Müder Witz statt Wirtschaftswunder

Arbeitgeber können sich mit Asylsuchern kaum anfreunden – Das scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen

19.07.16
Fachkraft von morgen? 70 Prozent der Lehrlinge aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab Foto: Patrick Pleul/dpa

Bestürzende Zahlen zeigen, wie wenig der deutsche Arbeitsmarkt Menschen mit Asylhintergrund braucht. Schuld daran ist wohl auch die fehlende Motivation der Zuwanderer. Hundertausende von ihnen könnten zudem in die Schwarzarbeit abwandern.


Nennen wir ihn Mohammed A. Den 20-jährigen in Damaskus geborenen Zuwanderer hat die große Asylflut im Oktober vergangenen Jahres nach Deutschland gespült. Über seine strapaziöse und gefährliche Reise erzählt er nicht gerne. Lieber redet er über seine Familie, die in einem Flüchtlingslager in der Türkei lebt, oder er schwärmt vom Fußball des FC Bayern München und von den deutschen Automobilen. Mit Mohammed A. ins Gespräch zu kommen ist leicht, denn er nutzt jede Gelegenheit um Deutsch zu sprechen. Vokabeln nimmt er zu sich wie andere Leute gesalzene Pinienkerne, erzählen seine Mitbewohner im Asylantenheim.
Er habe wirklich große Fortschritte gemacht, bekennt Mohammed A. stolz. Zu Hilfe kommt ihm dabei das Prinzip der „Immersion“. Wer wirklich bemüht ist, lernt eine Sprache in ihrem Heimatland viel schneller, wissen Linguisten. Er kann quasi in sie eintauchen, Sie in allen Lebenslagen und rund um die Uhr hören, erleben und anwenden. Zu Mohammed A.s deutschen Lieblingswörtern zählen mittlerweile „Fleiß“, „Ehrgeiz“ und „Pünktlichkeit“, – ein Wort, dessen Aussprache an das Arabische gewöhnte Menschen besonders schwer über die Lippen geht.
Mohammed A. möchte schnellstmöglich eine Lehre als Mechatroniker beginnen. Er hat in Erfahrung gebracht, dass in diesem Beruf Fachkräftemangel herrscht. Neulich ist er mit einem Stapel entsprechender Fachbücher aus der Leihbibliothek ins Asylbewerberheim gekommen. Als er gemerkt hat, dass er sie mit Hilfe eines Wörterbuches entziffern kann, hat er sich gefreut wie ein kleines Kind.
Jeder, der mit Mohammed A. spricht, bescheinigt ihm eine aussichtsreiche Zukunft in Deutschland. Nur schade, dass Mohammed A. anscheinend nicht mehr ist als eine Fiktion. Weit über eine Million Zuwanderer sind im letzten Jahr dank offener Grenzen nach Deutschland gekommen. Zwischen ihnen und dem hiesigen Arbeitsmarkt scheint sich allerdings eine Barriere aufzutürmen, gegen die Viktor Orbans ungarische Stacheldrahtverhaue eher wie kniehoher Hasendraht wirken.
Die Zahlen: Eine aktuelle Umfrage des „Institutes der deutschen Wirtschaft“ in Köln ergab, dass gerade einmal neun Prozent der größeren Betriebe in Deutschland erwägen, in den nächsten sechs Monaten Menschen mit Asylbewerberhintergrund einzustellen. Befragt wurden 540 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern, Noch dramatischer fällt eine Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter den 30 Unternehmen des Deutschen Aktienindexes (DAX) aus. Dort sind Konzerne wie Mercedes Benz, die Deutsche Post oder die Telekom gelistet. Sie stehen für 3,5 Millionen Beschäftigte. Unvergessen sind die markigen Sprüche  aus den Vorstandsetagen der DAX-Unternehmen zu Beginn der Asylflut. Mercedes-Chef Dieter Zetsche schwärmte gar von einem neuen Wirtschaftswunder, das fleißige Flüchtlinge dem Land demnächst bescheren würden. Aus dem Wunder ist ein müder Witz geworden: Die Umfrage der FAZ-Leute ergab, dass Deutschlands DAX-Unternehmen zusammengenommen gerade einmal 54 Flüchtlinge fest angestellt haben.
Wer dafür in erster Linie den Unterhemen die Schuld gibt, verkennt allerdings die Mechanismen der Marktwirtschaft. Firmen, die sich im freien Wettbewerb behaupten müssen, suchen nach den bestmöglichen Mitarbeitern. Anscheinend haben die Personalverantwortlichen unter den Zuwanderern vergeblich nach Menschen wie Mohammed K. gesucht. Nach solchen, die deutsche Worte wie Fleiß, Ehrgeiz und Pünktlichkeit buchstabieren können.
Vor allem an mangelnden Deutschkenntnissen und an unzureichender fachlicher Kompetenz störten sich die befragten Personalchefs in der Umfrage des „Institutes der deutschen Wirtschaft“. Ungesagt bleibt, dass motivierte Menschen sich beides relativ zügig erarbeiten können. Nur wie steht es mit der Motivation der Zuwanderer?
Uwe-Jens Kremlitschka, seit anderthalb Jahrzehnten Leiter der Arbeitsverwaltung, im Kreis Saalfeld-Rudolstadt, berichtet in der Ostthüringer Zeitung von seinen Erfahrungen mit Menschen aus Asylzugangsländern wie Syrien, Eritrea oder Afghanistan. Maximal 20 Prozent hätten eine verwertbare Ausbildung nach deutschen Standards. Dazulernen möchte der Rest allerdings auch nicht. Kremlitschka: „Sie wollen möglichst schnell Arbeit, aber nicht auf dem Bau“. Sei Fazit: „Die Flüchtlinge lösen unser Fachkräfteproblem nicht.“ Dazu passt eine andere Zahl: Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer des bayerischen Handwerkskammertages, bekannte schon Ende 2015, dass 70 Prozent der Auszubildenden aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ihre Lehren abbrechen. Bei anderen Berufseinsteigern seien es nur etwa 25 Prozent.
Wo die Abbrecher bleiben? Möglicherweise auf einem ganz anderem Arbeitsmarkt. Hunderttausende Asylbewerber, auch solche, die noch keine Arbeitserlaubnis haben, werden sich nicht angemeldete Gelegenheitsjobs suchen, befürchtet der Ökonom Friedrich Schneider. Der Experte für Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft an der Universität Linz schätzt, dass etwa zehn bis fünfzehn Prozent der regulären Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor dadurch bedroht werden. In Schweden – gleich Deutschland im letzten Jahr ebenfalls vom Wahn einer grenzenlosen Willkommenskultur befallen – zeigen sich die Folgen jetzt schon. Die Schwarzarbeit hat so rasant zugenommen, dass die schwedische Arbeitsministerin Ylva Johansson jetzt dazu aufrief, Asylsuchende vermehrt außer Landes zu schaffen: „Vorzugsweise gutwillig, aber falls nötig auch mit Gewalt“.     Frank Horns


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Kommentare

Rolf Sommer:
12.08.2016, 10:17 Uhr

Die deutschen Unternehmer haben sich in Wirklichkeit niemals dafür interessiert, ob "Flüchtlinge" nun für sie arbeiten oder nicht.

Es geht den deutschen Arbeitgebern lediglich darum, das Sozialsystem für Biodeutsche zu zerstören, so dass sie gezwungen sind, auch für 5€ die Stunde beste Facharbeit leisten zu müssen in Zukunft.
Die Moslems sind lediglich dazu da, alles zu zerstören, damit die Unternehmer aus dem Vollen schöpfen können.

Merkt Euch: Unsere wirklichen Feinde sind die eigenen biodeutschen Unternehmer, vor den Moslems noch.


Thomas Schirmer:
23.07.2016, 14:08 Uhr

Eines dieser hoffnungsvollen Talente übte sich im Axtschwingen und ein anderes machte kürzlich Schießübungen in München. Ich glaube , unsere Handwerksbetriebe müsste man schon mit vorgehaltener Waffe zwingen solch einen Glücksbringer einzustellen und auf die Kundschaft loszulassen. Und auch dann würden sie demjenigen kein Werkzeug in die Hand geben welches gefährlicher als ein Radiergummi wäre.


Hein ten Hof:
21.07.2016, 20:09 Uhr

Vor einigen Monaten las ich in der online Ausgabe der "Jüdischen Allgemeinen" dass es sich bei all den Zuwanderern um "die neuen Deutschen" handelt, die jetzt quasi ihre neue Heimat beziehen. Sinngemäss, nicht wörtlich.
Diese Aussage hat einen tiefen Eindruck hinterlassen und ich frage mich seitdem was steckt hinter dieser Aussage, davon ausgehend, dass nicht unbedingt Torfköpfe für dieses Blatt schreiben.
Heisst das eventuell, die wissen mehr und "wir"* werden platt gemacht in absehbarer Zeit.

*Darf ich noch "wir" sagen?


Christoph Maxein:
19.07.2016, 17:33 Uhr

Nun ja, im Grunde war es wohl nicht anders zu erwarten...

Ich kenne zum Glück eine, bzw. zwei, der erfreulichen Ausnahmen und bekam auch von ihnen leider nur bestätigt, daß sie die Ausnahme sind und wie es mit den meisten Asylsuchenden aussieht.

Kurz vorab wie es kam.
Eine befreundete Familie erfuhr per Zufall von einer netten Syrerin, deren Mann in der Notunterkunft direkt gegenüber ihres Hauses untergebracht war.
Da die Unterkünfte nach Geschlechtern getrennt sind, konnte sie nicht zu ihm in die Unterkunft ziehen und sollte etwa 200km entfernt untergebracht werden.
Als warmherzige Menschen räumte die Familie darauf hin ihr Wohnzimmer und nahm die Syrerin bei sich auf. Der Mann hielt sich in der Folge natürlich auch die meiste Zeit mit im Haus auf.
Beide sind, kurz gesagt, tolle Menschen. Er Zahnarzt von Beruf, trotz erst sehr kurzem Aufenthalt schon sehr gut deutsch sprechend, unermüdlich bemüht und darum am kämpfen sein Studium hier anerkennen zu lassen und auf eigenen Füßen zu stehen. Inzwischen übrigens auch schon seine Praxisstunden dafür in einer Klinik am sammeln, was heißt, daß er rund 12 Stunden am Tag am arbeiten ist, wofür er trotzdem nicht mehr bekommt, als seinen Hartz IV Satz.
Sie Lehrerrin für Arabisch und Geschichte, sehr nett, sehr hilfbereit, immer darum bemüht im Haushalt und mit den Kindern zu helfen so lang sie bei meinen Freunden wohnte, ebenfalls jedes deutsche Wort am aufsaugen und sich generell für keinen Job zu schade (auch wenn wohl verständlich ist, daß jemand mit ihrem Bildungsstand nicht unbedingt sein Glück in einer Karriere bei McDonalds sieht und sie mit ihrem Studium, welches hier natürlich wenig von Nutzen ist, bisher leider noch nicht beruflich Fuß fassen konnte.)
Beide übrigens Kurden, also ja, denen wurde daheim echt der Boden zu heiß und man wollte ihnen von allen Seiten ans Leder...

Nun ja, aber was er zb. aus seiner Zeit in der Unterkunft berichtet ist schon haarsträubend. Er redet da selbst von "faulem Pack", "muslimischen Fanatikern" usw. usw. Laut seiner Aussage haben selbst Leute, die sich ein Jahr länger als er in Deutschland aufhielten, noch keinerlei Anstalten gemacht auch nur einen Brocken Deutsch zu lernen, geschweige denn einen Job zu finden.
Im Gegenteil, er wurde noch ausgegrenzt, gemobt und bedroht. Er und seine Frau würden doch in der Hölle landen, weil sie "mit den Schweinefressern an einem Tisch sitzen" (Ps. Seine sehr coole Antwort: "Lieber sitz ich mit denen in der Hölle als mit euch im Paradis.").
Als die beiden schließlich in eine eigne Wohnung kamen, in so einem Sozialbau, in dem lauter Flüchtlinge untergrbacht sind, bot sich das selbe Bild.
Für die beiden habe ich mich fast geschämt und mir gedacht "Mensch, so tolle und nette Menschen, daheim auch echt Menschen mit Ansehen, Respekt und durchaus "Vermögen", eben Leute aus der Oberschicht und hier haben wir nix anderes als dieses Loch für sie?"
Aber auch in diesem Haus, in dem schon bevorzugt Paare, Familien und "besser Integrierte" untergrbacht sind, die absolute Ausnahme.
Die Einwohner, man muss es so sagen, faul wie sonst was. Die Flure so dreckig und zu gemüllt das es schreit. Das sie sich nicht in den eigenen Flur schei***n ist auch alles.
Und auch dort werden die beiden für ihren Integrationswillen gemieden und geschnitten. "Die einzigen die uns zurück Grüßen sind Deutsche, denen wir auf der Straße begegnen. Wenn ich meinen Nachbarn mit "Guten Tag" begrüße, tut er so, als hätte er nichts gehört."

Die zwei, liebend gern. Die beiden gehören schneller als wir gucken können zu denen, die unser Sozialsystem tragen, statt es zu belasten. Und bei 2 von 100 (oder 200, 300... Ich bin nicht sicher wie viele da in dem Block leben und ob nicht doch noch ein, zwei "gute" darunter sind), brauch man auch echt keine Angst vor "Üfremdung" und einer "Parallelgesellschaft" haben. Aber der Rest... Da seh ich schwarz...


Jaan Brandenburg:
19.07.2016, 12:37 Uhr

Das sind sie, die von der Politik zuvor angekündigten hochqualifizierten Zuwanderer mit ihrer Herzlichkeit, ihrer Lebensfreude usw., von der Wirtschaft geforderten, dringend benötigte Fachkräfte, aber von der Mehrheit der Bevölkerung im bereits überbevölkerten Europa kritisch und bestenfalls als wenig nutzbaren Ballast gesehenen. Es kamen angeblich Asylanten, vor Krieg und Verfolgung fliehende Asylsuchende Familien und Frau Merkel öffnete die Grenzen und rief in die Welt, dass es keine Obergrenze gäbe, alle willkommen seien und jeder Schutz bekäme. Und es kamen zu tausende und gar Millionen junge Männer in wehr- und arbeitsfähigem Alter aus muslimischen Ländern Afrikas und Asiens, getrieben von dem schon in der Heimat erkannten guten Leben. Ohne Arbeit viel Geld und sogar ein eigenes Auto und Haus. „Nun sind sie da!“, sagte Mutti Merkel, die Asylanten, dann Flüchtlinge und jetzt Zuwanderer und erwarten dass gute Leben und er Staat wendet Unsummen auf, um diese Menschenmassen mit Sprachkursen, Praktika und vieles mehr zu integrieren. Der Erfolg: alles sinnlos herausgeworfenens Geld. Ein Blick in die Vergangenheit oder in andere europäische Staaten hätte genügt um zu sehen, dass die Masse muslimischer Einwanderer nach europäischem Standard nicht arbeiten kann und zu einer regelmäßigen Arbeit nicht einmal fähig ist. Wenn sie in Brot und Arbeit kommen, dann nur kurzfristig, mit dem Ziel der Frühverrentung oder Erwerbsunfähigkeit.


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