Viele »Syrer« sind Nordafrikaner

Was den Asylbetrug in Deutschland Maghrebinern so attraktiv erscheinen lässt

21.01.16
Auswanderung nach Europa hat im Maghreb Tradition: Banlieue von Behren, Lothringen Bild: Clemenspicture

Köln und Paris machen deutlich, dass viele der angeblich syrischen Asylbewerber in Wirklichkeit aus sicheren Herkunftsländern in Nordafrika stammen und nur aus kriminellen oder islamischen Gründen nach Deutschland gekommen sind.


Die massenhaften Sex-Attacken muslimischer Männer Silvester am Kölner Bahnhof und anderswo, bei denen offenbar Nordafrikaner eine maßgebende Rolle gespielt haben, und der gescheiterte Beilattentatsversuch eines in Deutschland als Asylbewerber geführten Nordafrikaners in Paris zum Jahrestag des Charlie-Hebdo-Massakers haben deutlich gemacht, dass es immer mehr Araber aus den Maghrebstaaten in Nordafrika als Asylbewerber nach Deutschland zieht. Der Grund dafür sind nicht die politischen Verhältnisse in ihren Heimatländern. So gelten die drei Maghreb-Staaten Marokko, Algerien und Tunesien zurzeit als die stabilsten in der gesamten arabischen Welt. Tunesien ist zudem das einzige demokratische Land der gesamten arabischen Welt. Der Grund beziehungsweise die Gründe für diese Massenzuwanderung aus der islamischen Welt nach Deutschland sind vielmehr der Willkommensruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel im letzten Sommer und die zusammengebrochene Sicherung der EU-Außengrenze in Griechenland. Dies hat sich auch in den Maghreb-Staaten herumgesprochen. Einwohner der Maghreb-Staaten brauchen für die Türkei kein Visum, der Sog in die Türkei und dann nach Deutschland ist so groß geworden, dass laut Deutsch-
landfunk in den letzten Monaten sogar eigens Billigfluglinien in den Maghreb-Staaten entstanden sind, welche die Asylkandidaten – darunter nicht wenige gewaltbereite Islamisten – für wenig Geld in die Türkei bringen. Von dort geht es über ein nur kurzes Stück östliches Mittelmeer von sechs bis zwölf Kilometern nach Griechenland und dann über die immer noch offene Balkanroute nach Deutschland. Den kürzeren, aber gefährlicheren Weg über die beiden spanischen Enklaven Ceuta und Mellila in Marokko, die mit meterhohen Schutzmauern besser geschützt sind als weiland die innerdeutsche Grenze, und die ebenfalls gefährliche Bootsfahrt über das westliche Mittelmeer überlassen die Maghrebbewohner mittlerweile lieber den weitaus ärmeren Westafrikanern. Viele von diesen sammeln sich weiterhin in ihren Ländern, um zumeist von der libyschen Küste aus per Gummiboot oder abgewracktem Fischkutter nach Italien zu kommen.
Die Nordafrikaner haben den Vorteil, dass sie Arabisch sprechen und sich deshalb als Syrer ausgeben können, die bislang in Deutschland ohne Asylverfahren ein Aufenthaltsrecht bekommen. Die Überlastung der mit dem Asylverfahren beauftragten Ämter und Behörden sowie der immer noch vorherrschende Mangel an Absprachen führen dazu, dass es Jahre dauern kann, bis es auffällt, dass ein als Syrer registrierter Asylbewerber eigentlich ein Marokkaner oder Tunesier ist. So war der jetzt erschossene Beilattentäter von Paris, der aus Marokko stammte, in Deutschland seit drei Jahren als Asylbewerber mit Leistungsbezug unter bis zu sieben verschiedenen Namen gemeldet. Wahrscheinlich hat er entsprechend viele Sozialleistungen bezogen, die es ihm erlaubten, ein großes Waffenarsenal anzuglegen.
Dass sich Nordafrikaner so schnell und stark an Auswanderungsbewegungen aus dem islamisch-arabischen Raum beteiligen, hat möglicherweise mit deren Geschichte zu tun. Ihre Länder wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig. Die Erlangung der Unabhängigkeit war jedes Mal mit großen Migrationsschüben ins vormalige Mutterland Frankreich verbunden.
Nach der Entlassung Algeriens in die Unabhängigkeit im Jahre 1962 legte Frankreich für diese Einwanderer ganze Trabantenstädte an der Grenze zu Deutschland an. Genannt seien hier Behren bei Forbach oder Far-eberschweiler bei Saargemünd, beide in Sichtweite zum Saarland. Trotz des 1963 geschlossenen Élysée-Vertrages hatte Paris offenbar Angst, dass die bis dahin noch weitgehend deutschsprachigen Mosellothringer sich weiterhin Richtung Saarland orientieren würden, das bis 1959 kein Grenzbaum von Frankreich trennte. Aus diesen grenznahen Trabantenstädten beantragten tausende von jungen Nordafrikanern bei der letzten Masseneinwanderung Anfang der 90er Jahre im Saarland Asyl, um jahrelang Sozialleistungen zu beziehen, bevor sie nach der Ablehnung ihres Asylantrags in ihre französischen Trabantenstädte zurückkehrten.    
    Bodo Bost


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Kommentare

Karl Nowak:
21.01.2016, 13:26 Uhr

Also der Arabische Paris Attentäter von letztens der erschossen wurde gab sich sogar als Georgier aus und kam damit durch.Anscheinend ist niemandem aufgefallen das er kein Georgisch,Russisch oder Armenisch konnte.Oder es int. einfach keinenr mehr!


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