Rummelsburger trafen sich in Bad Fallingbostel

Bekenntnis zur Patenschaft erneut bestätigt – Motto: Der Heimat die Treue

24.06.19
In Falling Bostel stets willkommen: Die Rummelsburger Foto: privat

Wie immer in den Jahren mit ungerader Zahl haben sich die Rummelsburger aus Stadt und Kreis in Bad Fallingbostel getroffen. Es war das 33. Mal, dass wir uns zum Heimatkreistreffen zusammen gefunden haben. Diesmal fiel das Patenschaftstreffen, wie schon so manches Mal, wieder auf das Pfingstwochenende.

Bei strahlendem Sonnenschein und einem so blauen Himmel wie in Pommern, begann am Freitag, den 7. Juni 2019 um 15:00 Uhr im kleinen Sitzungs-Saal des Rathauses die Mitgliederversammlung des Vereins „Heimatkreis Rummelsburg e.V.“. Die Mitglieder entlasteten den Vorstand und wählten zum Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden wieder Nikolaus von Puttkamer und Otto Melchert. Wiedergewählt wurde auch Heimatkreisbearbeiter Eckhard Witt. Als Schriftführer wurde Jule Virkus für den nicht wieder angetretenen Peter Folkmer gewählt. Aus Altersgründen hat jetzt nach über 25 Jahren ununterbrochener Tätigkeit, Hans-Ulrich Kuchenbäcker, Ehrenvorsitzender des Vereins, die Schriftleitung des vierteljährlich erscheinenden Mitteilungsblattes „Rummelsburger Land“ in jüngere Hände gelegt. In Dirk Klingner hat er einen engagierten Nachfolger gefunden.

Heimatkreisbearbeiter Eckhard Witt, der wie in den vergangenen Jahren wieder die Organisation übernommen hatte, eröffnete am Sonnabend um 9 Uhr im Saal des Rathauses das Patenschaftstreffen. Im Foyer präsentierte Dr. Jürgen Lux die Ausstellung „Natur, Geologie, Fauna und Flora des Heimatkreises Rummelsburg“ mit 31 großformatigen Postern, auf denen die Besucher mit Bildern und Texten über die letzte Eiszeit informiert wurden, welche die Landschaft Pommerns und auch des Heimatkreises Rummelsburg geformt hat. Die Besucher erhielten einen Überblick über Flora und Fauna, über Baumdenkmäler, Findlinge (erratische Blöcke), Flüsse, Seen und Berge des Heimatkreises. 

Im kleinen Sitzungssaal standen Karl Friedrich Schwirz und Uta (Jule) Virkus den Besuchern für Fragen zur Familienforschung zur Verfügung. Um 10 Uhr legte eine Delegation der Rummelsburger am „Stein des Ostens“ zum Gedenken an die Gefallenen und Toten von Krieg, Verschleppung und Vertreibung einen Kranz nieder. Am Nachmittag wurden die Teilnehmer vom Vorsitzenden Nikolaus von Puttkamer und der Bürgermeisterin von Bad Fallingbostel, Frau Karin Thorey, herzlich begrüßt. 

Der Sonntag begann um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im „Hof der Heidmark“. Um die 70 Personen nahmen regen Anteil an der von Landsmann Dirk Klingner gehaltenen Andacht, mit einem Abriss der Geschichte der Kriegsereignisse mit Flucht und Vertreibung und der verlorenen „pommerschen Heimat“. Es kommt jedoch, das wurde allen klar, in Wirklichkeit an auf die „Heimat im Himmel“ als Versöhnung des großen Leidens. 

Anschließend lud der Heimatkreis zur Feierstunde die Vertreter der Patenschaftsträger aus Stadt und Kreis sowie alle Rummelsburger in den „Hof der Heidmark“ ein. Nach Grußworten von Landrat Ostermann und Bürgermeisterin Thorey übermittelte Alfons (Alek) Rekowski aus Rummelsburg, Vertreter der Deutschen Minderheit, Grüße aus der Heimat und erläuterte, warum die kommunalpolitischen Würdenträger aus Rummelsburg/Miastko und der Pfarrer aus Rummelsburg dieses Mal nicht dabei sein konnten. Die Festrede hielt in Vertretung von Frau Editha Westmann, der Niedersächsischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, die verhindert war, die Ägyptologin Frau Dr. Barbara Magen, Mitarbeiterin im Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V., Leiterin eines Projektes zu den niedersächsischen Heimatsammlungen und zuständig für die Unterstützung und Beratung niedersächsischer Heimatsammlungen aus den historischen Ostgebieten. Sie gab in ihrer Rede einen Überblick über den Ablauf der Geschichte nach 1945 und betonte die persönlichen Kontakte der Heimatvertriebenen mit den nun in der Heimat lebenden Polen. Untermalt wurde die Feierstunde durch den Posaunenchor Bad Fallingbostel unter der Leitung des Herrn Günther Pankoke. Nach der Feierstunde stand der stellvertretende Vorsitzende Otto Melchert in der Heimatstube (Treppenspeicher im Hof der Heidmark) den Besuchern für alle Fragen zur Verfügung.

Wir Rummelsburger sind dankbar, dass der Landkreis in persona des Landrates und die Stadt Bad Fallingbostel in persona der Bürgermeisterin uns nach 62 bzw. 56 Jahren der Patenschaft diese bestätigt und auch weiterhin Unterstützung zugesagt haben. 

Über 74 Jahre nach Kriegsende dünnen sich die Reihen der Erlebnisgeneration aus natürlichen Gründen aus. Das hohe Alter, Krankheiten und Einschränkungen der Mobilität führen automatisch zu reduzierten Teilnehmerzahlen. Kaum vorstellbar, dass kurz nach der politischen Wende noch ca. 3000 Teilnehmer aus dem Kreis Rummelsburg die Heidmarkhalle beinahe sprengten. Das jedoch ist 28 Jahre her. Wir können dankbar sein, dass Dank des unermüdlichen Einsatzes der Rummelsburger und ihrer Kinder und Dank der Treue der Patenschaftsträger das Heimat- und Patenschaftstreffen auch in Zukunft fortbestehen wird. Unter dem Motto „Der Heimat die Treue“ werden wir uns in zwei Jahren in Bad Fallingbostel wieder treffen.

 

Nikolaus von Puttkamer


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Kommentare

sitra achra:
3.07.2019, 15:31 Uhr

Ich halte mich regelmäßig in Hinterpommern auf, so wunderschön ist diese Landschaft!
Ich musste aber beim ersten Besuch vor zwei Jahrzehnten feststellen, wie total Rummelsburg von den roten Russen zerstört worden ist.
Ein Trauerspiel. Allerdings versuchen die Polen aus den Resten etwas zu machen. Bleibt eben Miastko.


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