Gespräche mit Russen

18.07.18

Russland ist ein Land voller Widersprüche. Das wird einmal mehr bei der Lektüre von Carola Schneiders Buch „Mein Russland“ deutlich.
Die Leiterin des ORF-Büros in Moskau arbeitet seit 2011 in Russland. In diesen Jahren hatte sie immer wieder Gelegenheit, über Land zu fahren und die unterschiedlichsten Menschen kennenzulernen. Sie sprach sowohl mit Menschenrechtsaktivisten, erklärten Putin-Gegnern als auch mit glühenden Putin-Verehrern.
Schneider geht der Frage nach, warum Russland zwar keine Diktatur, aber auch keine Demokratie sei, Putins „gelenkte Demokratie“ sich als autoritäres Regime entpuppe, dessen staatliche Institutionen schlecht bis gar nicht funktionieren und das die Bürgergesellschaft knebele.
Die Autorin hat mit Prominenten wie der mittlerweile 90-jährigen Menschenrechtsaktivistin Ljudmila Alexejewa, aber auch mit einfachen Menschen wie Bauern in Sibirien, einem jungen Unternehmerpaar in Moskau, mit Putin-Befürwortern und Gegnern auf der Krim, einem Putinpropagandisten und mit einem ehemaligen GuLag-Häftling gesprochen.
Sie alle üben in der ein oder anderen Weise Kritik an der Führung, fühlen sich aber in Putins Russland freier als in der Sowjetunion. Pro-westliche Gesprächspartner haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Russland eines Tages ein demokratisches Land werde. Im Stil erinnert das Buch an damalige ARD- oder ZDF-Korrespondentenberichte aus der Sowjetunion. MRK

Carola Schneider: „Mein Russland. Begegnungen in einem widersprüchlichen Land“, Kremayr und Scheriau Verlag, Wien 2017, gebunden, 158 Seiten, 22 Euro


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