beitrag, der es mal wieder genau auf den Punkt bringt. Es ist schon erschreckend wie die ö/r Sendeanstalten hintergründig ihre politischen Botschaften in eigentlich harmlose Sendungen verpacken. Ich beobachte diese Meinungsmache schon seit längerem. Ein gutes Beispiel sind die SOKO Krimis im vorabend Programm. Mindestens jede zweite oder dritte Folge behandelt das Thema Flüchtlinge, Asyl oder Ausländer allgemein. Dabei darf man getrost davon ausgehen, dass die vielleicht am Anfang verdächtige Person mit Migrationshintergrund auf keinen Fall der Täter war, sondern am Ende immer die eigentlich gute Person. Da lassen die Polizeibeamten schon mal gerne illegale Einwanderer laufen, weil man ja großes Mitleid mit ihnen hat. Hier bedient man sich sämtlicher Klischees des linken Mainstreams und versucht die Zuschauer massiv zu manipulieren. Leider funktioniert das zumindest bei den Zuschauern, die sich nicht die Mühe machen, bestimmte Dinge auch mal zu hinterfragen und sich Informationen auch mal aus Zeitungen wie z.B. der "PAZ" zu holen. Ich schalte solche Sendungen inzwischen konsequent ab. Krimis sollten der Unterhaltung dienen und nicht der plumpen politischen Stimmungsmache.


Franz Jäger:
8.01.2017, 18:37 Uhr

"Raymond aus Simbabwe hat Gottseidank ebenso ein Händchen für Rinder wie für einsame Landwirtinnen."

Nachdem seit Mugabe die europäischen Farmer ihre Betriebe an fleißige Neger abgeben mussten, die dann das letzte Rind in Simbabwe aufgefressen haben,gehts in Deutschland weiter damit. Als Trost für die nette Deutsche (war wohl die korpulente Münchner Jubilantin im rosa Anorak...siehe Pressefoto)wird, weils sonst nicht klappt,kopuliert, was das Zeug hält.Na ja, wer's braucht...


Kostas Aslanidis:
29.12.2016, 14:42 Uhr

In Nordkorea ist es auch so wie bei ARD und ZDF. Ich male mir die Welt, die zu meinen Idealen passen.
Die BRD ist zur DDR geworden und nicht andersrum-


w. scholz:
26.12.2016, 23:54 Uhr

In den Endzeiten des III. Reiches hat man auch die Feuerzangenbowle oder Kolberg gedreht. Heute heißt das 'Willkommen bei den Hartmanns'. Ich hoffe daß die DDR 2.0 auch in 1-2 Jahren Geschichte wird.


Lutz Schnelle:
26.12.2016, 14:29 Uhr

Für das Fernsehen ist der Zug, der entgleist, wichtiger als einer, der ankommt. Gaston LaCour

Für mich ist die Feststellung ein Schlüsselsatz. Der hoffentlich auch bei anderen zu einem Schlüsselerlebnis führt.


Jürgen Umfahr:
23.12.2016, 20:33 Uhr

Danke, Herr Horns, für diese gute Klarstellung!

Ergänzen möchte ich noch:

Merkel, Juncker, Obama und Co. sind stets "besorgt um die Menschenrechte, bemühen sich, warnen, hoffen, erklären, überzeugen, wollen nicht schönfärben, wollen mit allen ,Demokraten' zusammenarbeiten,..." usw.

Ganz anders der Mediensprech bei Orbán, Höcke, Putin, Trump, Hofer. Diese "behaupten, lassen wissen, poltern, provozieren mit ihren Aussagen, blockieren, lassen keine Gelegenheit aus zu polemisieren, zeigen sich uneinsichtig, vergießen Krokodilstränen, wittern eine Verschwörung, basteln an einer seltsamen Allianz, wälzen Pläne, spüren Oberwasser, beschuldigen den Westen, orten ,Bedrohungen' durch ,Demokratien',..."


Das sind die Vokabel, die jeder Mitarbeiter in- und auswendig beherrschen muss, wenn er bei den Lizenzmedien bleiben will. Damit verkommt nahezu jeder einzelne Satz jeder "Nachrichten"-Sendung zu einem einzigen Machwerk an Manipulation.


Andreas Müller:
23.12.2016, 16:19 Uhr

Herr Horns,
richtig!!!
Und die Beispiele gehen endlos so weiter. Welkes Konkurrenz-Modell Die Anstalt, in ihren Anfängen durchaus provokant, beim Thema Asylforderer dümmlichste verlogene Hetze gegen Deutsche ZAHLER, wo es nur geht.
Ich sach immer: Das ist Goebbels TV in Reinkultur.
Der einzige Unterschied: Goebbels ist mit einen noch größeren Apparat für einen Bruchteil (nach heutigen Währungs-Wert) ausgekommen.
Da sollte man doch gleich das Original wieder holen. Das weiß sofort jedenfalls jeder was er geboten bekommt fürs Zwangs-Geld.


H. Schinkel:
23.12.2016, 14:19 Uhr

Diese aktive Manipulation der Geschichte durch die Medien hat in Deutschland Tradition.

Angefangen mit der deutschen Geschichte bis hin zur aktuelle Politik. Als es Diskussionen zur EU-Einführung gab sendeten die ÖR gleich passende Filme die nur die Vorteile einer EU präsentierten. Jeder der gegen diese segensreiche Einrichtung war, wurde als dumm hingestellt.

Wenn es um Ausländer ging wurden die zwar meist als Verdächtige gehandelt, egal ob es sich um Polen oder Türken handelte, das variiert immer dann wenn es um die betreffende Nationalität geht, wurden aber immer als Opfer von Vorurteilen entlastet. Der Böse war immer ein Deutscher. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber die sind wirklich selten im TV zu sehen.

Das schöne an der Sache, wir müssen diesen Mist zwar nicht anschauen aber durch die Zwangsgebühr "Demokratieabgabe" finanzieren. Ist es nicht schön das unser ach so freiheitlich demokratischer Rechtstaat uns unsere eigene Verblödung bezahlen läßt? Perfider geht es kaum.


Fritz Brandenburger:
23.12.2016, 10:04 Uhr

Gut das es mal jemanden gibt, der sich diesen Unfug anschaut und eine vernünftige Meinung dazu äußert.Ich habe eine gewisse zeit lang auch diverse Sendungen angeschaut und mich dann abgewandt. In den Tatorten stellt mann schnell fest: Eine taffe Kommissarin, schlägt alles kurz und klein und löst schwupp di wupp jeden Fall. Assistiert wird sie dabei von männlichen, meist dümmlich-trottelig kurz vor der Entlassung stehenden Polizisten. Die Täter sind meist die steuerhinterziehenden, skrubelosen, mörderischen Selbstständigen. Die auch noch oft in Saus und Braus leben.
Das alles ist ist ein echtes Spiegelbild unserer Wirklichkeit, so wie links-grüne Ideologen sie sehen.


Dietmar Fürste:
23.12.2016, 08:42 Uhr

Ein ausgezeichneter Beitrag, dem nichts mehr hinzuzufügen ist, Danke Herr Horns!

Die Staatsmedien nähern sich denen der verflossenen DDR immer weiter an. Ein typisches Merkmal dafür, wie weit sie sich inzwischen von jeder Realität und dem Bürgersinn entfernt haben.

Kein Wunder bei der herzinnigen Busen-Freundschaft der Kanzlerin mit Friede Springer und Liz Mohn, deren Einfluss auf Merkels emotionale Entscheidungen nicht unterschätzt werden sollte.


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