»Heimat und Zukunft in einem neuen Licht«

Interview mit Pfarrer Philip Kiril Prinz von Preußen über seine Predigt auf dem Deutschlandtreffen und vieles mehr

17.05.14
Hätte Deutschland noch die Monarchie und sein Vater nicht bürgerlich geheiratet, wäre er heute Kronprinz: Philip Kiril Prinz von Preußen. Bild: privat

Beim ökumenischen Gottesdienst, dem ersten Programmpunkt des diesjährigen Deutschlandtreffens der Ostpreußen in Kassel, hält Pastor Philip Kiril Prinz von Preußen die Predigt. Der 1968 in Eutin geborene Vater von sechs Kindern ist ein Enkel von Louis Ferdinand von Preußen und der erste Sohn von dessen erstem Sohn, Friedrich Wilhelm von Preußen, und der Bürgerlichen Waltraud Freydag. Im Interview mit der PAZ spricht der Hohenzoller und Theologe über seinen verschlungenen Weg ins Priesteramt, das schwierige Verhältnis zu seiner Familie sowie Werte und Monarchie. Die Fragen stellte Rebecca Bellano.

PAZ: Sie predigen beim Deutschlandtreffen der Ostpreußen. Wissen Sie schon, was das Thema Ihrer Predigt sein wird?
Philip von Preußen: Mein Thema wird, angelehnt an das Motto des Treffens „Ostpreußen hat Zukunft“, voraussichtlich sein: Heimat und Zukunft 2.0 – oder für die Älteren: Heimat und Zukunft in einem neuen Licht.
PAZ: Sie haben erst Jura und dann Lehramt studiert. Was bewegte Sie dazu, dann doch den Beruf des Pastors zu erwählen?
Philip von Preußen: Mein Wahlspruch lautet, salopp formuliert, seit ich mit 18 Jahren Christ wurde: „Ich bin im Auftrag des Herrn unterwegs.“ Da kannte ich den Film „Blues Brothers“ noch gar nicht. Ich wollte also immer Gott mit meinem Leben dienen. Auch mit meinem Beruf. Christen sind ja von ihrem Herrn, Jesus – dem Sohn Gottes, aufgerufen, Menschenfischer zu sein. Das wollte ich immer nebenher tun. Letztlich habe ich Gott so verstanden, dass ich dieses „Hobby“ doch noch zum Hauptberuf machen sollte. Das ist ja auch das Wichtigste für uns Menschen: die Frage nach der Ewigkeit. Jedenfalls sollte es das sein.

PAZ: Als Ur-Ur-Enkel von Kaiser Wilhelm II. entstammen Sie einer historisch bedeutenden Familie. Wie reagieren Ihre Mitmenschen auf Ihre Abstammung?
Philip von Preußen: Als Kind und Jugendlicher erlebte ich von Mitschülern und sogar einer Lehrkraft viele negative Reaktionen. Daher habe ich bis zirka 24 meinen Namen eher versteckt und nur als „Philip Preußen“ studiert. Durch ein Schlüsselerlebnis und mit Gottvertrauen im Gepäck habe ich dann aber erkannt, dass mein Name, meine Herkunft Aufgabe und Chance bedeutet. Seitdem stehe ich zu meiner Herkunft und setze den damit verbundenen Aufmerksamkeitsfaktor als Hebel zur positiven Wertemultiplikation ein. Es gibt auch heute noch Menschen, die von negativen Vorurteilen bestimmt sind, wenn sie meinen Namen hören. Gerade auch in meiner Landeskirche habe ich den Eindruck, dass manche meiner Vorgesetzten einen Hohenzollern eher als Belastung sehen statt als große Chance. Und sicherlich gibt es vor allem im linken Spektrum der Gesellschaft nach wie vor einige Antipathien. Aber bei meinen Mitmenschen stoße ich meistens auf positive Offenheit und große Sympathien. Und spätestens wenn man mich persönlich kennenlernt, sind die meisten angenehm überrascht, weil ich ohne Dünkel daherkomme.
 
PAZ: In der Familie Ihres Vaters herrscht, nachdem dieser sein Erbe via Rechtsstreit erkämpft hat, obwohl er wegen der Ehe mit einer Bürgerlichen, Ihrer Mutter, von seinem Vater enterbt worden war, alles andere als Harmonie. Gibt es aber trotzdem so etwas wie Familientreffen, bei denen die gemeinsame Herkunft zelebriert wird?
Philip von Preußen: Mein Großvater Louis Ferdinand hat leider aufgrund seiner im Zwei-Klassen-Denken verhafteten Gesinnung entschieden, seine beiden ältesten Söhne wegen bürgerlicher Heirat – also dem, was heute üblicherweise als royale Märchenhochzeit in den europäischen Königshäusern ganz selbstverständlich ist – zu enterben. Das war überaus tragisch und töricht. Er hat dadurch nicht nur Ehen und Familien zerstört, sondern unbewusst auch die Axt an den Zusammenhalt des Hauses Hohenzollern gelegt. Dort, wo heute noch Familientreffen der Hohenzollern stattfinden, ist es ganz entgegen der Preußischen Maxime mehr Schein als Sein. Bestimmte Familienmitglieder, auch ich, werden systematisch ausgegrenzt und wurden über Jahre teilweise juristisch angegangen.
 
PAZ: Nach dem erzwungenen Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff machten Sie mit der Forderung, in Deutschland die Monarchie wieder einzuführen, Schlagzeilen. Stehen Sie auch jetzt noch hinter dem Vorschlag und wenn ja, warum?
Philip von Preußen: Am wichtigsten wäre mir, dass unser Land wieder Gott zu seinem Herzenskönig macht! Diesem Ziel gilt mein Engagement. Was aber die derzeit noch hypothetische Frage nach der Staatsform Monarchie angeht: Ja, natürlich! Es gibt viele gewichtige und zeitlos gültige Argumente dafür.
In der Kurzatmigkeit und steigenden Orientierungslosigkeit unserer Tage wirkt ein Königshaus als Garant von Stabilität und Beständigkeit. Schauen Sie auf unsere Bundespräsidenten seit 1949: Elf an der Zahl – und die beiden Vorgänger von Joachim Gauck traten vorzeitig zurück. Wenn wir demgegenüber nach England blicken: Queen Elizabeth II., die jüngst ihr 60. Kronjubiläum feierte. Über 60 Jahre Kontinuität und Stabilität! Sodann das Argument des nationalen Zusammenhalts: Belgien ist gespalten in Flamen und Wallonen, aber das Königshaus wirkt wie eine patriotische Klammer. In allen Monarchien erleben Sie das: Ein König, eine Königin eint das Land! Zustimmungen von Rechts und – etwas weniger – auch von Links, von Arm und Reich, von Alt und Jung. Jüngst erst wieder das Oranje-Fest, der Königstag in den Niederlanden: Ein Land taucht auf Straßen und Plätzen in die Farben des Königshauses und jubelt ihm zu. Und bei uns käme noch hinzu: Auch Ost und West würden dadurch emotional besser verbunden. Derzeit haben wir solche enge patriotisch-emotionale Verbundenheit nur auf den Fanmeilen zur WM oder EM alle zwei Jahre jeweils für einige wenige Wochen.
Mit einem König oder einer Königin wären wir auch schlagartig das leidige Thema Bereicherung im Amt los, das bei Wulff das Amt des Staatsoberhauptes so peinlich beschädigt hat. Das hat ein Monarch schlicht nicht nötig. Noch etwas Wirtschaftliches: Alt-Bundespräsidenten kosten nur, Könige kurbeln gleichzeitig Konsum – Kleidung von Kate und Baby-George regelmäßig ausverkauft – und Tourismus – Buckingham Palace – an!
Und dann die Aura einer Königsfamilie – was für ein Prestigegewinn für ein Land. Das entscheidende Argument ist aber: Nur eine Königsfamilie kann über Generationen hinweg das emotionale Vorbild sein, das uns in Deutschland so schmerzlich fehlt. Die TV-Quoten bei den Hochzeiten der europäischen Königshäuser beweisen das. Und sind die Royals mal nicht so vorbildlich, wirkt auch das noch indirekt wertestabilisierend. Denn „bei Hofe“ achtet die Presse genau darauf, dass das Sehnsuchts-Ideal erfüllt werden möge: Eine glückliche Ehe und eine harmonische Großfamilie. Betrügt ein Royal seinen Ehepartner, ist das ein Skandal – und das ist gut so! Geht hingegen bei uns ein Minister fremd oder ist ein Bundespräsident wiederverheiratet – nachdem er, noch verheiratet mit der ersten Frau, seine Geliebte schon geschwängert hatte! – ist das angeblich egal oder gar modern. Wir brauchen die Monarchie gegen das emotionale Wertevakuum. Und gegen die demografische Krise: Was für ein Hype um Baby-George – und so geht das jedes Mal, wenn ein Kronprinzenpaar frisch verheiratet ist und über die Jahre als junges Paar: „Wann bekommen sie endlich ein Kind? Ach ist es süß! Wann kommt das nächste?“ Das ist viel effektivere mediale Werbung für Kinder – die überdies nichts kostet – als alle Initiativpapiere oder Kampagnen der Familienministerin zusammen.
 
PAZ: Ihnen wird unterstellt, altmodischen Werten anzuhängen. Was erwidern Sie hierauf Ihren Gegnern?
Philip von Preußen: Was einem Land gut tut, ist nie altmodisch, sondern hochaktuell. Egoismus, Individualismus und Spaßgesellschaft sind zwar modern, aber kontraproduktiv. Selbstlosigkeit und langfristige Bindungsbereitschaft sind eher unattraktiv, aber sehr nötig. Nur ein paar Beispiele: a) Es ist gut, zu heiraten, weil das mehr Stabilität für die Partnerschaft garantiert – es ist kein Allheilmittel, aber es hilft. b) Es ist gut, in der Ehe treu zu sein und zusammenzubleiben. Fragen Sie mal die sitzen gelassenen Ehepartner und Kinder aus erster Ehe, zum Beispiel bei den Wulffs. c) Viele Kinder zu haben, ist out; aber mit den 1,4 Kindern pro Frau, die wir in unserem reichen armen Land noch hinbekommen, implodieren wir: Die Sozialsysteme sind schon in Schieflage, Rente und Pflege werden bald einen GAU erleben; die Wirtschaft schrumpft durch Fachkräftemangel, Lehrlingsknappheit und sinkende Binnennachfrage; das Bildungssystem ächzt unter der Überalterung der Lehrer; die Pflegeberufe suchen händeringend Neueinsteiger. Kurz: Die demografische Krise ist die Mutter aller Krisen. Wenig Kinder zu haben mag modern sein – vor allem aber ist es hochgradig unvernünftig und das langfristig Unsolidarischste, was es gibt. d) Die Kinder bis zum dritten Lebensjahr selbst zu betreuen ist politisch verpönt, gilt als völlig veraltet. Aber was sagen Bindungsforscher und Kinderärzte? Exzessive Fremdbetreuung in den ersten Lebensjahren ist wegen des chronischen Stressfaktors eine akute Gefährdung des Kindeswohls; die diesbezüglichen US-Langfrist-Untersuchungen beweisen das überdeutlich. Ich empfehle allen jungen Eltern – und Großeltern – und erst Recht unseren Politikern, wenigstens einen unaufgeregten fachlichen Artikel dazu zu lesen: „Die dunkle Seite der Kindheit“, „FAZ“, 4. April 2012. e) Abtreibung gilt für viele als moderne Errungenschaft. Dazu sagt aber schon das Bundesverfassungsgericht deutlich: Sie kann zwar mittels Pflichtberatung straffrei bleiben, ist und bleibt aber in jedem Falle rechtswidrig! Was rechtswidrig ist, kann per se nicht gut sein, mag es auch noch so sehr modern genannt werden. Aber abgesehen vom Juristisch-Formalen: Sechs bis acht Millionen vor der Geburt getötete Kinder allein in den vergangenen vier Jahrzehnten, die ihrerseits keine Kinder bekommen konnten, das macht rund 20 bis 25 Millionen Menschen, die wir dadurch verloren haben, mehr als durch Ersten und Zweiten Weltkrieg zusammen. Das ist Raubbau an Deutschlands Zukunft. Die allermeisten wurden wegen „Sozialer Indikation“ abgetrieben. Also aus seelischer Belastung oder sozialer Notlage heraus. Was ist an einem System, einem Wohlfahrtsstaat bitteschön modern, der Abtreibungen finanziert, aber keine „Abtreibungswende“ zu stemmen bereit ist, etwa mit Milliardenaufwand für junge werdende Eltern, die vor der Frage stehen, ob ihnen das ungewollte Kind seelisch, finanziell oder karrieremäßig das Genick bricht? Nüchtern betrachtet geht unser sogenannter Wohlfahrtsstaat, weil es bequemer ist, seit Jahrzehnten über Leichen. Millionen von Leichen. Das ist ein unsäglicher moralischer Skandal. Da geht es nicht um altmodisch oder modern, da kann man nur rufen: Du sollst nicht töten. Du sollst dich kümmern!

PAZ: Legen Sie bei der Erziehung Ihrer sechs Kinder Wert darauf, ihnen ihre Abstammung zu verdeutlichen?
Philip von Preußen: Oh ja! Aber uns ist zuerst die „himmlische Abstammung“ wichtig! Wir erziehen sie mit Herzblut zum Glauben an Jesus, unseren Heiland. Auf dass sie Kinder Gottes werden und Ewiges Leben geschenkt bekommen. Unsere wichtigste Maßgabe in der Erziehung ist Jesu Verheißung: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben (Joh 3,16).
Die adlige Abstammung ist für uns  zweitrangig. Denn Blaues Blut nützt einem beim Jüngsten Gericht gar nichts – genauso wenig wie ein volles Bankkonto. In unserer Holsteinischen Heimat gibt es den Spruch: „Mehr als Holsteiner kann der Mensch nicht werden.“ Für uns haben wir den abgewandelt: Mehr als Himmelsbürger kann der Mensch nicht werden. Oder: Mehr als Christ kann der Mensch nicht werden.
Natürlich erfahren unsere Kinder auch, dass sie preußische Prinzen und Prinzessinnen sind. Aber erst kurz bevor sie jeweils eingeschult wurden. Da nehmen wir dann ein Bild vom Kaiser oder von Königin Luise und erklären: Das ist dein Urururgroßvater, deine sechsfache Urgroßmutter. Doch dann fügen wir hinzu: Aber vor Gott zählt das nicht. Er schaut uns ins Herz. Und vor ihm sind wir alle Sünder, die Vergebung durch Jesus brauchen. Und nur bei ihm finden wir Glück, Rettung und Ewiges Leben.


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Kommentare

Peter Heek:
11.08.2015, 23:04 Uhr

Geistesadel ist der Mittler zwischen weltlichen, auch kirchlich weltlichen Begehren/Ansprüchen und dem was der Himmel will.
Die, die verschiedenen Völker führenden Engelwesenheiten prügeln sich nicht. Genausowenig brauchen sich Völker und ihre Führungen gegeneinander aufbringen und in einen Krieg auf welcher Ebene auch immer manipulieren lassen.
Dazu ist aber die Demut notwendig etwas vom Gespräch der Erzengel im Himmel gewahrwerden zu wollen.
Aus diesem Grund ist es Putin möglich von Eurasien zu reden und diese mit Anderen in Strukturen zu setzen, als Geburtswehen der kommenden Seidenstraßenglobalisierung, die wesentliche Alternative zum sich vollendenden strukturellen Gefängnisplaneten, also der plündernden Holzwegglobalisierung, diese verhängnisvolle, politisch korrekten Sackgasse der Menschheitsentwicklung. Mit Geistesadel gegen Holzwege. Eine Menschheit ohne Geistesadelführung ist bald keine mehr. Doch wie wird diese Führung physisch verankert?
Möge im Andachtsraum der Völker diese Herzensangelegenheit gelöst werden.
Sie lachen: aus diesem Grunde ist Israel 40 Jahre durch die Wüste geführt worden, weil erst die sterben mußten, die Israels Zukunft nicht annehmen wollten. Die Menschen gehen so lange durch kommende Verwüstungen bis sie reif für obiges geworden ist.
Mögen die Menschen mit Christus ihre Übungen der Freiheit (Erdenleben) zur "Immermehrmenschwerdung" vollziehen.


guguk guguritzi:
11.08.2015, 14:09 Uhr

Einen König werde ich unterstützen, sofern er das Nationale in den Vordergrund stellt, die Macht der Banken und Konzerne beschränkt und ansonsten leben und leben lässt.
Und die Kirche auf das reduziert, was ihre einzige Aufgabe sein soll.


Hans-Joachim Nehring:
27.05.2014, 21:17 Uhr

Pfarrer Philip Kiril Prinz von Preußen zeigt sich im Interview mehr als konservativer Holsteiner und kirchlicher Glaubensbruder, denn als überzeugter Preuße.
Immerhin erfahren seine Kinder kurz vor der Einschulung, wer Königin Luise von Preußen einst war. Als Mensch und als Christin hat sie ihr nur 34jähriges Leben mit einer Unsterblichkeit gekrönt, welches nur sehr wenigen Erdenbürgern vergönnt ist.
Die unehrenhaft zurückgetretenen Bundespräsidenten wie Köhler und Wulff wurden mit fürstlichem Ehrensold und Großem Zapfenstreich verabschiedet. Ihnen weint heute kaum jemand eine Träne nach. Als Luise starb, weinte ein ganzes Volk.
Deutschland hat seine einzige und wirkliche Königin auch heute nicht vergessen.


Jim Becker:
24.05.2014, 13:14 Uhr

Ich finde Deutschland sollte wieder einen Kaiser haben.
Das wäre prima für uns und unser Land.


Th. Nehrenheim:
20.05.2014, 18:33 Uhr

Die Schweizer brauchen keinen König. Die haben eine offenbar recht gut funktionierende Demokratie. Bei dem was sie an Idealen und Werten noch hochhalten, sieht es aber auch nicht besser aus als in der BRD. Bei uns dagegen funktionierte die Demokratie vielleicht noch nie richtig. Früher hatten wir Könige, heute eine(n) Kanzler(in), und die machen das schon. So ein Kanzlerchen sagt nach ein paar Jahren aber Tschüß und ruht sich aus, doch ein guter König hat ein nachhaltiges Interesse an seinem Land. Er betrachtet es ja als eine Art Eigentum.
Warum kann man nicht überlegen, ob man Demokratie und Kaisertum harmonisiert. Geht doch anderswo auch. Herr von Preußen hat gute Argumente gebracht. Schlecht nur ist eine Erbmonarchie, weil man dann Kaiser bekommen kann, die zwar auf die Aufgabe vorbereitet worden sind, es aber nicht gut können. Das kann schlimm enden. Wir haben in Deutschland eine große Zahl von Adelshäusern, die allesamt ein paar Sprösslinge haben, aus deren Mitte diese Adelshäuser doch einen Kaiser wählen könnten. Ob das Volk noch seinen Segen geben muss oder nicht, lässt sich alles festlegen.
Ich suche nach einer Lösung für unser reiches irres System. Wir werden immer amerikanischer, individuell überhöht, ICH und dann der Rest, gieriger, Ressourcen verschlingender, immer konsumierender, schneller und immer blöder. Dieser demokratische Staat scheitert am Desinteresse des historisch und wertemäßig in der Masse verblödenden deutschen Volkes.


Klöaus-D. Endrulis:
20.05.2014, 17:08 Uhr

Ich halte die Idee für hochinteressant!

Statt viele kleine Könige (Bundespräsidenten), die gleich mehrfach unehrenhaft zurückgetreten sind - und dann der Lebenswandel... - mit einem so genannten "Ehrensold" bis zum Lebensende durchzufüttern und deren Fahrer, Büro und sonstige Personal, Villen, Bewachungskosten etc.zu bezahlen, dann lieber gleich einen richtigen, christlichen König!

Denn die jetzigen Bundespräsidenten leben zwar so, wie Könige, im Schloß Bellevue, und sie speisen auch so, auf Volkes Kosten, und sie lassen sich von Dienern in Buttlerkleidung bedienen und bewirten - aber den Anstand eines wohlerzogenen Königs haben sie nicht!


So ein chritlicher König wird auch nichts davon erzählen, dass der ISLAM zu Deutschland gehört oder sonstige dummen Plattitüten.

Und der wird auch nicht zu den Partein hinschielen, was er denn sonst noch sagen soll.

Die Konditionen für das Königshaus und deren verdienst kann man festlegen.

Der Rest an Vorteilen geht aus dem Artikel hervor!

Lang lebe der König!
Für Gott und Vaterland!


Albert Prinz:
20.05.2014, 15:26 Uhr

Der letzte Hohenzollernherrscher, der seinem Herrschertum wirklich gewachsen war, war bekanntlich Friedrich der Große, der "Philosoph auf dem Thron". Zu den großen Taten dieses aufgeklärten Monarchen zählte, dass er der Kirche nicht den geringsten Einfluß auf die Staatspolitik mehr zugestand. Und das war gut so! Nur so konnte er die moderne, aufgeklärte Großmacht Preußen schaffen, in der jeder nach seiner Facon selig werden konnte. Philip Kiril stammt, wie Georg Friedrich und Louis Ferdinand von Friedrichs Nachfolger ab, dem "Geisterseher auf dem Thron", der das friderizianische Erbe verspielte und die Macht dem "betrügerischen Pfaffen Woellner" (O-Ton Friedrich II.) überließ. Resultat war der Untergang Preußens 1806 und der fragwürdige Wiederaufstieg in der "Heiligen Allianz" von Zar Alexander und den Jesuiten, das, nachdem der "Romantiker auf dem Thron", Friedrich Wilhelm IV. die bürgerliche Krone der Paulskirche zurückwies, weil er "von Gottes Gnaden" König sein wollte, in das Kleindeutsche Kaiserreich von 1870/71 mündete. Wilhelm I., sicher alles andere als ein Dummkopf, hatte vorhergesehen, dass dieses Kaiserreich das Ende Preußens bedeuten würde und nahm die Krone von Versailles nur sehr widerwillig an. Die Geschichte hat ihm recht gegeben. Mehr, als Bismarck! Denn sein Enkel, der letzte Kaiser Wilhelm II., obwohl halber Engländer, unterschätzte die englische Politik der Balance of Power und riß Deutschland in den Abgrund der oligarchischen Weltpolitik.
Wer Preußens Wiederaufstieg befürwortet, der muss also auch die Frage beantworten, welches Preußen? Das des Philosophen oder das des Geistersehers bzw. Romantikers auf dem Thron und deren Nachkommen? Will er wie Phipip Kiril als "Kirchenromantiker" eine Monarchie von Gottes Gnaden wieder haben, oder eine Monarchie als Amt? Will er eine Monarchie, die eine Oligarchie von Finanz- Industrie - und Medienbaronen verdeckt fördert, wie das kleindeutsche Kaisertum und das Britische und Niederländische Königshaus, oder will er einen aufgeklärt absoluten Herrscher, der einen solchen "Hofstaat" entmachtet, den Oligarchen Grenzen setzt und erster Diener seines Staates ist? - also einen Putin mit Krone?

Über erstere hat die Geschichte ihr Urteil gesprochen. Die Hohenzollern haben die Krone verspielt. Über eine aufgeklärte Monarchie, welche den Alt-wie Neuadel und die Kirche in Schach hält, in dem er ihnen ihre Aufgabe im Staat zuweist, kann man sicher diskutieren. Ebenso über den Gedanken von Philip Kiril, dass eine würdevolle Königsfamilie mehr Vorbildfunktion hat, als Bundespräsidenten, die öffentlich im Konkubinat leben. Aber auch über die Kirche hat die Geschichte ihr Urteil gesprochen. Oder, um es mit Leibniz zu sagen: "Nichts ist ohne Grund, warum es eher ist, als nicht ist." Die Hohenzollernherrschaft ist nicht mehr und das hat seinen Grund. Preußen ist nicht mehr. Und das hat auch seinen Grund. Soll beides wieder sein, dann kann Preußen aber auf keinen Fall wieder deutsches Kirchen-Kaisertum sein, wie es Prinz Philip Kiril als integrative Kraft zwischen Ost -und Westdeutschland vorschwebt. Das ist Nostalgie! Da hätten nicht nur die Bayern zurecht was dagegen. Wenn, dann müßte Preußen eine moderne, regionale Monarchie sein, welche an die integrative Bündnispolitik Friedrichs des Großen wieder anknüpfen würde, also an die Pufferzonenstellung zwischen den europäischen Großmächten. Ich sehe da aber weit und breit keinen Hohenzollern - Putin, der das leisten kann (geschweige, einen Askanier).


Joern Gebert:
19.05.2014, 19:24 Uhr

Wilhelm der 2 hat als Kaiser abgedankt, nicht als König von Preussen. Ein Wiederherstellung des "Königreich Preussen" würde mir sehr gefallen. Es würde enorme Kraftreserven freisetzen die wir für die Behauptung unserer Nation in den schwierigen vor uns liegenden Jahren brauchen werden.


Dirk Peter Harling:
18.05.2014, 09:57 Uhr

Zum Artikel, Heimat Zukunft in einem neuen Licht
Der Pfarrer und Prinz von Preußen sagt in seinem Interview das er für die Einführung der Monarchie ist. Ich fand seine Predigt auf dem Ostpreußentreffen gut und der Veranstaltung gab sie den nötigen Festlichen Rahmen
Aber für die Einführung einer Monarchie einzutreten ist doch schon etwas seltsam.
Das Argument der Stabilität ist wohl auch etwas weit weg geholt wenn man an die Versäumnisse seine eigennenn Familie denkt, die er ja bei seiner Predigt beim Ostpreußentreffen selbst berichtet hat. Statt einer Monarchie brauche wir eine Echte Demokratie mit Volksabstimmungen. Über die Entstehung der sogenannten Blaublütigen kann sich jeder selbst Informieren (Raubritter, Mörder und Landdiebe)
Das der Prinz auf seine Familie und seine Abstammung Stolz ist, ist sein gutes Recht, als Christ wäre ein wenig mehr Bescheidenheit angebracht.
DPH


Alfred Hirsch:
17.05.2014, 20:03 Uhr

Wir brauchen weder einen Bundespräsidenten noch einen Kaiser.
Was ist denn der Adel?
Jemand wird befördert oder kommt an die Macht. Also ein Politiker.
Dieser Politiker vererbt nun seinen gesellschaftlichen Status an seine Nachkommen.
Das ist der Adel.
Es ist Unsinn zu glauben, daß Adlige intelligenter und charakterstärker sind als Politiker.
Das Einhalten von Etikette wird den Menschen in Deutschland auch nicht helfen.
Nur eine echte Demokratie ohne Staatspräsident, Staatskirchen und Staatsfernsehen, wird den Einfluss der Banken und Großkonzerne zurückdrängen.


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