Eklat im »House of One«

Unternehmen Dussmann verlässt interreligiöses Projekt in Berlin

23.03.19

Catherine von Fürstenberg-Dussmann, Chefin des Medienunternehmens Dussmann, hat ihren Rückzug aus der Stiftung für das interreligiöse Projekt „House of One“ in Berlin bekanntgegeben. Damit endet auch ihr finanzielles Engagement für das Projekt. Grund ist der muslimische Vertreter in der Stiftung, dem von anderen Muslimen vorgeworfen wird, der Bewegung von Fethullah Gülen nahezustehen.
Andere muslimische Verbände und Moscheevereine lehnen aus diesem Grund eine Beteiligung an dem Vorhaben ebenfalls ab. Kadir Sanci, Imam und Mitglied des Präsidiums im „House of One“, kontert: „Der Dialog scheitert nicht an fehlendem Bemühen unsererseits.“ Die weiteren Beteiligten am „House of One“ sind die Evangelische Gemeinde St. Petri/St. Marien und das Abraham-Geiger-Kolleg – ein Rabbinerseminar. Auf dem Petri-Platz in Berlin-Mitte, auf dem seit 1230 die Petri-Kirche stand, die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und auf Veranlassung der SED 1964 abgetragen wurde, soll das Projekt realisiert werden.
Statt eines Wiederaufbaus des Gotteshauses soll hier ein „interreligiöses Bet- und Lehrhaus“ entstehen. Es soll Christen, Moslems und Juden gleichermaßen dienen. Dussmann erklärte in einer Pressemitteilung, sie könne die polarisierende Präsenz des muslimischen Trägervereins nicht mehr akzeptieren: „Ich kann kein Projekt unterstützen, das anstelle Verständigung und Dialog zwischen und innerhalb der Religionen zu fördern, neue Konflikte erzeugt.“
Inwieweit der Rückzug Dussmanns die Finanzierung infrage stellt, ist noch ungewiss. Zwar hat der Berliner Senat der Stiftung das Grundstück für einen einzigen Euro für 99 Jahre in Erbpacht zukommen lassen, aber der Bau selbst soll 43,5 Millionen Euro kosten. Der Bund hat einen Zuschuss von zehn Millionen Euro zugesagt, wenn der Senat den gleichen Betrag aufbringt. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird nach einem Senatsbeschluss den Vorsitz des Stiftungskuratoriums  übernehmen.
Die fehlenden 23,5 Millionen Euro sollen durch Spenden zusammengebracht werden. Bisher sind aber nur 8,5 Millionen Euro  gesammelt worden. Catherine von Fürstenberg-Dussmann will durch ihren Vorstoß eine neue Debatte um die Ausrichtung des „House of One“ anstoßen. Sie ist, wie sie sagt, nach wie vor von der Richtigkeit des Projekts überzeugt.     Frank Bücker


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Keine Kommentare


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.