Legitimierter Terror

Zentralafrikanische Republik – Friedensabkommen als Quelle neuer islamischer Gewalt gegen Christen

15.07.19
Geht ohne bewaffnete Bewacher nirgendwohin: Sidiki Abass, der Chef der islamischen Terrororganisation „3R“ Bild: pa

Sidiki Abass, ein Bandenführer aus Nigeria, der für einen Großteil des Terrors in Zentralafrika verantwortlich ist, wurde durch das Friedensabkommen von Khartum vom Februar dieses Jahres Berater des Premierministers der Zentralafrikanische Republik. Jetzt kann er dort nach Belieben morden.

Als am 21. Mai in den zentralafrikanischen Dörfern Koundjili, Lémouna, Djoumdjoum et Bohong in Sichtweite der UN-Truppen der „Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik“ (MINUSCA) mehr als 50 christ­liche Dorfbewohner massakriert und 2700 Menschen obdachlos wurden, schworen sich viele Zentralafrikaner, dass dieses Verbrechen nicht ungesühnt bleiben sollte. Verantwortlich für das Massaker war eine berüchtigte islamistische Terrorgruppe, die „3R“, deren Chef Sidiki Abass seit dem Friedensvertrag von Khartum vom Februar dieses Jahres als Berater des Premierministers fungiert.
Die drei „R“ stehen für die französischen Wörter „Retour“ (Rück­kehr), „Reclamation“ (Protest) und „Rehabilitation“ (Wiedergutma­chung). Abass war einer der
14 Rebellenführer, die sich in der sudanesischen Hauptstadt unter der Federführung des mittlerweile gestürzten sudanesischen Präsidenten Omar el Bechir auf einen Friedensplan geeinigt hatten, der das Papier nicht wert war, auf dem er stand. Denn nach diesem Vertrag können vor allem die muslimischen Terrorgruppen jetzt offiziell ihr Herrschaftsgebiet ausweiten, weil die christlichen Anti-Balaka-Milizen in Khartum nicht anwesend waren, da zwei ihrer Führer kurze Zeit vorher verhaftet worden waren. Dadurch können die Terroristen schalten und walten, wie sie wollen.
Die Regierung des Landes ist ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Die 3R-Terroristen gelten als mit die schlimmsten des Landes, sie haben ihren Schwerpunkt in der nordwestlichen Region der Zentralafrikanischen Republik, die an Kamerun angrenzt. Ihr Chef Sidiki Abass darf jetzt ungestraft seine eigenen Gesetze im Land diktieren, sogar Regierungstruppen müssen ihm gehorchen.
Auch der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Faustin Archange Touadéra, der vor Kurzem in Frankreich war und dort von Reportern des Fernsehsenders France24 interviewt wurde, wagt es nicht, Abass von seinem Regierungsposten abzusetzen oder gar zur Verantwortung zu ziehen für das Massaker. Der Präsident steht auf Kriegsfuß mit der einstigen Schutzmacht Frankreich. Er wird beschützt von 140 russischen Söldnern und einer von diesen ausgebildeten Präsidialgarde. Im Rest des Landes sollen etwa 15000 UN-Soldaten für Ordnung sorgen. Aber da diese zumeist aus muslimischen Ländern stammen, sehen diese auch nicht ein, warum sie gegen ihre Glaubensbrüder in Zentralafrika agieren sollen.
Deshalb hatte sich Erzbischof Juan-José Aguirre Muñoz vom Bistum Bangassou, wie er bei einem Kongress von Kirche in Not im Januar in Köln sagte, schon an UN-Generalsekretär António Gu­terres gewandt, der ihm geantwortet hatte, dass es ohne die MINUSCA noch schlimmer wäre. Schon vor dem Friedensschluss von Khartum gab es lokale Friedensabkommen, an denen auch die dörflichen Selbstverteidigungsmilizen der Anti-Balaka – der Name steht für „Anti-Machete“ – beteiligt waren. Aber auch an diese hält sich die 3R-Miliz nicht.
Aufgetaucht war die islamische 3R-Miliz im Jahre 2015, als nach einer vorwiegend französischen Militärintervention die muslimische Séléka-Miliz aufgelöst worden war, nur um nach Abzug der Franzosen noch schlimmeren Milizen als Nachfolgemilizen zu dienen. Zentralafrika wird immer mehr einbezogen in den großen Dschihad, der sich von Westafrika – Mali, Burkina Faso – über Nigeria und Kamerun bis nach Zentralafrika ausgeweitet hat und von muslimischer Seite immer mehr generalstabsmässig geplant und organisiert wird.
Im Unterschied zu den anderen Ländern und Regionen, in denen die Moslems die große Mehrheit bilden, leben in Zentralafrika nur zehn Prozent Muslime, 80 Prozent der Bevölkerung sind Christen, die jetzt zumeist eine muslimische Terrorherrschaft ertragen müssen. Träger dieses Dschihad ist vor allem die nomadische Fulbe-Bevölkerung, die in anderen Ländern auch als „Fulani“ oder „Peul“ bezeichnet wird. Dieses Hirtenvolk, das als erstes der Region schon von der Ankunft der europäischen Kolonialmächte islamisiert worden war, ist eine berberisch-afrikanische Mischbevölkerung, deren Hautfarbe wesentlich heller ist als die der eingeborenen sesshaften afrikanischen Völker, von denen viele nach der Ankunft europäischer Missionare das Christentum angenommen haben.
Da es in Zentralafrika kaum Fulbe-Angehörige gibt, bestehen die verschiedenen muslimischen Milizen in Zentralafrika zum großen Teil aus Ausländern, vor allem aus dem Tschad, Kamerun und Nordnigeria, wo die Terrorgruppe Boko Haram seit Jahrzehnten ihr Unwesen treibt.
Milizenchef Abass, der zuweilen behauptet, ein Halbbruder von Präsident Touadéra zu sein, gilt als Beschützer der Gemeinschaft der Fulbe. Er soll dafür sorgen, dass die Fulbe in Zukunft ihre Herden in der Trockenheit von Westafrika aus über Nordnigeria, das von Boko Haram kontrolliert wird, durch den von radikalen Moslems verunsicherten Norden Kameruns bis nach Zentralafrika treiben können.
Seine Waffenlieferungen erhält Abass aus dem muslimischen Tschad. Schon oft wurden an den Grenzen des Tschad nach Zentralafrika, die allesamt von radikal-islamischen Milizen beherrscht werden, große Waffenkonvois gesichtet.
Präsident Touadéra beherrscht kaum noch mehr als die Hauptstadt Bangui, in der es in letzter Zeit öfters zu Protesten der Bevölkerung gegen ihn und seine Komplizenschaft mit den radikalen Moslems kam. Zwei französische Reporter wurden bei solchen Protesten letzte Woche blutig zusammengeschlagen.
Der Oppositionsplattform „E Zingo Biani“ , was so viel heißt wie „Wacht auf – endlich“, haben sich jetzt Oppositionsparteien, Jugend- und Frauenorganisationen, Journalisten sowie Menschenrechtsaktivisten angeschlossen. Alle fordern sie vom Präsidenten die Verhaftung von Abass und seiner Komplizen. Der versteckt sich jedoch weiterhin hinter dem Friedensabkommen von Khartum.
Erzbischof Aguirre Muñoz sagte im Januar: „Zentralafrika ist ein fruchtbares, aber sehr verwundbares Land, das zweitärmste der Welt, ohne Armee, deshalb haben einige politische Schwergewichte in den arabischen Ländern wohl entschieden, die Peul im Osten Zentralafrikas anzusiedeln, sie sollen das bereits christliche Land islamisieren.“
Die UN scheinen diesem Treiben nicht nur nichts entgegenzusetzen, sondern es sogar zu unterstützen. Nach dem Zusammenbruch aller staatlichen Ordnungen und der öffentlichen Sicherheit ist die katholische Kirche oft an die Stelle der staatlichen Einrichtungen getreten. Die Kirche betreibt im Lande große Flüchtlingslager, Gesundheitsstationen und Schulen, nur eine Armee kann die Kirche nicht bilden, aber ohne Sicherheit kann es keine Entwicklung in diesem geschundenen Land an der Grenze zum Islam geben.    Bodo Bost


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Kommentare

Siegfried Hermann:
16.07.2019, 21:11 Uhr

Respekt! Wie hier die PAZ Ross und Reiter nennt.

Und wehe, die frz. Fremdenlegion oder das DAK ;-) greift ein.
Dann gibts wieder grün-linksradikale heuchelnde Solidarität-Demos und Einwanderungsforderungen für Köppeabhacker in deutschen Städten...


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