Rote Geisterfahrer

Der Niedergang der politischen Linken hat einen Namen: Multikulti

24.01.18
Teil des Problems, nicht der Lösung: Juso-Chef Kevin Kühnert auf dem Bonner SPD-Parteitag am 21. Januar Bild: Imago

In der Groko-Debatte bietet die SPD ein erbarmungswürdiges Bild. Doch der wahre Grund ihrer Existenzkrise wurzelt tiefer.
Die SPD steckt fest wie ein Mensch im Treibsand. Egal, wohin sie sich wendet, sie sackt nur immer noch tiefer ein. Selbst wenn sich die Partei gar nicht mehr rühren sollte, was nur theoretisch denkbar ist − es würde ihren weiteren Untergang nicht aufhalten. Treibsand verschlingt selbst tote Gegenstände ohne Erbarmen.
Nach der knappen Entscheidung für weitere Verhandlungen zur nächsten Groko bleibt die Sozialdemokratie obendrein gespalten. Parteichef Martin Schulz, vor einem Jahr noch wie ein Erlöser umjubelt, wirkte nach dem Bonner Parteitag ratloser und verbrauchter denn je. Seine Zeit läuft ab, da sind sich die Kommentatoren einig. Dass Fraktionschefin Andrea Nahles das Zeug hat, die SPD doch noch aus der Krise zu führen, darf bezweifelt werden.
Viele sehen in dem jungen, eloquenten Juso-Chef Kevin Kühnert den möglichen Retter, einen deutschen Sebastian Kurz von links. Zu jung? Kühnert ist in dem Alter, in dem der Österreicher Kurz Außenminister wurde.
Doch Kühnert und seine Anhänger sind selbst Teil des existenziellen Problems, welches das linke Lager in Deutschland in ein historisches Loch stürzt. Gerade die „kleinen Leute“, die sozial Schwachen und die untere Mittelschicht, sind es nämlich, welche die immer drückenderen Folgen der offenen Grenzen, der Asylflut zu spüren bekommen. Ob auf dem Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte, bei der Suche nach günstigen Wohnungen oder als Opfer der schwindenden öffentlichen Sicherheit gerade in Stadtteilen der wenig Begüterten: Die Folgen der Massenzuwanderung massieren sich dort, wo die (einstige) Klientel linker Parteien lebt.
Doch die linke Elite krallt sich an ihre Ideologie des Multikulti, zeigt sich blind für die Sorgen der einfachen Menschen − verachtet sie gar offen als „Pack“ oder „Wutbürger“, wenn ihnen der Kragen platzt. Einzig die Grünen können sich dem Abwärtsstrudel entziehen. Ihre Anhänger sind die im Schnitt bestverdienenden aller Parteien. Sie teilen die Sorgen der weniger Glücklichen weder sozial noch räumlich.
Der Traum, die von Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht angedachte „Sammlungsbewegung“ könnte unter Einschluss des linken SPD-Flügels der politischen Linken wieder Schwung verleihen, kann daher nicht aufgehen. Es ist ja gerade Wagenknechts und Lafontaines Einsicht, dass Sozialstaaten ohne geschützte Nationen und Grenzen nicht überleben können, welche Kühnert und die Seinen so verbissen leugnen.
Ob für oder gegen Groko ist daher zweitrangig. Das Problem des roten Lagers insgesamt liegt viel tiefer: Abgesehen von ein paar Warnern wie Wagenknecht und Lafontaine befindet es sich auf einer ideologischen Geisterfahrt gegen die Interessen seiner eigentlichen Kernwählerschaft.     Hans Heckel


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Kommentare

Joe Angry:
25.01.2018, 18:48 Uhr

Perfekter Artikel. Fasst es auf den Punkt genau zusammen.
Ich möchte aber noch gerne hinzufügen dass diese Massenimmigration seit den 70ern gewollt und forciert wurde. Da es bestimmten Leuten aber zu langsam ging wurde diese Flüchtlingskrise fabriziert, oder glaubt hier wirklich jemand dass der Großteil der Afrikaner die nun die Mehrheit der Flüchtlinge ausmachen, vor 2015 total das tolle Leben hatten und dann alle zusammen plötzlich arm wurden, nur um sich daraufhin alle gleichzeitig auf den Weg nach Europa zu machen?
Wer das glaubt kann gerne mal ein paar Interviews mit diesen Flüchtlingen googlen die von Flugblättern erzählen wo Autos und Häuser versprochen wurden.
Wer schon mal von Soros und seiner open society gehört hat wird nicht überrascht sein, alle anderen sollten mal Barbara Spectre und ihre Rede bezüglich Europa und Multikulti bei YouTube schauen. Dann wisst ihr warum Merkel und Co. nichts tun können. Es ist so gewollt.


Anna Guarini:
25.01.2018, 13:12 Uhr

Es geht in Deutschland eigentlich gar nicht mehr um rechts und links. Sondern eher um oben und unten. Die oben sind nur "zufällig" fast alle links.
Und die unten zählen nicht. Deren Schicksal und deren Erfahrungen im täglichen Leben sind denen oben völlig schnurzpiepegal.
Deshalb brauchen wir nicht mehr und nicht weniger als eine Art Revolution gegen diese bis ins Mark verkommene Herrschaftsschicht.


Arnold Schacht:
24.01.2018, 19:18 Uhr

Die Linken jeder Couleur inklusive der Merkel-CDU glauben ja, dass sie sich neue dankbare Wähler importieren und deshalb die alten nicht mehr brauchen. Das fing wohl in den 1970ern an. Da merkte der linksextreme Flügel, dass Arbeiter, die sich alle 5 Jahre ein neues Auto kaufen können, keine Revolution machen werden.


Hans-Joachim Nehring:
24.01.2018, 18:50 Uhr

Wollen doch mal Klartext sprechen. Wenn die Sozis mit Martin Schulz an der Spitze einen weiteren Dämpfer bekommen, kann mir das nur recht sein. Als Vorsitzender des EU-Parlaments hat er Deutschland nicht weniger geschadet, als seine Busenfreundin Merkel. Sich jetzt noch als Robin Hood und Rächer der Armen und Witwen gerieren zu wollen, ist der Höhepunkt. Schickt den Kerl nach Würselen zurück, denn er wechselt seine Meinung,wie andere ihre Unterhose. Einigkeit und Recht und Freiheit in Deutschland ist mit ihm nicht zu machen.


Haukur up Tronje:
24.01.2018, 18:06 Uhr

Schon die Äußerlichkeiten sprechen für sich!

Als politisch Interessierter habe ich mir diesen SPD-Sonder-Parteitag in Teilen angetan.
Vor allem die Abstimmungen.
Prähistorisch, wie diese gesamte Partei.
Die Abstimmung bei der SPD, eine mühevolle, durch einzelne von dem noch amtierenden unsäglichen Justizminister Maas ins Rennen geschickte Zählpersonen an Tischreihen aufzusummierende Vote-Stimmen per manueller Zählung mit Zettel und Stift , da erfasst einen schon das blanke Grauen.
Genauso antiquiert und chaotisch war auch die gesamte Parteitagsmoderation.

Im Vergleich dazu:
AfD-Parteitag in Hannover, ein zügiges, konzentriertes, diszipliniertes Abarbeiten der Tagesordnungspunkte.
Die Abstimmungen der Delegierten erfolgte per digitalem Handhelp, die Ergebnisse waren Sekunden später auf dem Konferenzsaal-Großmonitor in übersichtlich-geordneter diagrammatischer Form ersichtlich.
So geht Digitalisierung auf einem Parteitag.

Schulz, Nahles, Dreyer, Stegner, Oppermann, Maas, Gabriel, usw.,. . . - Politische und menschliche Größe sieht anders aus!

Diese SPD mit ihren machtversessenen, mit Pattexkleber an ihren erquicklichen Futtertrogs-Parteivorstands- und Bundestagsstühlen fixierten ergrauten Polit-Eminenzen, "Bätschi-in-die-Fresse-blöder-Dobrindt-bis-es-quietscht" - DAS also sind sie, die berühmt-berüchtigten prähistorischen Gesellschafts-ERNEUERER für die nächste ungebremste Zukunft von DE?
Sie haben es absolut nicht begriffen:
Das Versagen der SPD bestand und besteht weiter im krampfhaften Ausklammern der irreführend als Flüchtlingskrise deklarierte Massenzuwanderung und ihrer Folgen sowie aller Euro- und EU-kritischen Fragen.
So lange an diesen Themen NICHT im Sinne der indigenen autochthonen deutsche Bevölkerung "geschraubt" wird, geht die rapide Talfahrt der SPD munter weiter.

Als Aphorismenfreund sei es in das SPD-100%-Messias-Schulz- und seinen Vasallen-, Paladinen- und Kohorten-Stammbuch geschrieben:

- "Nicht immer hält das ROTE Licht, was es dem Wandersmann verspricht!" / Waldemar Dyhrenfurth alias Bonifazus Kiesewetter

- "Wir machen alles, entweder übermorgen oder später oder überhaupt nicht!"

- "Wer höher aufsteigt, als er sollte, fällt sehr viel tiefer als er wollte."


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