»Wir geben den Bürgern ihre Stimme zurück«

AfD-Kandidatin Beatrix von Storch kämpft seit Jahren für mehr direkte Demokratie

28.07.13
Beatrix von Storch: Mit ihrer Zivilen Koalition demonstrierte sie dagegen, dass EZB-Chef Mario Draghi im Juni den „Preis für verantwortungsvolle Führung“ der European School of Management and Technology erhielt. „Eine solche Würdigung hat Mario Draghi nicht verdient. Ganz im Gegenteil. Die verdeckte Staatsfinanzierung durch die EZB unter Draghis Führung ist nicht nur eine völlig unverantwortliche Geschäftspraxis, sie ist auch illegal“, so die auf Insolvenzrecht spezialisierte Juristin. Bild: Andreas Kobs

Die 1971 als Beatrix Herzogin von Oldenburg geborene Juristin kämpft seit Jahren mit ihrem Mann Sven von Storch dafür, dass der Bürger als Souverän des Staates wieder gehört wird, denn sie ist überzeugt, dass dem derzeit nicht so ist. Wieso sie dieser Ansicht ist, erzählt sie im Gespräch mit der PAZ. Die Fragen stellte Rebecca Bellano.

PAZ: Sie engagieren sich bereits seit Jahren bei der Zivilen Koalition e.V., betreiben mit Ihrem Mann die Internetseite www.abgeordnetencheck.de und das Informationsportal www.freiewelt.net. Was treibt Sie an?
Beatrix von Storch: Ich engagiere mich nicht nur bei der Zivilen Koalition. Ich habe diese zusammen mit meinem Mann Sven von Storch gegründet und das bereits im Jahr 2004. Die Schuldenentwicklung in Deutschland insbesondere unter Berücksichtigung des demografischen Wandels brachte uns zu der Erkenntnis, dass der zwingend notwendige Richtungswechsel in der Politik aus den Parteien heraus offenbar nicht kommt. Die Verschuldung geht weiter, immer weiter, ganz egal, wer regiert und wie hoch die Steuereinnahmen sind. Keine Partei lenkt hier nachhaltig um. Deswegen haben wir eine zivilgesellschaftliche Bewegung in Gang gesetzt, die hier entgegenwirkt. Kurz gesagt: Wir lieben unser Land und wir werden nicht tatenlos zusehen, wie dieses von der Politik langsam, aber sicher heruntergewirtschaftet wird. Die Bürger können etwas
verändern, das haben wir eindrucksvoll gezeigt.

PAZ: Nun kandidieren Sie auch noch für die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) für den Bundestag. Wieso haben Sie sich der AfD angeschlossen?
Storch: Der „Alternative für Deutschland“ habe ich mich angeschlossen, um den Richtungswechsel, den wir mit der Zivilen Koalition in Gang gesetzt haben, nun im Bundestag zu vertreten. Es ist vollkommen inakzeptabel, dass in unserem Parlament die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung nicht repräsentiert ist. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die endlose Rettung des Euro. Die Mehrheit weiß, dass der Euro so nicht zu retten ist. Es ist an der Zeit, dass diese Meinung im Parlament wieder Wort und Stimme hat.

PAZ: Sehen Sie Ihre AfD-Kandidatur vor allem als Kampf gegen die Euro-Rettung oder wollen Sie auch andere Themen in die Partei tragen. Wenn ja, welche?
Storch: Das Thema Euro ist ganz sicher der brennende Schwerpunkt. Es gibt aber natürlich weitere, ganz wesentliche Themen, die ich mir auf die Fahne geschrieben habe: Zunächst ist dies das Thema Demokratie und direkte Demokratie. Zum einen geben wir immer mehr Souveränitätsrechte ab, so dass unsere repräsentative Demokratie vollkommen ausgehöhlt wird. Wir geben unsere Rechte an die EU, das heißt an nicht gewählte Bürokraten ab und beenden Schritt für Schritt unsere nationalstaatliche Souveränität. Und zum anderen vertreten, wie oben schon gesagt, die Repräsentanten ja die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr. Es braucht deswegen dringend Volksentscheide auf Bundesebene, also Elemente der direkten Demokratie.
Das dritte große Feld ist das der Familienpolitik. Ich zähle dazu zum Beispiel das Stichwort: Gender-Politik. Auch hier das gleiche Bild: Der Unfug könnte größer nicht sein, aber es gibt keine Debatten. Aber alle machen mit. Opposition – Fehlanzeige. Zuletzt zu nennen ist sicher die Energie- und sogenannte Klimapolitik. Insbesondere die FDP und ihr Vorsitzender Philipp Rösler, die mindestens aus ordnungspolitischen Gründen hier liberales Profil zeigen sollten, sind vollkommen gescheitert. Wir brauchen einen Neuanfang. Wir brauchen eine effiziente Energieversorgung, die für alle Bürger bezahlbar ist.

PAZ: Im Internet heißt es auf der Seite Lobbypedia.de, dass die von Ihnen und Ihrem Mann geförderte politische Strömung auch als deutsche „Tea Party“ bezeichnet wird, was in diesem Fall nicht als Kompliment zu verstehen sein dürfte. Wie bewerten Sie derartige Kritik?
Storch: Den Inhalt derartiger Kritik fasse ich auf als das, was es ist: eine zutreffende Bezeichnung dessen, was wir aufgebaut haben und damit als ein großes Lob. Wir haben eine Bewegung aufgebaut, die aus der Bevölkerung heraus Druck auf die etablierten Parteien ausübt. Eine Bewegung, die unabhängig von staatlicher Parteienfinanzierung und den öffentlichen Medien funktioniert – bis sie nicht mehr zu ignorieren war.

PAZ: Auch die AfD wird von allen Seiten kritisiert. Wie erklären Sie sich die aggressiven Reaktionen der Politik und vor allem der Medien auf die neue Partei?
Storch: Die „Alternative für Deutschland“ wird angegriffen, weil sie genau das ist: eine Alternative zu allen Altparteien. Ein neuer Mitspieler im Streit um die Macht und eben einer, dessen Argumente nicht zu widerlegen sind. Die Realität entlarvt jeden Tag aufs Neue das politische Wunschdenken unserer Regierung Merkel und das der gesamten sogenannten Opposition. Wir geben den Bürgern ihre Stimme zurück. Wir legen den Schalter um und starten den Richtungswechsel.


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Kommentare

Eberhardt Breitling:
3.08.2013, 23:56 Uhr

Ich finde es genau passend zur deutschen Mentalität,das bisherige verteufeln und das dringend nötige Neue ( AfD ) schlechtreden!
Ihr armen besserwissenden Wichte!!!!


Toni Teufel:
31.07.2013, 17:57 Uhr

"Deutschland hat eine Alternative mehr als nötig?" und ich hoffe die "Alternative für Deutschland" schafft die 5% Hürden!

Welche Alternative soll das sein?
Man Erinnere sich wo wir mit z.B. Bildung und und und standen!
Wir brauchen keine Alternative, wir brauchen eine Auferstehung weggeworfener, weggetretener, verschleudeter, verscherbelter, verunglimpfter und was alles sonst noch Werte!!

Mit einer Partei die ein Podium in den Medien hat, dürfte erwiesenermaßen keine Hilfe für's Volk zu erwarten sein.
"Bauernfängerei" hat bei mir noch nie gezogen.

Wenn auch Wahlen nichts zu entscheiden haben, so muß doch das Gesicht gewahrt werden.

ODER??


Hagen Ernst:
29.07.2013, 23:17 Uhr

Die AfD wird auch diese Frau verbrauchen, so wie sie bisher alle fordernde Mitglieder verschlissen hat. Fordernd, im Sinne des Konfliktes "Euro". Keine DM-Partei, wie uns die Leitmedien vormachten. Nein: nur "den Euro so nicht". Kein Wort wie Deutschland vorankommen soll. Nur: die Südländer sollen sich bewegen. Einwanderungspolitik im Sinne des Volkes? Das passt nicht in den Rechenschieber.
Frau von Storchs Bemühungen in Ehren. Doch mehr nicht, denn all diese Dinge habe ich bereits im Mai vorhersagen können, im Buch "Alternative für Deutschland oder Alternative gegen Deutschland". Statt sich die AfD die Kritiken annimmt wurde man geblockt und schlecht geredet. Viele andere Namen können diesen Vorgang nachvollziehen, da sie ihn selbst gegangen sind. Frau von Storch wird folgen, müssen. Denn ohne diesen Gang kann die AfD nicht existieren und dann wird auch diese Aktivistin nicht mehr sagen können, sie hätte es nicht wissen können.


Axel Haubenreißer:
29.07.2013, 10:41 Uhr

Über die hier erbrachten Entäußerungen der Frau von Storch bin ich zutiefst betrübt.
Wenn man sich die Verlautbarungen eines Herren Lucke mal genauer ansieht, ist das was Frau von Storch kundtut konträr zum Chef! Der Euroausszieg, einst propagiert steht doch nicht wirklich zur Diskussion, zumindest wird das dauern - wie lange 1, 2 oder 3 Legislaturperioden? Punkt 2 der Fragwürdigkeit ist ganz klar, dass Koalitionen mit Altparteien mal ausgeschlossen worden sind, Herr Lucke das wenig später revidierte und sich gar eine Koalition mit der CDU vorstellen mag!

Wenn mit diesem Credo Demokratie von unten mittels einem Kontrollinstrument der Alliierten namens Grundgesetz praktiziert werden soll, stellt sich mir die Frage, wie das dann funktionieren soll, wo doch mittlerweile jeder zumindest inoffiziell über die sogenannte Kanzlerakte Bescheid weiss.

Direkte demokratie beginnt ganz klar mit der Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung und der Umsetzung des Artikels 146 GG um letzlich aus den unsäglichen Fängen der Alliierten und dem Parteistaatsdiktatursystem zu befreien.


Tom Orden:
29.07.2013, 10:35 Uhr

Also ich kann Beatrix von Storch, Ihrem Ehemann Sven von Storch und der AfD nur in meinem Namen und im Namen des "Orden der Patrioten" viel Glück bei den anstehenden Wahlen wünschen.
Deutschland hat eine Alternative mehr als nötig und ich hoffe die "Alternative für Deutschland" schafft die 5% Hürden!
Viel Glück.


Hans Meier:
28.07.2013, 21:09 Uhr

Wer von den etablierten Parteien enttäuscht ist, hat nun eine Alternative für seine Stimmabgabe. Die von Frau Storch vertretene politische Haltung, kommt mir wie ein lange vermisster „Verbraucher- und Bürger-Schutz“ vor.
Ein politisches Engagement für solide Finanzen, damit nicht Inflation zu herber Altersarmut führt. Ein Verbraucherschutz vor weiteren ungezügelten Strompreiserhöhungen und mehr direkte Demokratie, um den Lobbyismus, der die etablierten Parteien korrumpiert hat, im Interesse der Bürger auszugrenzen.
Meine Stimmen und Unterstützung hat die AfD, denn bei ihren Vertretern kommt die Vernunft wieder als Maßstab politischer Programme zum Zug, statt ideologischem Blödsinn.


Carl Martell:
28.07.2013, 13:35 Uhr

Das hört sich ja alles schön und gut an... die Wahlgeschenke hat
aber
einen Kardinalfehler!

Deutschland ist NICHT souverän!!!

Deutschland hat real einen amerikanischen neokolonialen rechtlichen Status.

Insofern ist die AfD KEINE Alternative.

Vielmehr müßte erstmal das deutsche Volk und sonst niemand eine Verfassung ausarbeiten und von diesen Volk und von sonst niemanden gewählt werden und sodann eine Bundes-Regierung als vom deutschen Volk und von sonst niemanden gewählt werden und als deren Repräsetant einen Friedensschluss mit dem seit 1945 verfeindeten Völkern/Regierungen, sprich usa, GB,RU,F, UNO abschließen.

Richtig ist schon das bei staatstragenden Entscheidungen wie
Mitgliedschaft zur EU, Euro-Beitrag, Zuwanderung, Abtretung nationnaler Kompetenzen an die EU

einzig und allein das deutsche Volk entscheidet und sonst niemand.

Die Betonung liegt " auf einzig das deutsche Volk und sonst niemand" deshalb, weil seit 1933/1945 NIE das deutsche Volk in diesen richtungs- und zukunftsentscheidenden Fragen gefragt, geschweige zu Abstimmung gerufen worden ist.

Erst dann, und nur dann ist unser deutsche Staat souverän und demokratisch.

Es ist keine geringe Forderung, die einst der große Charles de Gaulle in seiner These für ein geeintes Europa der souveränen Staaten für sein Volk gefordert
hatte.

Wir sollten als deutsche Volk nichts geringes verlangen und mehr
brauchen wir eigentlich auch nicht zu fordern.

Die AfD ist leider sehr weit davon entfernt, so klar und präzise Forderungen zu stellen

und

da steht der Saltomortale rückwärts gewandt die Forderung noch MEHR (islamische) MIGRANTEN INS LAND zu HOLEN und damit GEGEN DEUTSCHE zu sein.
Leider entpuppt sich die Truppe, zwar willig, aber mit getürkten Wahlgeschenken.

Prädikat:
NICHT WÄHLBAR!!


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