Weder Recht noch Moral

Die Aktionen der »Seenotretter« im Mittelmeer entlarven deren Heuchelei

03.07.19
Kriegerische Handlung“: Carola Rackete nach ihrer Festnahme auf Lampedusa Bild: action press

Das Eindringen der „Sea-Watch 3“ in Lampedusa stürzt die deutsch-italienischen Beziehungen in die Krise. Und mehr als das.

Die Berliner Reaktion auf die Verhaftung der „Kapitänin“ des Schlepperschiffes „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, durch die italienischen Behörden war nahezu einhellig. „Wer Menschenleben rettet, kann nicht Verbrecher sein“, lobt  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Aktion von Rackete. Außenminister Heiko Maas (SPD) fordert, „Seenotrettung“ dürfe nicht „kriminalisiert“ werden, und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) „erwartet“, dass die EU die „sofortige Freilassung“ Racketes „einfordert“.
Die „Sea-Watch 3“ hatte am 12. Juni 53 Asylsucher vor der Libyschen Küste aufgenommen, die von Schleppern auf See gebracht worden waren, wo sie − mutmaßlich „nach Plan“ − in Seenot gerieten. Die Besatzung weigerte sich, näher gelegene, etwa tunesische Häfen anzulaufen, um die Schiffbrüchigen an Land zu bringen, wie es das Seerecht vorsieht. Staatdessen wollte man unbedingt die Einreise nach Italien erzwingen.
Abgesehen von Härtefällen lehnte Rom dies jedoch ab. Schließlich drang die „Sea- Watch 3“ gewaltsam in den Hafen von Lampedusa ein. Ein italienisches Patrouillenboot wurde nach Angaben von dessen Kommandant bei dem Manöver beinahe von den 600 Tonnen des Schlepperschiffs „zerquetscht“. Italiens Innenminister Matteo Salvini spricht von einer „kriegerischen Handlung“.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte Eilanträge der Berliner „Sea-Watch“-Organisation zur Erzwingung der Aufnahme von Asylsuchern in Italien bereits abgelehnt. Es handelt sich beim gewaltsamen Einbruch in einen italienischen Hafen also eindeutig um Rechtsbruch. Höchste deutsche Politiker aber schert das nicht, sie haben ihre angeblichen „Werte“ über das Gesetz gestellt. Das bedeutet in Wahrheit: Ihnen geht Ideologie vor Recht.
Selbst das Argument der Humanität ist fadenscheinig. Erst durch rigidere Grenzkontrollen am und im Mittelmeer konnte die Zahl der bei der Überfahrt ertrunkenen Asylsucher von fast 4600 (2016) auf 341 im ersten Halbjahr 2019 verringert werden. Grund: Viel weniger Menschen wagten sich auf die gefährliche Seefahrt, weil die Aussicht schwand, in die EU hineinzugelangen. Die Aussicht auf Einschleusung durch sogenannte „Rettungsschiffe“ dagegen wirkt wie ein Lockmittel, das zigtausende Afrikaner erst zum Losfahren gen Europa verleitet.
So können „Sea-Watch“ und seine Unterstützer weder das Recht noch eine verantwortungsbewusste Moral für sich verbuchen. Das eine verachten sie, die andere verfehlen sie in der Wirklichkeit.
Schließlich ist die spalterische Wirkung auf die EU nicht zu unterschätzen, wenn sich Berlin gegen die Souveränität eines EU-Partners auf die Seite von Rechtsbrechern mit zweifelhafter Moral stellt. Das dürfte sich für Deutschland rächen. Hans Heckel


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Kommentare

gu guk:
29.07.2019, 21:33 Uhr

Ich würde diese "Rettungsschiffe" freiwegs versenken!


Norman Braastad:
3.07.2019, 18:27 Uhr

Die Kapitänin hat die Flüchtlinge nicht gerettet, sondern aufgenommen und weiter transportiert. Die Migranten begeben sich selbstständig in Boote, welche nicht hochseetüchtig sind und über keine eigenen Rettungsboote verfügen. Sie handeln also grob fahrlässig. Die Bootsflüchtlinge verlassen sich lieber auf Zusagen der Schlepper (gefährlich, aber wird schon gut gehen) und schieben ihre Bedenken beiseite, als dass sie umkehren. Tausende haben es tatsächlich geschafft. Tausende sind aber auch ertrunken.

Bevor sich Asylsuchende nach Europa aufmachen, verkaufen sie in der Regel all ihr Hab und Gut, um die Schlepper bezahlen zu können. Wenn es sich in der Szene aber herumspricht, dass Seenotretter schiffbrüchige Flüchtlinge wieder an die nordafrikanische Küste zurückbringen und das Mittelmeer quasi geschlossen ist, wird sich der Flüchtlingsstrom von alleine einstellen.

Zwei Siege mit einem Streich. Ersten wird ein Flüchtlingsstopp erreicht und zweitens wird den Schleppern ihre Einnahmen ausgetrocknet.

Frau Racket hat großes Glück gehabt, dass sie trotz ihrer Straftaten frei kam. Ideologie darf nicht über Recht stehen, zumal im subsaharischen Afrika Millionen Migranten sich auf den Weg nach Europa machen wollen. Frau Rackete und deutsche Spitzenpolitiker haben die falschen Signale ausgesendet.


sitra achra:
3.07.2019, 14:56 Uhr

Für altruistische Handlungen ist auf Bundesgebiet genug Spielraum, dafür braucht es kein aufwendiges Equipment in Form eines Vergnügungsdampfers und ein Kapitänspatent.
Die junge Dame hat wohl andere Motive für ihre Lustreise, sie befindet sich wohl eher auf einem ausgedehnten Egotrip zur weiteren Ausgestaltung und Erhöhung ihrer bereits gestylten Persönlichkeit.
Natürlich mit freundlicher Unterstützung ihrer betuchten Eltern. Man gönnt sich ja sonst nichts!


Hans Amselfelder:
3.07.2019, 14:41 Uhr

Zitat aus dem Text:„Wer Menschenleben rettet, kann nicht Verbrecher sein“, lobt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Aktion von Rackete."

Nach dieser Logik müsste auch der Einmarsch in Polen, den Hitler befohlen hatte, als "Rettungsaktion" für bedrängte und verfolgte Deutsche, die in Polen wohnten, nachträglich gerechtfertigt werden.


Siegfried Hermann:
3.07.2019, 11:50 Uhr

Eine "Kapitänin" gibt´s in der Deutschen Sprache nicht!
Genauso wie der Doktor, Professor, etc. Wenn die gender-Fanatiker unbedingt wollen: Frau Kapitän.
Und Schicht im Schacht!
Zum Thema:
Das ganze Treiben "Seenotrettung" im Mittelmeer ist hochkriminell und nix anderes!
Im Netz kursieren Videos, wo die "Flüchtlinge" wenige Kilometer vor der Küste Libyens vom Kutter ins Schlauchboot steigen, um dann 400 km weiter ORGANISIERT! " nach Italien gerettet werden sollen".
Das hat mit Seenot absolut nichts zutun und ist strafbar!

JEDER kann überall in der Welt einen formalen Antrag auf Einreise in die BRD bei der Deutschen Botschaft stellen und fertisch.
NIEMAND NUSS deshalb sich diesen haufenweise Kriminellen Menschenschleppern und -händlern ausliefern. Wem die Antrags-bearbeitung zu langsam geht, oder meint, sich ohne Not selbst in Gefahr begibt soll gefälligst auch die Konsequenzen tragen und niemanden einen heuchelnden Vorwurf machen, wenn die Sache schief geht.
Die Besatzung gehört schlicht wegen Menschenschlepperei vor Gericht, abgeurteilt und ein paar Jahre Knast, allein zur Abschreckung aller anderen
"Retter".

Mahlzeit!


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