Allenburgs Schleusenwärterhaus wird gerettet

Privatunternehmer setzt auf eigene Kosten Pläne für ein Museum um – Untertützung durch Bibliothek und Ute Bäsmann

21.08.19
Kleinod in Allenburg: Das Schleusenwärterhaus vor dem verheerenden Brand Bild: U. Bäsmann

Das 1922 in Allenburg am Masurischen Kanal erbaute Schleusenwärterhaus hat einen neuen Eigentümer, der konkrete Pläne für die Einrichtung eines Heimatmuseums verfolgt.

Der Privatunternehmer Waldimir Sosinow hat sich der Wiedererrichtung des Wärterhauses der unteren Schleuse in Allenburg [Druschba] angenommen. In einem Interview mit dem Portal „RBK Kaliningrad“ sprach er darüber, warum er das Haus wieder aufbauen will und welche Arbeiten an dem Gebäude mit der wechselvollen Geschichte noch durchgeführt werden müssen.
Zur Sowjetzeit war das ehemalige Schleusenwärterhaus in drei Wohnungen unterteilt worden, von denen Anfang der 2000er Jahre zwei die aus Allenburg stammende Ute Bäsmann kaufte. In Erinnerung an ihre Eltern begann sie, das Haus wiederherzurichten, um dort ein Heimatmuseum einzurichten.
2012 zerstörte dann ein Feuer das komplette Dachgeschoss. „Nach dem Feuer legte sie (Bäsmann) ihre Hände natürlich in den Schoß. Sie ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden, und nach 2012 hat sie nichts mehr unternommen, weil ihr klar war, dass beim nächsten Mal alles niederbrennen oder etwas anderes passieren würde“, sagte Sosinow.
Weil sie doch nicht untätig dem Zerfall des alten Schleusenwärterhauses zusehen wollte, wandte sich Bäsmann Ende vergangenen Jahres an das Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst in Königsberg mit der Bitte, das Haus zu übernehmen und dort ein Allenburg-Museum als Filiale zu eröffnen. Da das Gebietsmuseum aber eine staatliche Einrichtung ist, seien dem Museumsleiter schon allein aus rechtlichen Gründen die Hände gebunden, so Sosinow. „Im Dezember vergangenen Jahres informierte mich der stellvertretende Direktor des Museums über den Fall, da ich mich schon mit der Restaurierung von Schloss Groß Wohnsdorf beschäftigte. Ich entschied, dass es möglich sei. Ute Bäsmann überschrieb mir ihren Teil des Hauses und ich habe ihr versprochen, dass wir dort ein Museum eröffnen“, erklärte der Unternehmer. „Da dieses Haus der Arbeitsplatz des Wärters  der Schleuse am Masurischen Kanal war, werden wir einen Raum der Geschichte dieses Kanals widmen,“ sagte Sosinow. In den beiden anderen Räumen soll das Allenburger Museum entstehen. „Es wird ein offenes Museum sein, nach dem Prinzip eines Hausmuseums, aber ohne offiziellen Status“. Der Besuch sei kostenlos, fügte der Geschäftsmann hinzu.
Voraussichtlich wird das Privatmuseum am 30. August 2020, dem 620. Jubiläum Allenburgs, eröffnet. Maria Schadrina, eine Mitarbeiterin der örtlichen Bibliothek, hat sich bereit erklärt, Exponate zur Verfügung zu stellen. „Sie arbeitet schon viele Jahre dort, kommt gebürtig aus diesem Dorf und sammelt alles, was mit seiner Geschichte zu tun hat, aus der Vor- und Nachkriegszeit. Alle Gegenstände sind jetzt in der Bibliothek ausgestellt. Und sie ist bereit, sie kostenlos zu übergeben“, unterstrich Sosinow. „Wir werden den Geist und die Atmosphäre dieses Hauses und Arbeitsplatzes dort wiederbeleben, die vor der Verwüstung von 1945 da waren. Ich versuche einfach, aus dem, was zerstört ist, ein neues Ganzes zu machen“, konkretisierte er.
Die Reparatur des Daches und des Dachgeschosses habe umgerechnet rund 7000 Euro gekostet. Sosinow betonte, dass er keine öffentlichen Gelder beziehen werde und er das Haus nicht für kommerzielle Zwecke restauriere.
    Olga Koslowa/MRK


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