Keine »spielende« Integration

Gewalttäter beim Fußball: Der hohe Anteil von Immigranten wird kaum diskutiert

10.11.19
Immer häufiger eskaliert die Situation: Schiedsrichter zeigt aufgebrachten Spielern die Rote Karte bei einem Regional­ligaspiel in Berlin Bild: imago images/Matthias Koch

Verbandsfunktionäre loben regelmäßig die „integrative Kraft des Sports“ sowie die neue „Buntheit“ und „Vielfalt“ unter den Sportlern. Gerade beim Fußball zeigen sich nun aber auch die Schattenseiten der angeblichen Erfolgsgeschichte.

Auf Deutschlands Fußballplätzen sehen sich Schiedsrichter nicht nur verstärkt groben Pöbeleien ausgesetzt, Unparteiische werden durch Spieler oder Fans auch immer öfter bedroht und körperlich angegriffen. Bundesweit für Aufsehen sorgte vor Kurzem eine Attacke auf einen Amateurschiedsrichter während eines Kreisliga-Spiels in Hessen.
Am 27. Oktober hatte in der Partie FSV Münster gegen TV Semd ein Spieler eine Gelb-Rote Karte kassiert. Daraufhin verpasst der Fußballspieler dem Schiedsrichter einen Faustschlag am Kopf. Der Attackierte verlor das Bewusstsein, sackte zu Boden und musste schließlich mit einem Rettungshubschrauber in eine Uniklinik gebracht werden. Laut Medienberichten lief der Schläger vom Platz, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Wie Lokalzeitungen berichteten, soll der betreffende Spieler Hayri G. bereits zuvor eine sechswöchige Sperre abgesessen haben.
Am Wochenende vor dieser Attacke waren in Berlin bereits Amateurschiedsrichter für ein Wochenende in den Streik getreten. Der Berliner Fußballverband (BFV) sah sich in der Folge gezwungen, mehr als 1000 Spiele abzusagen. Gegenüber dem Deutschlandfunk (DLF) sagte Schiedsrichtersprecher Ralf Kisting zum Streik: „Wir wollen auf die Gewalt auf Fußballplätzen aufmerksam machen.“ Laut den Angaben des Schiedsrichter-Ausschusses des Berliner Fußballverbandes ereigneten sich in der laufenden Saison auf den Fußballplätzen der Hauptstadt bereits 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung. In 53 Fällen waren dabei Schiedsrichter betroffen.
Schiedsrichtersprecher Kisting wies gegenüber dem DLF kurz auf den Berlin-Legisten BSV Al-Dersimspor hin. Nach insgesamt vier Platzverweisen gegen die Kreuzberger Mannschaft hatte ein Spieler von Al-Dersimspor den Schiedsrichter der Partie im Kabinentrakt geschlagen. Folge war ein zeitweiliger Boykott des Immigrantenfußballvereins durch Berliner Schiedsrichter.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewalt warnte Kisting eindringlich: „Es darf nicht den ersten toten Schiedsrichter in Deutschland geben.“
In den Niederlanden ist es im Dezember 2012 bereits zu einem Todesfall gekommen. Der ehrenamtliche Linienrichter Richard Nieuwenhuizen war nach einem Spiel der beiden Jugendmannschaften von ,,Buitenboys‘‘ und „Nieuw Sloten“ zu Boden geschlagen und mehrfach gegen den Kopf getreten worden. Der Familienvater wurde dabei so schwer verletzt, dass er an einer Gehirnblutung starb. Ein niederländisches Strafgericht in Lelystad verurteilte sechs Spieler der Jugendmannschaft des Amsterdamer Vereins      Nieuw Sloten sowie auch den Vater eines der Fußballer zu Haftstrafen. Alle sieben Verurteilten hatten einen marokkanischen Immigrationshintergrund.
Auch ein Blick auf die Berichterstattung zu konkreten Einzelfällen in Deutschland legt die Vermutung nahe, dass bei der Entwick­lung hierzulande Fans und Spieler mit Immigrationshintergrund einen überproportionalen Anteil an der zunehmenden Gewalt haben. Aussagekräftige Statistiken fehlen bislang. Beobachtern bleibt nur übrig, aus der Berichterstattung der Medien über Vereins- und Spielernamen Rückschlüsse zu ziehen.
Die Sozialwissenschaftlerin Thaya Vester, die eine Studie zur Situation von Schiedsrichtern in Baden-Württemberg erstellt hat, sprach davon, dass die Stadtstaaten deutlich stärker von Gewalt betroffen seien als die Flächenländer, und äußerte zurückhaltend die Vermutung: „Das hat vielleicht auch mit der Zusammensetzung der Bevölkerung zu tun.“
Özgür Özvatan vom Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin sprach einen bislang wenig beachteten weiteren Aspekt an. Auch Schiedsrichter, Vereinsaktive und Sportfunktionäre, die selber einen Immigrationshintergrund haben, stehen unter erheblichem Druck. Gegenüber dem Deutschlandfunk wies der Wissenschaftler darauf hin, dass „in einigen Fällen Personen mit Migrationshintergrund ins Schiedsgericht berufen wurden“. Diese haben laut Özvatan von Immigrantenfußballvereinen „einen Riesendruck erhalten“, damit sie „dann in diesen Entscheidungen immer für ‚ihre‘ Vereine entscheiden sollen“.
Die Entwicklung auf den Fußballplätzen stellt die bislang von Verbandsfunktionären verbreitete Sichtweise vom Fußball als Erfolgsgeschichte der Ausländer-Integration erheblich in Frage. Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel griff beispielsweise zur Formulierung, beim Fußball würde „Integration spielend“ gelingen.
Nach der schweren Gewalttat in der hessischen Kreisliga verurteilte der DFB die zunehmende Gewalt gegen Amateurschiedsrichter in einer Erklärung. Verbunden war dies mit einem Appell an Polizei, Justiz und auch die Politik, gegen die zunehmende Gewalt mit aller Schärfe vorzugehen. Norman Hanert


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Günther Adens:
10.11.2019, 19:54 Uhr

Endlich einmal ein zutreffender Bericht, der auch einen Blick auf die Schiedsrichter morgenländischer Herkunft wirft.
Ich selber, seit über 30 Jahren im Amateur-Jugendbereich (unterste Spielklassen) tätig, mußte zunehmend erleben, wie Schiedsrichter mit Migrationsherkunft einseitig einheimische Mannschaften im Duell mit Mannschaften von überwiegend morgenländisch besetzten Spielern massiv benachteiligen.
Dies tun sie im Bewußtsein, daß von einheimischer Seite
keine Bedrohung zu erwarten ist. Beschwerden beim zuständigen Verband sind diesbezüglich sinnlos.

Es macht einfach kein Spaß mehr.


Siegfried Hermann:
10.11.2019, 10:25 Uhr

Das Problem ist ja nicht erst seit "gestern",
sondern seit 30 Jahren!!!

seit diese bunten Herrschaften in den Kreisklassen "mitmischen" wollen.
In den Spät-80zigern/Früh 90ziger als ich in Berlin mitkickte, war "Türkispor Kreuzberg" dafür berüchtigt und kein Deutscher wollte gegen die spielen. Oft hat man die wegen ihrer extremen Aggressivität, ich würd das vorsätzliche Körperver-letzung nennen, einfach gewinnen lassen. Die Schiedsrichter haben NIE fair bzw immer PRO Türky gepfiffen, sobald der Mob "isch dir frexxe gäben..." gebrüllt haben.
Wenn die Funktionäre immer was von "Integration" schwafeln ist das reiner Zynismus, Hohn und Kapitulation.
Ich als Deutscher habe das als Ausgleichssport und Spaß an der Freud gesehen, die Osmanen und der Rest der Buntvölker als reine ** Machtdemonstration** . Die einzigen, die "schmackes" denen gaben, waren die Polen, Russen und die "Hertha-Frösche" aus Spandau und Zehlendorf, die dann oft als Alt-nazis von der Springerpresse bepöbelt wurden und die wahren Ursachen totschwiegen.
Massenschlägereien wurden nur dann auf Weisung "von oben" in die Spielberichte aufgenommen, wenn notgedrungen Polizeieinsätze ++ unvermeidbar ++ waren. Die Mültikülti-Gläubigkleit war damals schon unerträglich und extrem verlogen.
Der Politik, egal welche Farbe, Medien und der hörigen Staatsanwalt-schaft, bei Strafanzeigen, war und ist das scheixxegal.
Fazit:
Hätte man damals schon knochenhart durch gegriffen, Einzelspieler, derartige Vereine lebenslang aus dem Spielbetrieb genommen und notorische Wiederholungstäter bei der geringsten Körperverletzung ratzfatz samt Sippe abgeschoben, bräuchten wir uns heute über das Thema nicht zu unterhalten.

Mahlzeit!


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.