UFO − jetzt fliegen sie wieder

Mysteriöse Sichtungen durch US-Kampfpiloten werden nun offen diskutiert: Konventionelle Erklärungen gehen ins Leere

31.07.19
Beflügeln seit Jahrzehnten die Phantasie: UFO-Darstellung Bild: Imago/Science Foto Library

Jahrzehntelang waren Behörden, vor allem die der USA, bemüht, angebliche Sichtungen rätselhafter Flugobjekte als Irrtum oder Spinnerei abzutun. Neuerdings jedoch plfegen auch offizielle Stellen einen bemerkenswert offenen Umgang mit dem Phänomen.

Lange hatte man von den flüchtigen Gebilden kaum noch etwas gehört. Es schien, als hätten die Unidentifizierten Flug-Objekte, kurz UFO, jedes Interesse an den Lebensformen verloren, die am Boden eines Luft-Ozeans auf dem dritten Begleiter der Sonne im Orionarm der Milchstraße herumkriechen. Jetzt fliegen sie offenbar wieder. Jedenfalls untersucht das US-Verteidigungsministerium in Washington eine Reihe ungeklärter Sichtungen amerikanischer Marineflieger. Das hat die Behörde erstmals amtlich bestätigt.
Ein Sprecher des Pentagon, Christopher Sherwood, stellte gegenüber der „Washington Post“ klar: „Das Ministerium bemüht sich um die Identifizierung jeglicher Flugzeuge in unserem operativen Luftraum, von denen eine potenzielle Bedrohung unseres Heimatplaneten ausgehen könnte.“ Dazu überprüft es „Berichte über Begegnungen mit unidentifizierten Fluggeräten durch US-Militärpiloten“.
Bisher hatte die Dienststelle die Tätigkeit beamteter UFO-Forscher wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Erst im Dezember 2017 enthüllte die „New York Times“ („NYT“) ein „Advanced Aerospace Threat Identification Program“, AATIP, eine fortentwickelte Richtlinie zur Aufklärung von Bedrohungen aus dem Luft- und Weltraum. Es hatte schon 2007 seine Arbeit aufgenommen, dies wurde bislang aber niemals amtlich eingeräumt.
Jetzt wurden drei Videos veröffentlicht, die Flieger der US-Kriegsmarine mit ihren Geräten zur Zielerfassung aufgenommen hatten. Unter anderem zeigt eine der Bildfolgen ein weißliches Oval von der Größe einer Verkehrsmaschine der zivilen Luftfahrt. Zwei Jägern vom Typ F/A 18F des Flugzeugträgers „Nimitz“ war es gelungen, das Objekt vor der pazifischen Küste auf der Höhe von San Diego ins Visier zu bekommen*. Das Unternehmen  AATIP wurde um 2012 eingestellt, wie es heißt. Teile davon unterliegen immer noch der Geheimhaltung. In der Folge hat das Pentagon jedoch Vorfälle solcher Art auf anderen Dienstwegen weiterhin untersucht, wie die amerikanische Zeitung „Politico“ berichtet. Ferner arbeite man an einem Entwurf neuer Richtlinien für Marineflieger, die unbekannte Flugobjekte sichten.
Die „NYT“ veröffentlichte Ende Mai ein Interview mit dem Marineflieger Ryan Graves. Der Leutnant zur See flog zehn Jahre für die US-Marine unter anderem eine F/A-18 Super Hornet. Ende 2014 hatte der Offizier einen Beinahe-Zusammenstoß mit einem der rätselhaften Flugkörper. Ein dienstliches Protokoll des Zwischenfalls liegt vor. Zudem berichtete er dem Kongress in Washington, der Versammlung beider Parlamentskammern Senat und Repräsentantenhaus, von seinen Sichtungen.
Leutnant Graves diente im Geschwader „Red Ripper“ auf dem Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“. Im Jahr 2015 wurde das Bordradar von Flugzeugen dieser Einheit durch ein leistungsfähigeres ersetzt. „Je mehr Maschinen mit dem neuen Gerät ausgerüstet wurden“, so berichtete der Offizier, „umso mehr Piloten orteten diese fremdartigen Objekte.“ Die „USS Theodore Roosevelt“ war auf einem Übungseinsatz vor dem Marineflieger-Stützpunkt „Oceana“ an der US-amerikanischen Ostküste auf der Höhe des Bundesstaats Virginia.
„Zunächst dachten wir, es handele sich um Scheinziele“, erklärte Graves. Er und Leutnant Danny Accoin gehören zu den wenigen Zeugen, die namentlich gegen­über der „NYT“ von ihren Sichtungen berichteten. Drei weitere Piloten des Geschwaders haben der Zeitung ohne Namensnennung den Hergang weiterer Vorfälle eröffnet. Accoin hatte zweimal mit den fremdartigen Flugkörpern zu tun. Beim ersten Zusammentreffen erschien das Objekt auf dem Bordradar, sodass er seine Maschine auf dessen Kurs einklinken konnte. Für seine Helmkamera blieb es aber unsichtbar. Deshalb nahm er zunächst an, er habe es mit einer neuartigen Drohne eines geheimen Entwicklungsprogramms zu tun.
Wenige Tage darauf erfasste der Sensor einer Übungsrakete an seinem Flugzeug ein unbekanntes Objekt. Auch eine Infrarot-Kamera zeigte es an. „Jetzt wusste ich, dass es kein Scheinziel war“, sagte Accoin, „obwohl ich es optisch immer noch nicht ausmachen konnte.“ Kurze Zeit später kam es auch zu eindeutigen Sichtungen. Graves berichtet von einem Kameraden, der mit allen Anzeichen des Schreckens von einem Übungsflug zurück kam. „Ich wäre um ein Haar mit einem dieser Dinger zusammengestoßen“, schilderte er einen Zwischenfall. Der Pilot und sein Rottenflieger hielten hoch über der Atlantik­küste von Virginia etwa 30 Meter Abstand, als plötzlich etwas zwischen ihnen hindurch flog, knapp an seiner Kanzel vorbei. Es hatte die Gestalt einer „Kugel mit einbeschriebenem Würfel“.
Fortan waren die Marineflieger überzeugt, dass es sich um kein geheimes Drohnenprogramm handeln konnte. „Bei der Regierung hat man schließlich von Ort und Zeit der Übungsflüge gewusst“, folgerte Leutnant Graves. „Darum hätte man keine Drohnen steigen lassen und Zusammenstöße mit unseren Maschinen ris­kiert.“ Zudem wurden Protokolle von den Vorfällen eingereicht, denn sie wurden zu einem Sicherheitsrisiko.
Was sich die Piloten nicht erklären konnten, waren die ausgefallenen Flugbewegungen der fremdartigen Körper. Sie beschleunigten geisterhaft schnell auf Überschall-Geschwindigkeit, hielten plötzlich an und beschrieben jähe Kehrtwendungen. Kein menschlicher Insasse hätte das überlebt. „Die Geschwindigkeit bringt einen nicht um“, erläuterte Leutnant Graves, „aber derartige Beschleunigungen oder solchermaßen unvermitteltes Stoppen sehr wohl.“
Unerklärlich blieb auch das Fehlen unabdingbarer Merkmale herkömmlicher Flugzeuge wie Flügel, Steuer und Höhenruder sowie sichtbarer Antriebs-Aggregate wie Propeller oder Turbinen und Abgasfahnen. Graves gab zu bedenken: „Ein Flugzeug in der Luft zu halten erfordert einen erheblichen Aufwand an Energie. Diese Dinger sah man den ganzen Tag lang über der Ostküste. Bei den Geschwindigkeiten, die wir zwölf Stunden lang beobachtet haben, sind das elf Stunden mehr als man erwarten dürfte.“
Alle Augenzeugen vermieden es, Vermutungen über Wesen und Herkunft der rätselhaften Gebilde anzustellen. Auch verwendeten sie statt der populären Bezeichnung UFO die Kurzform UAP für „Unidentified Aireal Phenomena“, Unidentifizierte Erscheinungen im Luftraum. Vermutlich wollten sie sich von mystischen UFO-Kulten absetzen, die von außerirdischer Herkunft ausgehen. Aber aus dem Innern der Erde werden die UAP kaum kommen.
Den Anstoß für die Jagd des Pentagon nach diesen „Phänomenen“ gab laut „NYT“ Senator Harry Reid aus dem Bundesstaat Nevada. Der Politiker der Demokraten-Partei vermittelte die Forschungsgelder, auch an private Gesellschaften für Raumfahrttechnik wie einer Firma von Robert Bigelow. Dessen Unternehmen entwickelt im Verein mit der NASA ausklappbare Fahrzeuge für die Fortbewegung im Weltraum und betreibt eigene Nachforschungen in Sachen UAP. Gegenüber dem Fernsehsender CBS erklärte Bigelow, er sei fest davon überzeugt, dass es außerirdische Wesen gebe, die auch die Erde besucht hätten.
Ähnlich hatte sich bereits Apollo-Astronaut Edgar Mitschell geäußert. Der Mondfahrer erklärte: „Vor 500 Jahren galt der Astronom Copernicus als Ketzer, weil er behauptete, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls sei. Das ist inzwischen überholt. Doch heutzutage glaubt die Mehrheit von uns immer noch, die Menschheit sei das biologische Zentrum des Universums. Wir werden so lange nicht anerkennen, dass es vernunftbegabtes Leben außerhalb der Erde gibt, bis wir beim Einkaufen mit einem Außerirdischen zusammenstoßen.“
    Volker Wittmann
*Aufnahmen im Netz: https://youtu.be/tf1uLwUTDA0 https://youtu.be/6rWOtrke0HY https://youtu.be/wxVRg7LLaQA


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Kommentare

Fritz - Ulrich Hein:
3.08.2019, 12:25 Uhr

@w.scholz, zur Richtigstellung: Die BRD ist in NY in der Handelsrolle eingetragen. Geschäftsführer ist der jeweilige Bundeskanzler. Der Grund hierfür ist die Mitgliedschaft in der WTO, die den gesamten Handelsverkehr regelt und überwacht. Wer dort nicht Mitglied ist, kann auch nicht am internationalem Zahlungsverkehr teilnehmen.


w. scholz:
1.08.2019, 23:33 Uhr

Die Hohenzollern sollten das Bodenrecht bestätigen, denn sonst hat kein Deutscher Recht und Besitz an Boden. Denn das Bodenrecht erlischt nach 99 Jahren. Deswegen haben früher alle Herrscher bei ihrer Thronübernahme die alten Rechte bestätigt. Ende 2019 ist spätestens Ende mit allen Bodenrechten dt. Personen.
Denn die BRiD ist nach eigenem Bekunden bei der UNO eine NGO mit Amtssprache englisch!


Siegfried Hermann:
31.07.2019, 13:22 Uhr

Bei bei diesen ganzen Ufo-Zirkus ist eins immer gewiss: Nichts lässt sich nachprüfen! Und wie ein hochrangiger NASA-Mitarbeiter mal sich verplapperte: 90% der Fälle sind fakes, horax, "Mischwahrheiten", um die restlichen 10% echte Ufo-Fälle zu verschleiern.
Auf der anderen Seite sind, je nach Rechtsansicht, die Versailler Verträge ausgelaufen und das Deutsche Reich wieder souverän. Um das auch optisch durchzusetzen fliegen halt die Reichsflugscheiben durch´s US-TV.
Und sollen laut " Reichs-Verschwörer" demnächst die Abkömmlinge der Reichsdeutschen auch wieder öffentlich auftreten. Ganz abwegig ist das nicht. Dazu sind in der Vergangenheit die gut dokumentierte Absetzbewegung, als auch in letzer Zeit, seltsame Südpol-Besuche hochrangiger US-Politiker und Kommentare aktueller russischer Politiker Medwedew, Lawrow und Militärs Gerassimow, Wyssozki und das aktuelle Gezwischer von US-Präsident DT, nicht weg zu diskutieren ist.
Und das ausgerechnet +jetzt+ die Hohenzollern mit Besitz- und
mit Machtansprüchen und die Habsburger mit Charmeoffensive breit in die Öffentlichkeit auftreten, ist sicher auch kein Zufall, der Reiner.
Ergo:
Im Hintergrund läuft deutlich mehr als nur Hollywood und Disneyland und als diese bunten Kasperpolitiker zugeben wollen.

Mal schaun was kommt!


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