Hetze und Gewalt

Massenzuwanderung: Der Krieg der Worte nimmt gefährliche Züge an

21.10.15
Der Tonfall wird schärfer: Gegner der Pegida demonstrieren in Dresden

Während unsere Außengrenzen ungeschützt bleiben, werden die Gräben innerhalb Deutschlands immer tiefer aufgerissen.

Für kurze Zeit konnte die Hoffnung aufkeimen, dass die durch Hetze und Polemik gefährlich überhitzte Debatte zur Massenzuwanderung wieder in ruhigere Bahnen findet. Mit seinem Appell, die deutschen Grenzen mit einem Zaun zu sichern, versuchte der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, die Diskussion auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Die zentrale Frage ist schließlich, was alle „Verschärfungen des Asylrechts“ erreichen sollen, wenn es weiter möglich ist, die Grenzen zu ignorieren, indem man an den Kontrollstellen einfach vorbeiläuft.
Doch die Hoffnung währte nur kurz. Die Frage, ob Wendt richtig liegt oder ob es andere Lösungen gibt, wurde gar nicht erst erörtert, stattdessen griffen seine Gegner ohne zu zögern in die Giftkiste übler Parolen.
Ausgerechnet der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Andre Schulz, übergoss Wendt mit Schimpfvokabeln wie „Brandstifter“ und „Dummschwätzer“, kanzelte den ge- wählten Vorsitzenden von 94000 Polizeikollegen gar als „selbsternannten Polizeivertreter“ ab.
Nicht einmal das abscheuliche, beinahe tödliche Attentat auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker bewegt die Aufheizer zum Einlenken. Stellvertretend für zahlreiche Medien tönte eine Berliner Tageszeitung, Pegida habe in Köln „mitgestochen“. Kalt kalkulierend wird die Gewalttat als Vehikel missbraucht, um zehntausende Bürger zu verunglimpfen. Dabei zeichnet sich die Dresdner Bewegung seit einem Jahr vor allem durch ihre Friedfertigkeit aus. Bei Pegida zu beobachtende verbale Radikalisierungs­tendenzen erscheinen wie ein schrilles Echo auf die Hetze, die gegen die Bürger an der Elbe fast seit Bestehen ihrer Bewegung niedergeht. Am Rande des ersten Jubiläums, bei dem rund 30000 Pegida-Anhänger von etwa 11000 „Gegendemonstranten“ umlagert wurden, wurde ein Pegida-Demonstrant schwer verletzt.
Derweil ebbt der unkontrollierte Strom von Zuwanderern nicht ab. Im Gegenteil: In immer mehr „Herkunftsländern“ bauen sich neue Wanderungsbewegungen auf, deren Potenzial längst in die Millionen geht.
Kanzlerin Angela Merkel ist bei der EU mit ihrem Vorstoß zur „gerechteren Verteilung“ der Zuwanderer kalt abgeblitzt; in Ankara, Riad und Teheran bettelt sie wie ein herumgeschubstes Erpressungsopfer um Hilfe bei der Begrenzung der Massenflut. Nun ist sogar eine mögliche EU-Mitgliedschaft der Türkei wieder auf dem Tisch.
Von einer zahlenmäßigen Obergrenze des Zustroms aber will die Kanzlerin weiterhin nichts wissen, von einer effektiven Grenzsicherung ganz zu schweigen. Statt die Grenzen Deutschlands nach außen zu festigen, reißt sie damit die Gräben innerhalb des Landes immer tiefer auf.  Hans Heckel


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Kommentare

Andreas Müller:
21.10.2015, 12:54 Uhr

Ein guter Indikator wie ernst die Bürger genommen werden,
ist unser Volksverblödungblatt Blöd.

Je größer die Angst der Politiker um ihre Fleischtöppe, desto härter und hetzerischer geht dieses Blatt inquisitorisch gegen normale Bürger vor.
Selbst vor mittelalterlichen Methoden.... wie "Volks-Pranger" womit das gleichzusetzen mit Julius "Der "Stürmer" ist
und eben die Horden von BEZAHLTEN selbsternannten nazijägern a la Dittfurth medial als "Experten" auftreten und gewalttätige Antifanten, die eher an die SA-Horden von 33 anmuten, als politische "Aktivisten" auf der Straße Krawall machen, die wiederum dann als "nazi"-Tumult dargestellt wird im klassischen orvellschen Sinne.
Das Wort demokratisch will ich bei diesen Fanatikern keinesfalls in den Mut nehmen!
Wenn der Tag des Sturzes unserer Bundesraute feststeht, wird das Tage VORHER medial vom Hofberichterstatter im Stile von: Die Königin ist tot. Es lebe der König! kriecherisch vorbereitet....mann (Diekmann) wusste es ja schon immer...


Hans-Joachim Nehring:
21.10.2015, 10:12 Uhr

Der Schutz von Außengrenzen und die Festlegung von Obergrenzen bei der Aufnahme von Asylantragstellern ist das Recht souveräner Staaten auch in Europa. Regierungen, welche es ablehnen, das eigene Volk zu schützen, missachten das Wählervotum in grob fahrlässiger Weise. Aus Unmut und Ablehnung erwächst somit Widerstand. Auch Merkel kann nicht ewig am Willen des Volkes vorbei regieren.


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