Aufgewärmte Teilungs-Theorie

22.08.18

Alten Wein in neue Schläuche zu gießen und das Ganze dann noch mit einem kräftigen Schuss Volkspädagogik zu würzen, gehört zum üblichen Geschäft mancher Historiker hierzulande. Einer davon ist Wolfgang Benz, der frühere Direktor des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung. Er nahm zwei seiner Publikationen aus den Jahren 1984 und 1994 und bastelte daraus eine „neue“ Geschichte Deutschlands von der Kapitulation des Dritten Reiches bis zur Gründung der beiden Nachkriegsstaaten Bundesrepublik und DDR. Diese trägt den Titel „Wie es zu Deutschlands Teilung kam“ und verfolgt den Zweck, „auf die Teilung Deutschlands als Folge nationalsozialistischer Hybris aufmerksam“ zu machen. Ebenso will Benz mit „Mythen über die Trümmerzeit“ sowie „Legenden über die glückhaften Aufbauleistungen der Deutschen und die verhängnisvollen Fehler“ der Sieger des Zweiten Weltkrieges aufräumen.
Seiner Meinung nach waren „die Westmächte unter Führung der USA“ für das Auseinanderdriften von Ostzone und Westzonen verantwortlich, während die stalinistische UdSSR „nur reagieren“ konnte und somit deutlich weniger Schuld an der deutschen Teilung trägt.
Mit dieser Argumentation rückt Benz in die Nähe kruder Verschwörungstheorien – wenngleich er natürlich jedwede antisemitische Attitüde zu vermeiden sucht. So beispielsweise bei der Diskussion des Morgenthau-Planes. Obwohl Benz sonst keine Gelegenheit auslässt, um die Politik Washingtons zu diskreditieren, spielt er die Absicht des jüdischen US-Finanzministers, Deutschland auf den Status eines mittelalterlichen Agrarstaates herabzudrücken, nach Kräften herunter.     W. K.

Wolfgang Benz: „Wie es zu Deutschlands Teilung kam. Vom Zusammenbruch zur Gründung der beiden deutschen Staaten“, dtv Verlagsgesellschaft, München 2018,  gebunden, 416 Seiten, 26 Euro


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Kommentare

Hans-Joachim Nehring:
28.08.2018, 10:40 Uhr

Die Mauer in Berlin hat meines Wissens am 13.August 1961 Spitzbart Ulbricht mit Unterstützung der Sowjets gebaut. Die Russen wollten eine Knechtung von ganz Deutschland unter der sogenannten Diktatur des Proletariats.Ohne die Amerikaner und die Luftbrücke hätte West-Berlin nicht überleben können. Man hätte die Bevölkerung verhungern lassen wie in Königsberg-Ostpreußen, wo bis 1948 alle überlebenden Deutschen vertrieben wurden.


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