In Erdogans Krallen

»Personifizierte Fluchtursache«: Merkel setzt auf einen Weltenbrandstifter

24.02.16
Zynisch und doppelzüngig: Erdogan kassiert Flüchtlingshilfe, sieht dafür bei Schleuserindustrie freundlich weg Bild: action press

Die Isolation der Kanzlerin in der Asylfrage schreitet voran. Doch statt einzulenken, geht sie einen brandgefährlichen Weg.


Alle drei Spitzenkandidaten der CDU bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz haben sich hörbar von der Asylpolitik ihrer Parteichefin Merkel abgesetzt. Die desaströsen Umfragewerte der Union vor Augen und die AfD im Nacken haben sie dabei Positionen bezogen, welche aus dem Lager sämtlicher etablierten Parteien eben noch als „rechtspopulistisch“ verteufelt wurden. So schnell kann das gehen.
Damit bröckelt Merkels allerletzte Bastion, der Rückhalt in ihrer eigenen Partei. Noch auf dem Bundesparteitag im Dezember hatten sich die CDU-Delegierten mit einer Mehrheit von 1000 zu zwei hinter die Vorsitzende gestellt. Nun beginnt das Abrücken.
Die Kanzlerin hält dessen ungeachtet daran fest, die deutschen Grenzen nicht sichern zu wollen. Wie verbissen sie dabei vorgeht, zeigt die Auswahl ihres neuen Partners, der ihr die Arbeit der Grenzkontrollen abnehmen soll: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Ausgerechnet Erdogan, den Sahra Wagenknecht (Linkspartei) zutreffend als „personifizierte Fluchtursache“ charakterisiert hat. Der Staatschef zündelt im Nahen Osten, dass es sogar dem Hauptverbündeten USA unheimlich wird. Über die Türkei wurde der IS jahrelang mit Waffen und Personal versorgt. Als syrisch-kurdische Kämpfer kurz davor standen, die IS-Nachschublinie zu kappen, drohte Erdogan ihnen mit Krieg. Derzeit schießt türkische Artillerie den syrischen Kurden, die gen Süden gegen den IS vorrücken, von Norden in den Rücken, was unschwer als Unterstützungsaktion für die Islamisten zu erkennen ist.
Gleichzeitig setzt Ankara die Flüchtlingsströme als Waffe gegen Europa ein, ein griechischer Minister spricht laut „Handelsblatt“ von einem „Bombardement mit Menschen“. An der türkischen Ägäisküste hat sich eine gigantische Schleuser-Industrie nur deshalb ganz offen entfalten können, weil die türkischen Behörden freundlich wegsehen.
Erdogans Politik ist an Doppelzüngigkeit und Zynismus nicht zu überbieten. Dabei legt das Nato-Mitglied Türkei eine Aggressivität an den Tag, welche die Welt an den Rand eines Großkonflikts zwischen Russland und dem westlichen Bündnis führen könnte; US-Experten spielen laut „Welt am Sonntag“ bereits Szenarien für einen Dritten Weltkrieg durch.
Allein, um das Scheitern ihrer Politik nicht eingestehen zu müssen, will die Kanzlerin unser Schicksal in die Krallen eines potenziellen Weltenbrandstifters legen. Da darf es nicht wundern, dass sie sich (und damit Deutschland) in der EU komplett isoliert hat. Immer mehr EU-Nachbarn mutet Merkels Vorgehen an wie eine wirre, hochgefährliche Geisterfahrt. So fürchten nicht wenige, dass der EU-Türkei-Gipfel am 6. März den Zerfall der EU einläuten könnte – wenn der nicht schon begonnen hat. Hans Heckel


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Kommentare

sitra achra:
1.03.2016, 19:20 Uhr

Warum sich die mir sympathischen Türken auf diesen Gangster eingelassen haben, ist mir schleierhaft. Sie schänden damit sichtlich Kemal Atatürks Erbe und versperren sich die Aussicht auf eine friedliche und erfolgreiche Zukunft. So jedenfalls kann das nichts werden!


Michel Deutsch:
26.02.2016, 15:41 Uhr

"So fürchten nicht wenige, dass der EU-Türkei-Gipfel am 6. März den Zerfall der EU einläuten könnte – wenn der nicht schon begonnen hat."
Obwohl ich die ursprüngliche Idee von Schumann und Adenauer, ein "Europa der Vaterländer" zu schaffen, gut fand, hoffe ich auf ein Ende mit Schrecken, denn diese Europäische Union ist dem Deutschen Volk ein Todfeind.


Fritz Brandenburger:
24.02.2016, 18:08 Uhr

Tja, es war immer schon so,das Macht den Charakter verdirbt. Derartiger Starrsinn hat sich bei jeden der einsamen Mächtigen eingestellt.Sie hat es über die Jahre geschafft jeden kritischen Geist aus zu schalten, bis nur sie alternativlos übrig blieb. Schlimm ist nur: Das entmündigte deutsche Volk wird es wieder einmal ausbaden müssen, wie bisher jede der Gesinnungdiktaturen.


Hans-Joachim Nehring:
24.02.2016, 09:35 Uhr

In der Tat ist die Politik Erdogans von einer besonderen Tücke und miesen Art. Er spricht mit gespaltener Zunge und benutzt die Flüchtlingsströme um europäische Länder damit zu erpressen. Nahe zu alle europäischen Regierungschefs wissen das, nur Merkel will es nicht Wahrhaben. Nun wird man es dieser verbissenen um ihre Macht kämpfenden Frau sowohl beim EU-Gipfel am 6. März und bei den Landtagswahlen am 13. März klarmachen, wohin ihre Unbelehrbarkeit geführt hat. Der Alternative für Deutschland ist es zu danken, wenn sich nun sogar innerhalb der CDU die Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz vom Merkels desaströser Asylpolitik abwenden. Rette sich wer kann, lautet nun bereits die Losung. Wer noch immer auf eine Wendung der Politik der Kanzlerin hofft, setzt auf das falsche Pferd. Vernunft und Heimatliebe hat sie längst abgeschafft und durch persönlichen Machterhalt ersetzt.


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